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“House of Cats” ist ein simpler Film von Courtland Lomax. Eigentlich ist es nur eine Aneinanderreihung von Szenen mit Katzen. Hier und da laufen und springen Katzen sowie Kätzchen rum. Und das alles in prächtigen, bunten und wechselnden Farben.

Es gibt nichts, was den Film besonders auszeichnet. Aber es erfüllt seinen Zweck und das macht Laune.

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violett-hamburg-animation-award Am 23. Juni 2011 fand im Hamburger Schmidts Tivoli Theater die Verleihung des Hamburg Animation Awards statt. Dies ist ein internationaler Filmpreis, der auf Initiative der Handelskammer Hamburg und der animation-school-hamburg (siehe auch das Interview mit dem Projektleiter Manfred Behn: Teil 1 | Teil 2) gegründet wurde und mittlerweile zum achten Mal an den internationalen Nachwuchs im Bereich Animation verliehen wurde.

Der Wettbewerb richtet sich an Studenten, Absolventen und ehemaligen Absolventen (bis zu drei Jahre nach Studienabschluss) von Filmschulen, Fachhochschulen und Universitäten. Es sind Animationsfilme jeglicher Art (Zeichentrick, Stop Motion, CGI) mit einer Laufzeit bis 15 Minuten zugelassen. Jährlich wird auch ein Länderpreis verliehen um den Nachwuchs des entsprechenden ausgewählten Landes zu unterstützen. Dieses Jahr wurde der Trickfilmnachwuchs aus China gefördert. Es wurden Preisgelder von insgesamt 13.000 Euro von einer hochkarätigen Jury unter dem Vorsitz von Disney Character Designer Harald Siepermann vergeben.

Laut dem Veranstalter wurden dieses Jahr mehr als 140 Filme aus Ländern wie Dänemark, Neuseeland, Kanada, China und Deutschland eingereicht – davon über 70 aus China. Am Abend wurden zehn Filme vorgeführt. Die Jury zeichnete Filme in den Kategorien ‘Innovative Design Award’ (innovativer Stil, ungewöhnliche Idee, hochwertiges Design), ‘Länderpreis China’ und dem Hauptpreis – dem ‘Hamburg Animation Award’ (bester Kurzfilm) – aus. Zudem gab es einen Zuschauerpreis. Der Hauptpreis wurde von Rodolphe Guenoden (DreamWorks animation supervisor von Kung Fu Panda 1 und 2) verliehen. Es waren alles sehr schöne Filme. Im Anschluss meinte der Juryvorsitzende Harald Siepermann, dass die Qualität der Filme über die Jahre deutlich gestiegen sei. Studentenfilme brauchen sich qualitativ gesehen nicht vor professionellen Produktionen zu verstecken. Die folgenden Filme wurden vorgeführt und entsprechend mit den Preisen gekürt:

Hamburg Animation Award (5.000 EUR)

thumb-haa-besuch ‘Der Besuch’ von Conrad Tambour (Ludwigsburg, Deutschland)
Eine ältere Frau kommt mit dem Herd nicht zurecht und ruft ihren Sohn mit der Bitte, diesen abzuschalten. Mitten in der Nacht bereitet sie ein Essen vor für den Besuch ihrer längst verstorbenen Freunde. Animationstechnisch ist hier zwar alles wundervoll auf höherem Niveau hergestellt. Aber dies ist ein perfektes Beispiel für einen Animationsfilm, der zeigt, dass es nicht um Animation geht. Das zwischenmenschliche – und ein wenig traurige sowie liebevolle – Verhältnis der Charaktere sowie die Story stehen im Vordergrund. Animation ist nur das Medium.

