Apr
03

Filmkritik: Winnie Puuh (2011) – Rückkehr zu den Wurzeln (2/2)

von Dietrich

Dies ist die Fortsetzung vom ersten Teil der Filmkritik


Zudem führten die Regisseure den alt bekannten Buch-Erzählstil wieder ein. Es gibt einen Erzähler, der rege mit den Figuren interagiert und die Geschichte teils wie aus einem Buch vorlese. In der TV-Serie sowie in den darauffolgenden TV- sowie Direct-To-Video-Produktionen hatte man darauf verzichtet. Des Weiteren ist die Musik ein zentraler Bestandteil des Films. Ich gehöre sowieso zu den wenigen, die schon immer den Gesang in den Disney-Filmen liebten. In diesem Fall hat der Gesang nicht nur unterhaltende Wirkung, sondern unterstützt beim Erzählen der Geschichte. Es gibt nicht wirklich herausragende Songs, aber in jedem Fall sind diese sehr gut sowie passend in den Film integriert. Vieles ist beim Alten geblieben. Das Charakter-Design hat sich meines Wissens nach auch nur im geringem Maße verändert. Christopher Robin wirkt ein wenig moderner und hat nicht mehr so intensive Punktaugen.

WINNIE THE POOH,WINNIE THE POOH

Eigentlich sind die Charaktere sehr stereotypisch aufgebaut und verkörpern bestimmte Grundeigenschaften:
- Ferkel ist die Furcht
- Eule verkörpert Ego
- Rabbit steht für Kontrolle
- Puuh ist die reine Unschuld
- I-Aah ist Pessimismus

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Dies ist aber keinesfalls negativ gemeint, denn dadurch weiß der Zuschauer genau, woran er ist. Es ist nicht die (Un-)Vorhersehbarkeit, was die „Winnie Puuh“-Filme ausmache, sondern die liebevolle und dennoch interessante Umsetzung. Am meisten fasziniert mich das Verhältnis zwischen Winnie Puuh und seinem besten Freund Christopher Robin. Bei der Naivität Puuhs ist es nur all zu schwer noch naiver sein zu können. Jim Cummings (engl. Stimme von Puuh) meint: „Ich denke, Puuh betrachtet die Welt durch eine honigfarbene Brille“. Christopher Robin ist der einzige Mensch im Hundertmorgenwald und den Waldtieren in Sachen Intelligenz weit überlegen, obwohl man ihn auch nicht als sonderlich klug bezeichnen würde. Trotz seiner Überlegenheit ist er niemals hochnäsig. Man hört häufig von ihm den Ausspruch „dummer alter Bär!“, aber das ist nicht böse gemeint. Christopher Robin ist ein sehr guter Freund und man sieht ihm an, dass er an keinem Ort eher wäre als dem Hundertmorgenwald.

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Teils sind im Film auch leicht gruselige Elemente vorhanden… Die Rede vom grauenvollen Monster Balzrück! Aber bevor man befürchtet, dass der „Winnie Puuh“-Film die eigenen Kinder dazu anregt, nachts zu einem ins Bett zu krabbeln, möchte ich folgendes anmerken. Als Zuschauer weiß man bereits von Anfang an, dass es sich hier nur um ein Missverständnis handelt. Es gibt anscheinend kein Monster! Und zudem beginnt die Geschichte wie man es aus den alten „Winnie Puuh“-Filmen auch kennt im realen Zimmer von Christopher Robin. Die Zuschauer sehen, dass es sich hierbei nur um Plüschtiere handelt und sich alles in der Fantasie von Christopher Robin abspielt. Später sieht man im Übrigen einige Andeutungen auf den Plüschtier-Charakter. Neben den leichten Andeutungen am Körper der Tiere, reißen auch hier und da die Nähte sowie Fäden.

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Erwähnenswert sind vor allem die wunderschönen Hintergründe und die saubere Animation. Ich mag es zwar nicht, wenn gute Animation auf Kosten der Story geht, aber dies ist hier in keinem Fall gegeben. Die Animation bringt Spass. Es ist immer lustig anzusehen, wie die Charaktere tollpatschig von einem Loch ins andere fallen. Apropos Loch… Disney hat kürzlich einen kurzen Promotion-Clip veröffentlicht, indem unsere Helden in einem tiefen Loch gefangen sind. Drei Mal darf man raten, was in dieser Szene nicht stimmt. Puuh, Rabbit, I-Aah, Känga, Ruh und Eule sind in einem Loch gefangen und können sich nicht selbst helfen!

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit Puuhs neuem Abenteuer. Es ist ein kindertauglicher Film, wobei es nicht ausschließlich ein Kinderfilm ist. Es ist eher ein Familienfilm… ein Abenteuer für die ganze Familie. „Wir versuchen, mit unseren Filmen immer die ganze Familie anzusprechen – also eine Geschichte zu erzählen, die die Kinder begeistert, die Teenager unterhält und die Eltern zum Lachen bringt“, meint John Lasseter. Leider gibt es nicht viel, was besonders heraussticht. Der Film ist bis auf den leicht schwachen Anfang konstant unterhaltsam und sehr liebevoll umgesetzt. Ich wünschen allen viel Spass beim Film; der deutsche Kinostart ist am 14. April 2011.

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