Feb
27

Hintergründe zum Oscar-nominierten Kurzfilm „Der Grüffelo“ – Im Gespräch mit Alexander Lindner

von Dietrich

Gruffalo-header

Heute ist es soweit… der weltweit begehrteste Filmpreis wird diese Nacht ab 2:00 Uhr (UTC+01:00) verliehen. „Toy Story 3“ ist sowohl in der Kategorie „Bester Animationsfilm“ als auch „Bester Film“ nominiert und wird unter Kritikern im Allgemeinem hoch gehandelt. Wird Regisseur Lee Unkrich der Erste sein, der den Oscar-Hauptpreis für einen Animationsfilm abstauben darf?

Aber auch die Filme der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“ brauchen sich nicht zu verstecken. Im deutschen Raum dürften wohl zwei Filme am bekanntesten sein. Der „Toy Story 3“-Vorfilm „Day & Night“ und der von zwei Deutschen (Max Lang, Jakob Schuh) produzierte Kurzfilm „Der Grüffelo“. Heiligabend lief der vom BBC in Auftrag gegebene Film im deutschen TV. Hergestellt wurde „Der Grüffelo“ von Magic Light Pictures (produzierendes Studio) sowie Studio Soi (ausführendes Studio).

Am Film haben großartige Persönlichkeiten wie Alexander Lindner gearbeitet. Er war zehn Jahre bei Rothkirch/Cartoon-Film beschäftigt und hat dabei zahlreiche Positionen wie Art Direction, Assistant Direction, Design, Storyboard, Layout etc. belegt. Bei „Lauras Stern (2004)“ hat er sogar am Skript mitgewirkt. Noch kurz vor der Oscar-Verleihung konnte ich mit ihm sprechen und mehr über die Hintergründe seiner Arbeit bei „Der Grüffelo“ in Erfahrung bringen.

Er ist auf ungewöhnlichem Wege zu der Arbeit gekommen. Und zwar wollte er etwas Neues ausprobieren und war dabei Matte Painting zu lernen. Über Facebook wurde er dann von Harald Siepermann (Character Designer bei vielen Disney Produktionen) auf die Stelle bei Studio Soi aufmerksam gemacht. Daraufhin haben die Leute von Studio Soi auf seinem Blog einige wundervolle Wald-Bilder, die Alexander 2007 für ein Computerspiel hergestellt hatte, entdeckt und waren überzeugt: Er ist der Mann für die Gruffalo-Matte-Paintings!

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Unglaublich am Projekt war die Idee den Wald als Modell zu bauen (siehe Making-Of) und die Charaktere später am Computer zu animieren. Als Art Director zahlreicher Projekte weiß Alexander ganz genau, wie schwer es ist Vegetation (bzw. Planzen) in CGI zu designen und zu animieren. Von weitem sieht es noch in Ordnung aus, aber bei Close-Ups sieht die Welt schon wieder anders aus. Wahrscheinlich steckt hinter dieser Entscheidung – den Wald als Modell zu bauen – nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine technische Komponente.

Er ist immer überzeugt gewesen, dass die Verfilmung des Grüffelos eine gute Idee war, aber niemals hätte er mit einer Oscar-Nominierung gerechnet:

„Ich wusste, dass der Gruffalo ein guter Film werden würde. Studio Soi ist auf grafischer und konzeptioneller Ebene sehr mutig. Das sieht man schon bei den anderen Filmen, die sie gemacht haben. Ich wusste, es werden Leute auf den Gruffalo aufmerksam, es wird darüber gesprochen werden!“

Sehr schön sind auch die Matte Paintings, die man in seinem Blog bewundern kann. Folgt ihm unter anderem auch auf Twitter und werdet Fan auf Facebook. Heute Nacht drücke ich Alexander Lindner und den Leuten von Studio Soi beide Daumen.

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