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Innovative Design Award (3.000 EUR)

thumb-haa-backwater ‘The Backwater Gospel’ von Bo Mathorne (Viborg, Dänemark)
Über diesen Film habe ich schon vor mehreren Monaten im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der diesjährigen ‘The Animation Workshop’-Abschlussfilme (Viborg, Dänemark) berichtet. The Undertaker terrorisiert mit seiner Anwesenheit die Einwohner einer kleinen Stadt bis an den Rand der Verzweiflung (und darüber hinaus). Optisch ist der Film einzigartig, doch sollte man den Film nur mit Vorsicht genießen. Bei der Vorführung wurden Kinder sowie Menschen mit schwachem Herzen aus dem Saal gebeten.


Länderpreis China (je 2.000 EUR)

thumb-haa-gedanke-august thumb-haa-holytree ‘Ein Gedanke im August’ (Shanghai, Volksrepublik China) und
‘The Holy Tree’ (Xi’an, Volksrepublik China)

 

Beide Filme sind auf optischer Ebene sehr schön gemacht und können durch eine simpel gestrickte Story glänzen. Meine Glückwünsche an die Sieger.


Zuschauerpreis (1.000 EUR)

thumb-haa-flamingo ‘Flamingo Pride’ von Tomer Eshed (Potsdam, Deutschland)
Man hätte diesen Film auch ‘Flamingo Parade’ nennen können. Wir kennen Flamingos aus Tierdokumentationen als pinke vogelartige Wesen mit langen Beinen und langem Hals, die sich manchmal in riesigen Gruppen an Stränden tummeln. Doch was keiner weiß. Diese Ansammlungen sind groß angelegte und riesige Parties mit lauter Musik und viel Spass. Schon vor einigen Jahre hat uns Tomer Eshed mit seinem mehrfach ausgezeichneten Kurzfilm ‘Our Wonderful Nature‘ einen Blick in die Natur gewährt und einen Hit gelandet. ‘Flamingo Pride’ könnte ebenso ein Erfolg werden.


Weitere vorgeführte Filme

thumb-haa-mobile ‘Mobile’ von Verena Fels (Ludwigsburg, Deutschland)
Dieser Film ist wohl nach dem ‘Was wäre, wenn…?’-Prinzip entstanden. Den Begriff Mobile kennen wir in der Regel im Zusammenhang mit Kinderspielzeug, das manchmal über Kinderbetten gehängt wird und sich  schon durch leichte Stöße bewegt. Was wäre, wenn lustig aussehende und bunte Tiere ausbalanciert an so einem Mobile hängen würden. Ergebnis: Es kann sehr lustig werden! Nach dem positiven Beifall im Festsaal war ich mir ziemlich sicher, dass dieser Film den Zuschauerpreis gewinnen würde. Verdient hätte dieser den Preis genauso wie ‘Flamingo Pride’.

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thumb-haa-tub ‘Das Tub’ von Rupert Ashton (Auckland, Neuseeland)
Dies ist ein Film – vermutlich in Anlehnung an Wolfgang Petersens
‘Das Boot’ -, der in relativ geringem Maße animiert ist. Mir persönlich ist es ziemlich egal, ob es ein Animations- oder ein Realfilm ist. Hauptsache der Film unterhält und das tut Rupert Ashtons Kurzfilm. Er kombiniert auf wundervoller Weise Tragik und Komödie. Aber dennoch darf man nicht vergessen: Bei dieser Preisverleihung ging es um einen Award im Bereich Animation.

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thumb-haa-bjorn ‘The Saga of Bjorn’ (Viborg, Dänemark)
So wie ‘The Backwater Gospel’  ist dies ebenfalls ein Film von den genialen Leuten aus Dänemark. Das Valhalla ist der Ruheort aller gefallenen Kämpfer, die ihre Tapferkeit bewiesen haben. Damit steht der Wikinger Bjorn vor seiner letzten Prüfung, um ins Paradies zu gelangen. Doch diese letzte Aufgabe scheint schwerer zu sein als ursprünglich gedacht. Toller Charaktere und eine wundervolle Umsetzung! Viel Spass!

