KurzSchluss Wettbewerb

KurzSchluss – Das Magazin” ist eine Sendung im ARTE, das regelmäßig die neuesten Kurzfilme aus aller Welt zeigt: Drehberichte, Interviews, Festivals, Tipps etc.
Dieses Jahr veranstaltet das Filmmagazin einen Wettbewerb für Animationsfilme. Eingeladen waren Studenten europäischer Filmhochschulen, Kunst- oder Designakademien ihre Filme einzureichen. Qualifiziert haben sich 140 animierte Kurzfilme aus 10 Ländern, die man sich alle auf der zugehörigen Website ansehen kann. Es gibt sowohl eine Jurywertung als auch eine Zuschauerwertung, die beide komplett unabhängig voneinander sind. Ihr könnt bis einschließlich 31.05 abstimmen. Anmerken möchte ich noch, dass man hierbei Filme in einer Wertungsskala von 1-10 Punkten bewerten kann. Wenn Euch ein Film überhaupt nicht gefällt und Ihr diesen nicht unterstützen wollt, so braucht Ihr keine Wertung abzugeben, was mit “0 Punkten” gleichzusetzen wäre.

Gleich zwei Kurzfilme der animation-school-hamburg haben sich dazu qualifiziert:

dystopia-daniel-leyva-esteban-fernandez-dieter-schindler-2011 • Zum einem “Dystopia” von Daniel Leyva, Esteban Fernàndez und Dieter Schindler! Ein Film, der mich schon vor einem Monat beeindruckt hat und dies immer noch tut. Zurzeit herrscht ein Kopf an Kopf Rennen um den ersten Platz mit einem anderen Kurzfilm. Seht Euch beide Filme an und beachtet meine Anmerkung weiter oben. Wenn Euch ein Film überhaupt nicht zusagt, so braucht ich diesen nicht einmal zu bewerten.

burnout-animation-school-hamburg-arte • Zum anderen “Burnout“ von Marika Hasse und Bianca Meier! Ebenfalls ein wundervoll-witziger Film. Dieser Film ist momentan auch weiter oben im Publikums-Ranking, verdient aber wesentlich mehr Stimmen.

 

Zudem ist noch ein Film unserer ehemaligen Praktikantin Anna Nuic zu finden. “Freigut“, ein sehr interessanter und zum Nachdenken anregender Film – komplett in Schwarz/Weiß.

Folgende Filme sind ebenfalls sehenswert, werden aber voraussichtlich bis zum Ende des Publikum-Votings nicht mehr genug Stimmen zusammen bekommen, um gewinnen zu können. Vielleicht hat einer dieser Filme beim Jury-Voting noch eine Chance.

• Laufzeit (Florian Tscharf, David Seidewitz): Zwei Männer/Roboter merken, dass ihr Laufen bzw ihre Position voneinander abhängen.
• Me and my monster (Claudia Röthlin): Total unterbewertet, aber nach “Dystopia” meine Nummer 2. Der Titel sagt schon alles aus.
• La Messicole (Hannes Stummvoll): Eine simple Geschichte – ein rothaariges Mädchen verfolgt ein Rotfuchs-artiges Wesen.
• Memento vitae (Olga Bulgakova): Traurig, wie viele Leben haben Katzen?
• Animal Kingdom (Nils Hedinger): Ein Fuchs versucht seinen Instinkten zu folgen und sich weniger wie ein “Mensch” zu verhalten. Sehr Genial!
• Hinterland (Jost Althoff): Ein technisch gesehen wundervoller Hybrid-Film – Stop Motion und Zeichentrick!
• Little Eden (Christen Nino): Ein Mann beschützt seinen Garten vor einem Raben.
• Kurzschluss (Miriam Frank, Georg Utz): Ein Roboter verliebt sich in einen Getränkeautomat.

Was haltet Ihr von diesen Filmen? Welcher gefällt Euch am besten und welche nicht-genannten Filme sollte man noch erwähnen?

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sana-schoenle-trikk17-set-design Erzähl uns ein wenig über dich bzw. über dein Leben? Was hast du früher gemacht und was machst du zurzeit? Was hat dir dabei geholfen, die zu werden, die du bist?

