Jun
03

animation-school-hamburg – Tipps vom Projektleiter Manfred Behn (1/2)

von Dietrich

animation-school-hamburg-logo Kürzlich hatte ich die Gelegenheit unseren Freunden in der animation-school-hamburg (ASH) einen Besuch abzustatten und ein Interview mit dem Leiter Manfred Behn zu führen. 1998 wurde das Projekt ASH von der Initiative des Bildungswerks für Medien initiiert. Behn hat allerdings das Projekt erst im Jahr 2000 übernommen, nachdem die vorherige Leiterin schwanger wurde. Er ist ausgebildeter Gymnasiallehrer für Deutsch sowie Englisch und abgesehen von den typischen Kindheitserinnerungen, hatte er zuvor wenig mit Animation zu tun gehabt. Ein filmisches Interesse hatte er aber schon immer. Dennoch beschäftigt er sich in seiner Freizeit eher mit Lesen als mit Film. Die Inhalte, Hintergrundinformationen sowie ansatzweise die daraus folgenden Interpretationen der folgenden zwei Beiträge sind mit Hilfe der Auskunftsbereitschaft von Manfred Behn entstanden. An dieser Stelle einen herzlichen Dank!

In den Anfängen der animation-school-hamburg wurden ausschließlich 2D/Zeichentrick-Kurse angeboten. Dies beruhte auf dem überaus großen Erfolg einiger deutscher Zeichentrickfilme aus den 90-ger Jahren. Allen voran die WERNER-Filme und auch andere Produktionen der Trickompany in Hamburg. Zwar wurden in der DDR hin und wieder einige Animationsfilme produziert, aber in der BRD gab es zwischen “Konferenz der Tiere” (1969) und “Werner – Beinhart!” (1990) eine riesige Lücke in der Produktion von abendfüllenden Animationsfilmen. Teilweise wurde diese Lücke mit amerikanischen Trickfilmen – meist Disney – gefüllt. In dieser Boom-Phase kam der Gedanke, dass Mitwirkende in der Produktion von Zeichentrickfilmen nicht immer Quereinsteiger zu sein haben oder eingekaufte Experten aus dem Ausland. Dies war die ‘Geburtsstunde’ der animation-school-hamburg. Die ASH war und ist ein Teil um den deutschen Markt im Bereich Animationsfilm voranzutreiben. 2007 weitete die ASH das Kurs-Angebot aus und bietet mittlerweile auch Qualifizierung im Segment 3D/CGI an. In diesem Rahmen wird seit 2009 auf der einen Seite ein 1-jähriger 2D/Zeichentrick-Kurs angeboten, der aus einer halbjährigen Einführungphase und einer halbjährigen praktischen Filmproduktionsphase besteht, und auf der anderen Seite 3-monatige 3D/CGI-Module mit wechselnden Themen. Sowohl für den 2D-Kurs als auch die 3D-Module stehen jeweils 10 Plätze zur Verfügung. Im Bereich 2D/Zeichentrick hat die animation-school-hamburg deutschlandweit schon längst ein hoch angesehenes Image aufgebaut. Aber im noch relativ jungen Zweig “3D/CGI” muss sich die ASH noch einen Namen machen.

manfred-behn-karikatur-animation-school-hamburg-2_0 Behn war es schon immer wichtig, dass den Kursteilnehmern sowohl im Laufe des Grundstudiums als auch während der Projektphase immer ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Daher zeichnet die ASH eine besonders hohe Betreuungsdichte von Dozenten aus. Unter den Dozenten befinden sich viele bekannte Namen, die bei renommierten Studios an großartigen Filmen gearbeitet haben. Ich verweise auf die Website der ASH.

“Anfangs macht man öfter den Fehler, dass man sich von Szenen nicht trennen kann. Man hat eine Szene schon so aufwendig hergestellt, es hat so lange gedauert und man will es nicht rausfallen lassen,” meint Behn. Bei dem Kurzfilm “Bo” (2005), ein mit dem ‘Hamburg Animation Award’ ausgezeichneter Film der animation-school-hamburg, sah es allerdings ein wenig anders aus. Der Film war ursprünglich 90 Sekunden länger und Sinem Sakaoglu (spätere Regisseurin des Sandmännchen-Films [2010]) war fest davon überzeugt, dass der Film gekürzt werden sollte. Der Kurzfilm musste nicht endlos in die Länge gezogen werden. Der Zuschauer hatte es verstanden und schlußendlich hat dies den Festival-Erfolg ausgemacht. Des Weiteren fügt Behn hinzu: “Timing ist sowieso ein zentrales Thema. Snowbody (Abschlussfilm 2004) ist in der Hinsicht perfekt. Dieser ist extrem gut getimed. Schon damals – als der Film zur Hälfte fertig war – hat Harald Siepermann (Dozent und Disney Character Designer) gesagt ‘Da hätte ich auch gerne mitgemacht!’”. Am Kurzfilm haben zwei erfahrene Illustratoren gearbeitet und das sieht man.


In den nächsten Tagen kommt der zweite Teil der ASH-Vorstellung bzw. des Interviews mit Manfred Behn. Die Karikatur stammt von Benjamin Strobel.

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