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thumb-haa-war ‘Natural War’ (Xi’an, Volksrepublik China)
Stilistisch sehr einfach, aber dennoch interessant, gezeichnet,zeigt dieser Film Einblicke in den Krieg zwischen zwei Personen.

 


thumb-haa-peter ‘Der präzise Peter’ von Martin Schmidt (Kassel, Deutschland)
Der Titel sagt schon einiges aus. Es geht um einen Mann namens Peter, der alles sehr präzise nimmt. Doch sein jüngster Sohn tanzt wieder mal aus der Reihe. Der Kleine gibt sein Bestes, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Der Film ist ebenfalls auf optischer Ebene sehr einfach und vor allem präzise gezeichnet! Wundervoll sind auch die Stimmen, Töne sowie Geräusche im Film. Sehr witzig und empfehlenswert!

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Flyer | Ausschreibungsunterlagen

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Ich war 22, als ich zwecks meiner Aufnahme an der Animation School Hamburg in die Hansestadt zog. Aus dem im Vergleich zu Hamburg beschaulich kleinen Bielefeld, welches nicht gerade eine Hochburg der Animation darstellt, war ich zwar Trickfilm begeistert, hatte aber keine Ahnung von den Aufgaben, die einen in einem Animationsfilm erwarten.

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In 2007 betrug der Zeitraum eines Jahrgangs noch 14 Monate und nach sieben Monaten der Einführung in die verschiedenen Departments eines Animationsfilmes, war es an uns einen eigenen kleinen Film zu erstellen. Wir waren 16 Teilnehmer und teilten uns in eine vierköpfige  und zwei sechsköpfige Gruppen auf. Ich war in einer der größeren Gruppen. Nach zwei fehlgeschlagenen Storys unsererseits wurde es ein bisschen knapp. Die übrigen sechs Monate waren wenig Zeit um einen Trickfilm zu verwirklichen. Doch nach einem weiteren Meeting und Brainstorming in der Gruppe stand unsere Geschichte um einen alten bibliophilen Herren mit Ungezieferproblemen.

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Ich war in unserer Projektphase vor allem mit dem Design und der Animation der tierischen Protagonisten beschäftigt. Da wir eine relativ große Gruppe waren und jeder sein eigenes Gebiet hatte, auf dem er gut war oder für das er sich interessierte, hatten wir viele Bereiche wie Storyboard, Layout, Animation und auch Compositing schon abgedeckt.

Während ich mich versuchte in die Animation einzuarbeiten, war unser Background-Department – bestehend aus der Hälfte unserer Gruppe – drei Monate mit dem Aquarellieren und Zeichnen der Hintergründe beschäftigt. Wir hatten viel Spaß. Vor allem die  Zeichenabende am Anfang der Produktion, bei denen wir alle zusammensaßen und Ideen zusammenfließen lassen konnten, waren lustig und bedeuteten mir sehr viel. Ich habe in dieser Zeit – von der ich immer noch glaube, dass es die beste meines Lebens war – sehr viel gelernt und habe mit Menschen zusammengearbeitet, die einen enormen Stellenwert auch jetzt noch in meinem Leben einnehmen.

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Unser “Ernst“, wie wir den buchbegeisterten alten Herrn tauften und gleichzeitig unseren Film betitelten, war eine Menge Arbeit und jeder von uns hat sein Herzblut hineingesteckt. Natürlich gab es an einigen Stellen auch Meinungsverschiedenheiten, die wir auszudiskutieren hatten. Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass  solche Dinge in jeder Gruppe passieren können. Unsere Gruppe harmonierte trotz dieser Kleinigkeiten sehr gut und ich bin stolz auf das Ergebnis. Ich sollte vielleicht auch noch erwähnen, dass wir mit Christian Seim einen sehr guten Musiker an der Hand hatten, der sich für unser Projekt auch stark ins Zeug legte und unsere doch teilweise skurrilen Musik und Soundwünsche in die Tat umsetzte.