Sana: Ich habe an der Kunsthochschule Kassel Kommunikationsdesign studiert. Von Anfang an war mir klar, dass ich in die Trickfilmklasse möchte. Mit zwei Freundinnen habe ich den ersten Puppentrickfilm realisiert. Damals galt an der Kasseler Kunsthochschule: Lerne von den Älteren! Der Professor war selten da, daher gab es in unserer Klasse einen engen Zusammenhalt und wenig Konkurrenz. Später unter Prof. T. Meyer-Hermann und Prof. A. Hykade hatten wir regelmäßigen Unterricht.
Dennoch war diese erste Zeit sehr spannend. Wir haben uns vieles selbst beigebracht und eigene Lösungen für Probleme gefunden. Unser selbstständiges Arbeiten war bestimmt nicht effektiv, aber dafür sehr kreativ. Die Effektivität kam später hinzu. Ich habe mein Studium immer wieder unterbrochen um an verschiedenen Stopptrick Projekten zu arbeiten und mein Wissen, insbesondere im Bereich Set- und Modellbau, zu erweitern.Vielleicht ist es genau das, was meine Tätigkeit als Setbauer und Trickfilmer auszeichnet. Ich habe gelernt: Es gibt immer einen Weg bzw. eine Lösung. Man muss nur um die Ecke denken können und alles nutzen, was einem zur Verfügung steht.

Für welche Aufgaben warst du beim letzten TRIKK17 Projekt zuständig? Wie hat dir die Arbeit bei TRIKK17 gefallen?

Sana: Ich durfte für TRIKK17 mit der Hilfe von Brigitte Wittenburg und Anna Nuic die Sets für “Rosalie und Trüffel“ bauen. Für den Film wurden eine kleine Titanic (mit Meer und Eisbergen), ein ca 2 Meter langer Ausschnitt der Reling und ein animierbares Heck gebraucht.

Ich habe schon bei vielen Stop Motion Projekten mitgearbeitet und immer fielen Sätze wie:
• “Wir brauchen die Qualität von „Wallace and Gromit“. Es darf aber nur ein Viertel davon kosten.”
• “Dieser Baum ist gut. Wir haben gerade festgestellt, dass wir bis morgen noch weitere fünf davon brauchen.”

Ich hatte mich schon daran gewöhnt. Umso überraschender fand ich, dass bei TRIKK17 von Anfang an klar war, was wir brauchen, wofür und wie es auszusehen hat. Jeder half jedem und am Ende waren alle mit dem Ergebnis zufrieden. Vielleicht lag es an der Kürze des Projekts. Aber ich denke, die Professionalität mit der das TRIKK17-Team arbeitet, liegt vor allem daran, dass sie schon sehr lange in dieser Konstellation zusammen arbeiten. Jeder kennt des anderen Fähigkeiten, jeder schätzt sich realistisch ein und vor allem respektiert jeder die Arbeit des anderen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt bei diesem Projekt und bei TRIKK17 und hoffe stark, dass “Rosalie und Trüffel” in Serie geht.

Aus welchen Gründen bist du in der Trickfilm-Branche tätig geworden? Gab es spezielle Schlüsselereignisse in deinem Leben? Wolltest du das vielleicht schon als Kind immer mal werden?

Sana: Natürlich habe ich, wie jedes Kind, Trickfilme geliebt: Die Disney Filme mit ihren märchenhaften Welten, die Knetmännchen von “Luzie der Schrecken der Strasse”, “Barbapapa” oder auch seltene Entdeckungen wie “Chlorofilla” (eine italienische Kinderserie). Dass Trickfilm nicht nur eine Tür in eine wunderbare Welt ist, sondern auch Kunst sein kann, habe ich entdeckt als ich das erste Mal “Yellow Submarine” von George Dunning gesehen habe. Die schräge Welt der Zeichentrickfiguren, der “blue meanies”, die Kraft der Farben in der Rotoskopie-Sequenz “Lucy in the sky with diamonds” und die wundersame Melancholie der Collagen-Technik in der Sequenz “Eleanor Rigby”. Nachdem ich den Film gesehen habe, gab es für mich keine Wahl mehr. Ich musste es lernen. Ich musste herausfinden, wie ich solche Bilder entstehen lassen kann.

Wer sind deine Lieblings-Künstler der Branche?

Sana: Ich hatte die Ehre Garri Bardin, einen russischen Trickfilmregisseur, bei einer Vortragsreihe an der KH-Kassel kennen zu lernen. Bei den Ausführungen zu seinen Arbeiten war ich besonders von seinem Mut und seiner Leidenschaft beeindruckt mit der er an die Umsetzung seiner Geschichten geht. Ich kann mich an einen Satz noch besonders gut erinnern:

“Bevor ich nicht jeden einzelnen meines Filmstabs von der Geschichte überzeugt habe, beginne ich nicht mit der Arbeit.”

