Apr
04

Interview mit Anna Nuic

von Dietrich
portrait-anna Erzähl uns ein wenig über dich bzw. über dein Leben? Was hast du früher gemacht und was machst du zurzeit?

Ich bin in der Schweiz geboren und aufgewachsen. 2006 habe ich angefangen Animationsfilm an der „Hochschule Luzern – Design & Kunst“ zu studieren. Mein Schwerpunkt war von Anfang an der Zeichentrickfilm. 2010 habe ich mein Studium abgeschlossen und bin kurz danach nach Hamburg gekommen. Seit Februar bin ich Praktikantin bei TRIKK17.

Auf deiner Website sind einige der Kurzfilme, die du während deines Studiums angefertigt hast, zu sehen. Schnell fällt auf, dass dein Stil in eine bestimmte Richtung geht, sodass deine Filme einzigartig wirken. Willst du diesem Stil treu bleiben oder feilst du noch daran? Warst du während deines Studiums in der Lage vieles auszuprobieren?

Wir wurden nicht in erster Linie auf die Arbeit in einem Animationsfilmstudio vorbereitet. Die Ausbildung war vor allem auf Autorenfilme ausgelegt. Wir sollten lernen, unseren eigenen Stil zu entwickeln, sowohl auf visueller als auch dramaturgischer Ebene.
Meine Klasse umfasste nur sechs Studenten/-innen und die Abteilung war im Allgemeinen sehr klein. Wir hatten also sehr viel persönliche Unterstützung von Seiten der Dozenten. Mein Stil wird sich zweifellos weiterentwickeln und verändern, solange ich beobachte und zeichne. Zum Glück habe ich den Stift noch nicht komplett unter Kontrolle.

Wer sind deine Lieblings-Künstler der Branche bzw. hast du Vorbilder?

Natürlich bewundere ich Tim Burton und Hayao Miyazaki, aber eigentlich waren mir Comiczeichner immer näher. Ich bin eher mit „Spirou und Fantasio“ als mit Mickey Mouse aufgewachsen und die französische BD ist auch heute noch der stärkste Orientierungspunkt für mich. Der Trickfilm, der mich am meisten geprägt hat, ist „Son of Satan“ von JJ Villard. Eine Geschichte von Charles Bukowski, die Villard als Semesterarbeit am CalArts verfilmt hat.

Gibt es etwas, was du gelernt hast, dass du anderen Künstlern und/oder Interessenten der Branche mit auf dem Weg geben möchtest?

Vielleicht, dass die Welt groß ist und dass es sich lohnt, sich ab und zu mit anderen Dingen zu beschäftigen als nur mit Trickfilmen. Wir neigen dazu, uns in einem Mini-Kosmos zu verkriechen und werden dadurch zu einseitigen und bisweilen langweiligen Nerds.


Solltet Ihr weitere Fragen an Anna Nuic haben, so steht sie Euch in den Kommentaren zur Verfügung. Besucht auch Annas Website.


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