Dies ist ein Gastbeitrag von 2D-Animatorin und ASH-Absolventin Katrin Schnier. Unter anderem hat sie auch am Kurzfilm Schnitzeljagd mitgewirkt – besucht auch ihren Blog.

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Schon kürzlich hatte ich über Cordell Barker und seinem Klassiker “The Cat Came Back” berichtet. Einst habe ich sogar gelesen, dass der Regisseur von manchen als der ‘Meisterhafteste aller meisterhaften Meister’ bezeichnet wird.

In “Runaway” wird eine witzige und fast desaströs Zugreise erzählt. Schnell erkennen wir den typschen Zeichenstil von Cordell Barker,  der sowohl simpel als auch witzig ist. Hier findet Ihr übrigens ein kurzes Video, in dem Cordell Barker über seine Arbeit am Film spricht. Viel Spass dabei!

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“Drawing Inspiration” ist ein ruhiger Kurzfilm von Tim McCourt und Wesley Louis. Ein älterer Mann führt ein überaus monotones Leben. Jeden Tag sitzt er auf der gleichen Bank und trinkt den ganzen Tag über das gleiche Gesöff. Mithilfe eines Junge merkt er, dass er auf diese Weise nicht weiterkommt und sein Leben verändern muss. Insperiert durch sein bisheriges, miserables Leben findet er dennoch eine Tätigkeit, die er besser kann als alle anderen.

 

Ein kurzes Making-Of gibt es dazu auch und mehr Informationen findet Ihr auf dem Produktionsblog und auf Vimeo.

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“Safer in a Wild world” ist ein Werbefilm für den Mitsubishi Lancer von Eddie White und James Calvert aus dem Jahr 2007. Später erlangte Eddie White mit seinem Kurzfilm “The Cat Piano” (2009), das farblich ähnlich intensiv und kräftig aufgebaut ist, große Bekanntheit.

Ich möchte hier keine Werbung machen, aber in diesem Film geht es um einen Jungen, der im Auto von seiner Mutter nach Hause gefahren wird. Die Welt da draußen ist schaurig und gruselig. Über all laufen Monster und merkwürdige Gestalten rum…. Doch im Mitsubishi Lancer ist alles sicher.

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katrin-schnier-foto-ash Erzähl uns ein wenig über dich bzw. über dein Leben? Was hast du früher gemacht und was machst du zurzeit? Was hat dir dabei geholfen, die zu werden, die du bist?

Katrin: Nach meinem Abitur im Jahr 2005 ging ich auf die Musik und Kunstschule in Bielefeld, wo ich als Praktikant meine Zeichenkenntnisse schulen konnte. In diesem Jahr begegnete mir auch mein Vorbild Andreas Deja im Fernsehen. Er feierte sein 25-jähriges Jubiläum bei Disney und von ihm angespornt begann ich regelmäßig in den Zoo zu gehen um zu zeichnen.

Ist eines der Filmprojekte, an denen du (mit-)gearbeitet hast, dir besonders in Erinnerung geblieben? Vielleicht weil du dich darin in irgendeiner Weise verwirklichen konntest oder du eine gewisse Rolle im Laufe der Produktion erfüllen durftest?

Katrin: Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der erste Zeichentrickfilm, an dem ich mitarbeiten durfte – unser Abschlussfilm der ASH „Ernst“. Ich werde nie vergessen welche zeichnerische Freiheit ich in dieser Zeit genießen konnte. Ich durfte alles machen, was mir am besten zusagte: Tiere animieren!

Aus welchen Gründen bist du in der Trickfilm-Branche tätig geworden? Gab es spezielle Schlüsselereignisse in deinem Leben? Wolltest du es vielleicht schon als Kind immer mal werden?