Filmemacher scheitern oft an finanziellen, gesellschaftlichen oder politischen Gegebenheiten. Garri Bardin geht über all diese Hürden mit einer unerschütterlichen Liebe zum Film und vor allem mit viel Humor.

Gibt es etwas, was du gelernt hast, dass du anderen Künstlern bzw. speziell Set-Designern und/oder Interessenten der Branche mit auf dem Weg geben möchtest?

Sana: Es ist nicht immer leicht mit der “Trickfilmerei”. Viele Menschen denken, dass es einfach nur toll ist, so kreativ sein zu dürfen, und dass es immer Spaß machen muss und ‘was für ein Glück wir doch haben’. Und es stimmt! Ich habe sehr viel Glück, es machen zu dürfen. Doch manchmal will mich der Mut verlassen: wenn es mal wieder keinen neuen Auftrag gibt, wenn eine Absage von der Filmförderung kommt oder auch wenn ich sehe, wie schwer sich meine Kollegen tun. Manchmal erwische ich mich, dass ich von einem netten Angestelltenverhältnis träume mit Sicherheit für die Zukunft. Doch dann kommt wieder ein Auftrag oder eine neue Filmidee und alles andere ist vergessen. Wer sich entscheidet diesen Weg einzuschlagen, der muss sich bewusst sein, dass er/sie viel Geduld braucht, viel Mut und jede Menge Optimismus.
Vielleicht ist auch ein Plan B ratsam. Aber ehrlich gesagt, den hab ich auch nicht.


Mehr über Sana Schönle und ihre Arbeit könnt Ihr auf ihrer Website erfahren.

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“Enter the Sandbox” ist ein witziger CGI-Kurzfilm von Kevin R. Adams. Die Geschichte handelt von zwei kleinen Jungen, die sich im Sandkasten an die Gurgel gehen. Schnell entpuppt sich, dass sich hinter dem kindlichen Äußeren in Wahrheit zwei Großmeister des Kung Fu befinden und es beginnt ein epischer Kampf um Leben und Tod. Und das alles wegen einen Spielzeug-Truck!

Kevin Adams ist nicht ganz unbekannt in der Branche. Er hat als Layout Artist bei vielen Disney Produktionen wie “Hercules”, “Fantasia 2000″, “Ein Königreich für ein Lama 1 + 2″ etc. gearbeitet. “Enter the Sandbox” hat er 2009 bei Starz Animation (heute bekannt als Arc Productions) produziert und wirkte auch als Art Director bei dem animierten Kinofilm “9″ (2009) mit.

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Vor einigen Tagen lief im 3sat eine höchst informative Sendung zum 18. Internationalen Trickfilm-Festival 2011 in Stuttgart und speziell auf den dort stattfindenden Wettbewerb „48h Animation Jam“. Die Sendung kann man sich hier komplett ansehen. Die Themen sind wie folgt:

20 Jahre Filmakademie Ludwigsburg
• FMX Trickfilmfestival
• Spieletipp: L.A. Noire
• Gamecast TV
• Der Matrix Fanfilm

Das Ziel beim Wettbewerb „48h Animation Jam“ ist die Produktion eines animierten Kurzfilmes mit dem ITFS-Maskottchen Trixi als Charakter und das alles innerhalb von 48 Stunden. Dies waren die diesjährigen Teilnehmer:

• Team Nr. 1 – Großbritannien (Constantinos Mavromichalis, Dane Winn)
• Team Nr. 2 – Singapur (Yan Yun Chen, Sara Chong)
• Team Nr. 3 – Georgien (Dato Kiknavelidze, Sofiko Kiknavelidze)
• Team Nr. 4 – Ägypten (Achmed Adel, Mohamed Sabry, El Sayed Ali)
• Team Nr. 5 – Polen (Daniel Mikolaj Klos, Arkadiusz Jan Zub)

Alle Filme könnt Ihr Euch in der 3sat Mediatheck ansehen und zwar sind diese in diesem Artikel in der rechten Seitenleiste auffindbar. Herzlichen Glückwunsch an Team Großbritannien, das mit dem Film “Layered” dieses Jahr gewonnen hat. Viel Spass beim Film:

Quelle: 3satAnimationsinstitut

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Dies ist der zweite Teil zu Alexander Lindners Werdegang. Für den ersten Teil, siehe hier!


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2002 kam – neben vielen anderen Animes – die Welle Miyazaki rüber nach Deutschland. Alexander kannte einige Ghiblis bereits vorher… über Freunde, die sich einige Filme importiert hatten. Insbesondere Totoro hat es ihm angetan. Nach langem hin und her hat sich Alexander auch zusammen mit Thilo “Mein Nachbar Totoro” angesehen und meinte zu ihm:

“Diese Art und Weise eine Geschichte zu erzählen ist sehr poetisch. Es fängt an zu Regnen und nichts passiert. Das muss in ‘Lauras Stern’ rein. Diese Art von Poesie”

An “Lauras Stern” (2004) hat Alexander am Skript gearbeitet, war als Art Director beschäftigt und hat auch sonst in vielen Bereichen ausgeholfen. Er hat es sogar geschafft einen Animator vom Studio Ghibli mit ins Boot zu holen. Der Franzose David Encinas war zu dem Zeitpunkt der einzige Westler, der beim Studio Ghibli gearbeitet hat. Er hat als Inbetween und Clean-up Artist bei Animes mitgewirkt wie “Prinzessin Mononoke” (Ghibli), “Meine Nachbarn die Yamadas” (Ghibli), “Jin-Roh” und hat sich mit seiner Kenntnis bereit erklärt an “Lauras Stern” (2004) zu arbeiten. In der Konzeptionsphase konnte David bei vielen Dingen aushelfen: Wie sollen die Schatten aussehen, typische Animations-Charakteristika etc.
Nach dem überaus großen Erfolg von “Lauras Stern” war Alexander weiterhin bei Cartoon-Film beschäftigt und hat an Filmen wie “Der kleine Eisbär 2” (2005) und “Kleiner Dodo” (2008) gearbeitet.

lauras_stern_2_livingdesign_3d Ein weiterer Meilenstein seiner Karriere war “Lauras Stern in China”, das später zu “Lauras Stern und der geheimnisvolle Drache Nian” umbenannt wurde. Er sollte weiterhin Art Direction führen und hat allein am Design des Filmes zwei Jahre lang gearbeitet (besucht seinen Blog für mehr Designs und Concept Art). Der Anspruch war riesen hoch. Zudem wollte man neue Märkte erobern und Alexander war fest davon überzeugt:

“Wenn wir beim chinesischen/asiatischen Markt ankommen wollen, dann müssen wir ganz großen Respekt gegenüber der chinesischen Kultur zeigen.”

Man dürfe nicht in die Falle tappen wie Disney und DreamWorks mit “Mulan” (1998) bzw. “Kung Fu Panda” (2008), indem man ein amerikanisiertes Fantasy-China zeige. Alexander hat noch heute eine 1-TB Festplatte mit zahlreichen Dokumentationen und Fotos, die das Team allein für diesen Film anfertigte. Alles sollte korrekt sein, selbst Schriftzeichen sowie Schriftart an Straßenschildern und anderen Orten. In Deutschland hat es sowas noch nie gegeben. So ein Anspruch an eine fremde Kultur für einen Zeichentrickfilm.

lauras-stern-geheimnisvolle-drache-nian-poster Leider war der zweite Teil für Laura kein großer Publikumserfolg und auch bei vielen Kritikern – nicht bei allen – ist der Film nicht besonders gut angekommen. Dies hatte komplizierte Gründe: In den Wochen der Veröffentlichung wurde zum einem wenig Werbung gemacht; schönes Wetter; die Bundestagswahlen standen an; und zudem wurde auch Pixars CGI-Film “Oben” (2009) veröffentlicht. Der Einsatz von allen Beteiligten am zweiten Teil von “Lauras Stern” war gigantisch. Leider wurde es zu wenig gewürdigt.