Katrin: Ich wusste schon recht früh in meinem Leben, was ich später mal beruflich machen wollte. Ich wollte Trickfilme zeichnen und Geschichten möglichst über Tiere erzählen. Entweder das oder Soldat werden! Das mit der Soldatenkarriere habe ich nach einiger Zeit verworfen. Meine Affinität zum gezeichneten Film blieb jedoch und so arbeitete ich auf dieses Ziel hin.

Wer sind deine Lieblings-Künstler der Branche bzw. hast du Vorbilder?

Katrin: Andreas Deja, Chris Sanders, Glenn Keane, Brad Bird, Stephen Silver…

Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor? Hast du Pläne für neue Filmprojekte?

Katrin: In Zukunft möchte ich als Animatorin in Filmprojekten arbeiten. Ich habe auch ein eigenes Buch geschrieben, welches ich mir sehr gut als Trickfilm vorstellen könnte. Daran mitzuarbeiten wäre natürlich das Größte.


Mehr über sie könnt Ihr in Katrin Schniers Blog erfahren und sie über folgende E-Mail-Adresse erreichen: kseliquio@gmail.com

Falls Ihr Fragen habt, so steht sie Euch in den Kommentaren zur Verfügung.

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“The Cat Came Back” ist ein Klassiker unter den animierten Kurzfilmen, den jeder kennen sollte. Der Film wurde von Cordell Barker mit Unterstützung vom NFB im Jahr 1988 produziert. Das ‘National Film Board of Canada’ ist die staatliche Filmbehörde in Kanada zur Förderung der kulturellen und gesellschaftlichen Darstellung des Landes.

“The Cat Came Back” ist ein simpler Zeichentrickfilm, basierend auf dem gleichnamigen Song, und erzählt von einem Mann, der eine immer wiederkehrende Katze los werden will. Musikalisch untermalt mit dem entsprechenden Song gehört dieser Kurzfilm mit zu den unterhaltsamsten kanadischen Trickfilmen. Hier findet sich übrigens ein kleines Video, in dem Cordell Barker über seine Arbeit spricht.

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Dies ist der zweite Teil der ASH-Vorstellung bzw. des Interviews mit Manfred Behn. Siehe hier für den ersten Teil.


Der Bereich “Digital Animation” bzw. die Arbeit am Grafiktablett wird immer wichtiger. Vor allem da man fast das gleiche Ergebnis effektiver und somit schneller erreichen kann. Zu Anfang hatte Behn bedenken, da der Charme des Trickfilms verloren gehen könne. “Da war ich auch erst einmal ein wenig skeptisch und dachte, der ‘Look’ wäre in dem Fall ganz anders. Experten würden den Unterschied erkennen, aber ein Laie sieht kaum einen Unterschied. Doch selbst Experten sehen Unterschiede weniger, je besser die Beherrschung der Software ist”, meint Behn.

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Anfang der 90-ger Jahre sind viele Animationsstudios im deutschen Raum entstanden. Seitdem wird kontinuierlich mehr animiert. Allerdings – wie auch in vielen anderen westlichen Ländern – wird immer mehr Arbeit nach Asien verlagert. Der Beruf des Zwischenzeichners ist in Deutschland mehr oder weniger ausgestorben und auch im 3D/CGI-Segment werden ähnliche arbeitsintensiven Berufe ins Ausland verlagert. In den letzten 5-6 Jahren gab es keinen abendfüllenden Animationsfilm, der ausschließlich in Deutschland produziert wurde. Da sich viele Institutionen in Deutschland auf Zeichentrick spezialisiert hatten, hatte 3D/CGI zudem viele Anlaufschwierigkeiten. Die wohl typischste Frage – die im Rahmen von Interviews an Manfred Behn gestellt wird – ist, ob deutsche Animationsfilme jemals das Niveau eines ‘Ratatouille’ (Pixar) oder ähnlichen Hollywood-Produktionen erreichen können. Behn ist da eher skeptisch, weil die finanziellen Möglichkeiten hierzulande begrenzt bleiben – an Talent fehlt es auf jeden Fall nicht. Insbesondere 3D/CGI wird immer mehr nachgefragt. Denn Spezialisten dieser Bereiche können nicht nur bei der Produktion von Animationsfilmen mitwirken, sondern haben des Weiteren Berufsperspektiven im Game-Segment. Auch in der Produktion von Games wird ein filmisches Verständnis sowie Animation benötigt.