2009 endete vorerst sein Arbeitsverhältnis bei Cartoon-Film. Er entschied sich neues Terrain zu betreten und lernte Matte Painting. Mehr dazu kann man hier nachlesen. Heutzutage lebt und arbeitet er in Paris. Er vertritt die Meinung, dass so manche Trickfilm von vorn herein zum Scheitern verurteilt waren. Dazu gehören Filme, die sich stark an Disney orientierten bzw. Filme, die versuchten den klassischen Disney-Stil nachzuahmen. Er findet es sehr schade, dass man in Deutschland es bislang noch nicht geschafft hat unser deutsches Kulturerbe in Trickfilmen für Kinder umzusetzen. Damit meint er nicht Geschichten wie “Emil und die Detektive” oder “Das doppelte Lottchen”, das schon ein Dutzend Mal umgesetzt wurde, sondern eher Geschichten von Personen wie Hermann Hesse, Goethe oder die deutschen Sagen wie “Die Nibelungen”. “Die Japaner sind viel mutiger als wir und wir könnten es auch sein”. Und nicht nur die Japaner, auch die Franzosen schaffen es. “Warum machen die es und nicht wir”, spekuliert Alexander. Wie müssen aufhören Trickfilm als seichte Unterhaltung für Kinder zu sehen. Animation kann auch seriöse und historische Themen behandeln. Themen, die uns berühren oder das menschliche Leiden zeigen! “Wenn wir das machen, dann schallt es wie ein GONG,” erwidert Alexander Lindner.

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alexander-lindner Ich hoffe, Ihr habt noch nicht vergessen, dass bei der diesjährigen Oscar-Verleihung ein deutscher animierter Kurzfilm nominiert war. Vor etwas mehr als zwei Monaten hatte ich darüber berichtet und in dem Zusammenhang ein Interview mit Alexander Lindner geführt, der die Matte Paintings für den Grüffelo angefertigt hatte. Für die Grüffelo-spezifischen Hintergründe lest folgenden Beitrag. Im Rahmen des Gesprächs erzählte Alexander mir viel über seine Person und seinen Werdegang. Manchmal ist es sehr interessant und für einige sicherlich hilfreich zu erfahren, wie andere in die Szene reingerutscht sind und welche Erfahrung sie über die Jahre sammeln konnten. Alexander Lindner gehört zu den besten Beispielen. Daher möchte ich es Euch nicht vorenthalten. Insbesondere weil bisher detaillierte Informationen zu seinem Werdegang in den weiten des Webs nicht zu finden waren.

Alexander Lindner ist 1967 in Koblenz geboren und somit in den 70-ger Jahren in Deutschland aufgewachsen. Sein Mutter stammt aus der Niederlande, sein Vater aus Deutschland. Er ist eher Quereinsteiger in der Animationsbranche. Eigentlich wollte er immer Comic-Zeichner werden, denn seine Kindheit war eher durch Comics wie Lieutenant Blueberry, Tim & Struppi, Gaston und ähnliche geprägt als durch Disney Zeichentrickfilme. In Deutschland war der Comicmarkt zu der Zeit sehr klein. Heutzutage ist der deutsche Comicmarkt zwar auch nicht groß, aber im Vergleich zu den 70-ger Jahren ist dieser merklich gewachsen. Zugang zu Comics konnte Alexander daher nur durch seine niederländische Familie erlangen. Nach seinem Zivildienst entschied er sich mit der Unterstützung seiner Eltern nach Brüssel zu fahren und an der bekannten und renommierten Comic-Akademie “Institut Saint-Luc” zu studieren.

“Ich durfte dann den bizarren und brotlosen Beruf des Comic-Zeichners ergreifen”, lacht Alexander.

1989 ist er in Brüssel ohne jegliche französisch Kenntnisse angekommen und verbrachte die ersten zwei Monate damit die Sprache zu lernen… quasi auf der Straße… Daraufhin ging es knallhart auf französisch mit dem Unterricht los. Drei Jahre studierte er in einem Umfeld, in dem Comics allgegenwärtig waren: in Cafés zeigen sich alle möglichen Gestalten ihre neusten gezeichneten Comics; man lernt zahlreiche Leute dieses Fachgebietes kennen; regelmäßig finden diverse Veranstaltungen und Ausstellungen statt etc.

tobias-totz-cartoon-film-plakat Zu dem Zeitpunkt stand es für ihn fest, er will nie wieder zurück in die Wüste der Comics. Damals (wie heute) hat er viele Filme gesehen und war – trotz seiner großen Liebe: dem Comic – fasziniert vom Medium Film. Ende der 90-ger stattete er einem Freund in Berlin einen Besuch ab und warf naiv einen Blick ins Telefonbuch. Ganz oben unter ‘C’ stand Cartoon-Film. Er rief an und fragte, ob er vorbeikommen könne und seine Mappe zeigen dürfe. Er durfte und wurde sofort eingestellt. Zu dem Zeitpunkt hatte Thilo Rothkirch gerade seinen neusten Kinofilm “Tobias Totz und sein Löwe” (1999) fertig gestellt und fragte Alexander, ob er ein Filmplakat zeichnen könne. Gesagt, getan! Obwohl er den Film noch gar nicht gesehen hatte, entwarf er innerhalb von drei Tage drei Plakate, von denen eines tatsächlich auch für den Film verwendet wurde. Skurril ging es auch weiter. 1999 fing die Produktion an “Der kleine Eisbär” an und Thilo meinte zu Alexander, dass er einen Regisseur in Brüssel habe und ob er nicht dahin fahren könne…

Alexander: “Ja, ich komme gerade aus Brüssel.”
Thilo: “Kannst du ihn überzeugen an “Der kleine Eisbär” Regie zu führen?”, meinte er sinngemäß.