Viele deutsche Animationsfilme sind insbesondere auf den deutschen Markt zugeschnitten und weniger tauglich für das internationale Publikum. Zudem haben Erwachsenenformate es schwer in Deutschland. Kinderformate wie “Lauras Stern” oder “Der kleine Eisbär” sind dagegen Selbstgänger. Für Kinder oder Familienfilme gibt immer eine permanente Gemeinde bzw. eine Zielgruppe, die gepflegt werden will. “Ich würde mir wünschen, dass Originär-Stoffe für Trickfilme entwickelt werden. In den USA und Japan machen sie es,” hofft Behn. In Deutschland hat es bisher fast nur Produktionen gegeben, die entweder auf Comics oder Kinderbüchern basieren. Filme wie “Felidae” sind interessant. Der Animationsfilm von 1994 basiert zwar auch auf einem Buch, allerdings ist das Design eine komplette Eigenkreation. Leider war dieser Film an den deutschen Kinokassen nicht besonders erfolgreich und viele Studios haben die Produktion von Erwachsenenformaten wie Felidae als ‘zu riskant’ eingestuft. “Ich halte diese Konsequenz für nicht richtig, weil ich mir tausende Stoffe vorstellen könnte, die erst recht für Trickfilme geeignet wären”, argumentiert er. Man muss immer eine Probe machen. Kann man die Geschichte auch als Realfilm realisieren oder ist es nur als Animationsfilm möglich? Vor allem Tiergeschichten sind geeignet um animiert zu werden. “Ich finde, man müsste den riesigen Aufwand für Animation nicht betreiben, wenn man das gleiche Ergebnis auch mit einem Realfilm erreichen könnte”, fügt er hinzu.

Kursteilnehmer an der animation-school-hamburg sind auf der einen Seite berufserfahrene Experten eines ähnlichen Fachgebietes (Grafik Design, Illustration, Kommunikationsdesign) und auf der anderen Seite immer häufiger direkte Schulabgänger. “Beide Gruppen waren für uns immer gleich bedeutsam und nicht immer haben diejenigen mit beruflicher Vorerfahrung auch die besten Karrieren gehabt”, beteuert Behn. Er empfiehlt den Absolventen der ASH, das sich diese auf ihre Stärken konzentrieren und diese fördern. Es muss nicht jeder ein Animator werden. Zum Beispiel kann man auch als Illustrator beim Animationsfilm arbeiten. Doch die eigentlichen Animatoren sollten ein überdurchschnittliches Talent aufweisen, da – wie bereits erwähnt – große Teile der Produktion ins Ausland verlagert werden. Als Animator in Deutschland hat man nur in Rahmen von Trailern, Probesequenzen oder Werbefilmen die Möglichkeit Szenen vollständig zu animieren. Im Übrigen wird Manfred Behn vermehrt von Studios angesprochen, ob er nicht einen Kurs zu Produktionsleitung anbieten könne. Es ist besonders schwer Talente zu finden, die sowohl künstlerisches Verständnis als auch wirtschaftlich-organisatorische Kenntnisse mitbringen. Alles in allem besteht Bedarf nach Experten bzw. Leuten, die sehr gute Kenntnisse in ihrem jeweiligen Fachgebiet wie Storytelling, Character Design, Background, Storyboard etc. besitzen. Die animation-school-hamburg bietet Qualifizierungen in diesen Bereichen und fördert insbesondere selbstständige Projektentwicklung. Carolin Reich hat im Abschlussjahr 2011 sogar einen Comic realisiert.

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“French Roast” ist ein Oscar-nominierter Kurzfilm von Fabrice O. Joubert. Der Film ist fast komplett aus einer Perspektive erzählt – als wenn man in einem Restaurant eine Kamera aufgestellt und laufen gelassen hätte.

 

Ein gut angezogener Mann bestellt nur einen Kaffee (oder einen Tee) und bleibt den ganzen Tag im Restaurant. Dabei geschehen so allerhand Dinge: ein Obdachloser verlangt nach Kleingeld, er wird mit einem Verbrecher verwechselt, er verlegt seine Geldbörse und dann passiert sogar noch etwas Gutes. Besucht die offizielle Website und lest das Interview mit Fabrice im Character Design Blog.

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animation-school-hamburg-logo Kürzlich hatte ich die Gelegenheit unseren Freunden in der animation-school-hamburg (ASH) einen Besuch abzustatten und ein Interview mit dem Leiter Manfred Behn zu führen. 1998 wurde das Projekt ASH von der Initiative des Bildungswerks für Medien initiiert. Behn hat allerdings das Projekt erst im Jahr 2000 übernommen, nachdem die vorherige Leiterin schwanger wurde. Er ist ausgebildeter Gymnasiallehrer für Deutsch sowie Englisch und abgesehen von den typischen Kindheitserinnerungen, hatte er zuvor wenig mit Animation zu tun gehabt. Ein filmisches Interesse hatte er aber schon immer. Dennoch beschäftigt er sich in seiner Freizeit eher mit Lesen als mit Film. Die Inhalte, Hintergrundinformationen sowie ansatzweise die daraus folgenden Interpretationen der folgenden zwei Beiträge sind mit Hilfe der Auskunftsbereitschaft von Manfred Behn entstanden. An dieser Stelle einen herzlichen Dank!

In den Anfängen der animation-school-hamburg wurden ausschließlich 2D/Zeichentrick-Kurse angeboten. Dies beruhte auf dem überaus großen Erfolg einiger deutscher Zeichentrickfilme aus den 90-ger Jahren. Allen voran die WERNER-Filme und auch andere Produktionen der Trickompany in Hamburg. Zwar wurden in der DDR hin und wieder einige Animationsfilme produziert, aber in der BRD gab es zwischen “Konferenz der Tiere” (1969) und “Werner – Beinhart!” (1990) eine riesige Lücke in der Produktion von abendfüllenden Animationsfilmen. Teilweise wurde diese Lücke mit amerikanischen Trickfilmen – meist Disney – gefüllt. In dieser Boom-Phase kam der Gedanke, dass Mitwirkende in der Produktion von Zeichentrickfilmen nicht immer Quereinsteiger zu sein haben oder eingekaufte Experten aus dem Ausland. Dies war die ‘Geburtsstunde’ der animation-school-hamburg. Die ASH war und ist ein Teil um den deutschen Markt im Bereich Animationsfilm voranzutreiben. 2007 weitete die ASH das Kurs-Angebot aus und bietet mittlerweile auch Qualifizierung im Segment 3D/CGI an. In diesem Rahmen wird seit 2009 auf der einen Seite ein 1-jähriger 2D/Zeichentrick-Kurs angeboten, der aus einer halbjährigen Einführungphase und einer halbjährigen praktischen Filmproduktionsphase besteht, und auf der anderen Seite 3-monatige 3D/CGI-Module mit wechselnden Themen. Sowohl für den 2D-Kurs als auch die 3D-Module stehen jeweils 10 Plätze zur Verfügung. Im Bereich 2D/Zeichentrick hat die animation-school-hamburg deutschlandweit schon längst ein hoch angesehenes Image aufgebaut. Aber im noch relativ jungen Zweig “3D/CGI” muss sich die ASH noch einen Namen machen.

manfred-behn-karikatur-animation-school-hamburg-2_0 Behn war es schon immer wichtig, dass den Kursteilnehmern sowohl im Laufe des Grundstudiums als auch während der Projektphase immer ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Daher zeichnet die ASH eine besonders hohe Betreuungsdichte von Dozenten aus. Unter den Dozenten befinden sich viele bekannte Namen, die bei renommierten Studios an großartigen Filmen gearbeitet haben. Ich verweise auf die Website der ASH.

“Anfangs macht man öfter den Fehler, dass man sich von Szenen nicht trennen kann. Man hat eine Szene schon so aufwendig hergestellt, es hat so lange gedauert und man will es nicht rausfallen lassen,” meint Behn. Bei dem Kurzfilm “Bo” (2005), ein mit dem ‘Hamburg Animation Award’ ausgezeichneter Film der animation-school-hamburg, sah es allerdings ein wenig anders aus. Der Film war ursprünglich 90 Sekunden länger und Sinem Sakaoglu (spätere Regisseurin des Sandmännchen-Films [2010]) war fest davon überzeugt, dass der Film gekürzt werden sollte. Der Kurzfilm musste nicht endlos in die Länge gezogen werden. Der Zuschauer hatte es verstanden und schlußendlich hat dies den Festival-Erfolg ausgemacht. Des Weiteren fügt Behn hinzu: “Timing ist sowieso ein zentrales Thema. Snowbody (Abschlussfilm 2004) ist in der Hinsicht perfekt. Dieser ist extrem gut getimed. Schon damals – als der Film zur Hälfte fertig war – hat Harald Siepermann (Dozent und Disney Character Designer) gesagt ‘Da hätte ich auch gerne mitgemacht!’”. Am Kurzfilm haben zwei erfahrene Illustratoren gearbeitet und das sieht man.


In den nächsten Tagen kommt der zweite Teil der ASH-Vorstellung bzw. des Interviews mit Manfred Behn. Die Karikatur stammt von Benjamin Strobel.

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Am Freitag, den 27.05.2011 haben wir unser 10-jähriges Bestehen gebührend gefeiert. Wir trotzten dem Wetter und hatten mit ca. 150 Gästen eine Menge Spass.

Es ging gemütlich los, mit Kaffee und Kuchen um die Mittagszeit. Um 17:17 wurde mit Sekt auf die nächsten 10 Jahre angestossen. Ab 19:00 wurde gegrillt und die Bar war eröffnet. Mit Cocktails, Bier, Brause, Würstchen und Musik wurde bis spät in die Nacht gefeiert. Im Hof gab es den ganzen Tag auf riesigen LED-Wänden unsere Filme der letzten 10 Jahre zu sehen. Nicht zu vergessen den neuesten unserer Filme. Nämlich den eigens für unser Jubiläum gedrehten 2-Minüter, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal herzlich bei unseren Nachbarn Outdoor Cine bedanken, mit denen wir diese Feier zusammen organisiert und gefeiert haben. Sie haben mit ihrem unerschöpflichen und beeindruckenden Aufgebot an Projektoren, Leinwänden und der Partylocation in ihrer Halle im Erdgeschoss und vielem mehr diese Party Veranstaltung erst zu der gemacht, die es war. Danke Dirk und Deinem Team für den grossartigen Einsatz.

Vielen Dank auch an unsere Helfer, Isi, der legendäre TV-Koch vom offenen Kanal, der den Grillmeister gegeben hat und auch an Paul für seinen Einsatz als Grillassistent und Kellner.

Die letzten Worte möchte ich an alle Gäste richten, ohne die natürlich keine Party möglich wäre und die uns von über 500 Würstchen befreit haben. Vielen Dank an alle die kommen konnten, an uns gedacht haben, uns beglückwünschten, beschenkten und an uns glauben.

Wir werden uns Mühe geben, die Animationswelt auch in den nächsten 10 Jhren mit schönen Filmen zu bereichern.

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