Schon machte sich Alexander auf den Weg zurück nach Brüssel und musste dort feststellen, dass der Regisseur Piet De Rycker sein Studio nur zwei Häuser weiter hatte von dem Café, in dem Alexander zehn Jahre lang seine Abende verbracht hatte. Bei “Der kleine Eisbär” hat er die Layout Leitung übernommen und seither zehn Jahre für Cartoon-Film zahlreiche Aufgaben wie Art Direction, Layout, Skript, Concept Design, Storyboard etc. erfüllt.


Demnächst kommt der zweite Teil zu Alexander Lindners Werdegang.

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Vor knapp zwei Monaten hatte ich schon über Aardmans neuen Stop Motion Film “The Pirates” berichtet, als mehrere Produktionsfotos veröffentlicht wurden. Nach rund sieben jähriger Stop-Motion-Spielfilm-Abstinenz soll im März 2012 der Film “The Pirates! – In An Adventure With Scientists” in die Kinos kommen. Unter den Synchronsprechern finden sich bekannte Namen wie Hugh Grant, David Tennant, Salma Hayek und Imelda Staunton. Die Geschichte basiert auf zwei Comics von Gideon Defoe, der auch für das Drehbuch zuständig war.


Tipp kam von Hanna Habermann (Figurenbauerin).

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“Paraphernalia” ist ein Kurzfilm von der CalArts-Studentin Sabrina Cotugno, die den Film größtenteils im Rahmen eines Auslandssemesters an der Goblins School of the Image produziert hat. Ihr Blog ist einen Besuch wert, denn dort hat sie ihre Arbeit teils protokolliert. Auf optischer Ebene wirkt der Film durch seinen farblichen Blaustich beruhigend und aufgrund der ungewöhnlichen – aber simplen – Darstellung ansatzweise mysteriös und wunderschön. Sabrina erzählt in ihrem dritten Jahr am CalArts eine Geschichte von einer einsamen und ängstlichen Frau, die eines Tages in ihrer Behausung von einem jungen Mann heimgesucht wird. Die Decke bricht zusammen und auf einmal liegt ein Mann im Zimmer. Wird die Frau diese Gelegenheit nutzen, um mehr aus ihrem Leben zu machen?

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Wer am Sonntag in der Frühe noch nicht anderes vor hat, dem sei folgendes Ereignis empfohlen. Der Esel ist das Thema der nächsten Sendung von Löwenzahn. Mit zwei kleinen Trailern trägt TRIKK17 zur Sendung bei. Einen davon, die „Geschichte der Esel” habe ich gestaltet und animiert. Regie hatte Sandra Schießl.

Der Sendetermin: Am 8.5. um 8.35 Uhr in ZDF tivi (Kinderkanal)


Gastbeitrag von Trickfilmer und Buchillustrator Kai Pannen: Website | Blog

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animation-school-hamburg-cover-2011 Vergangenen Donnerstag (28.04 2011) wurden in Hamburg die Abschlussfilme der animation-school-hamburg vorgeführt. Es war ein besonderer Abend für mich mit vielen tollen Filmen, vor allem da ich zum ersten Mal bei einer Veranstaltung wie dieser dabei sein konnte. Die animation-school-hamburg bietet schon seit über einem Jahrzehnt Kurse im Bereich Animation an und feierte dieses Jahr sogar den 200sten Absolventen. Wenn man sich auf der Website die Liste der Lehrenden/Dozenten ansieht, so findet man viele bekannte Namen, die an großartigen Filmen bei renommierten Studios gearbeitet haben. Mir ist es ziemlich unangenehm stellvertretend einen Namen zu nennen. Denn wenn ich nur einen Namen nenne, so müsste ich auch alle anderen erwähnen und der Beitrag würde zu lang werden (sowas nehme ich mir für die Zukunft vor). Auch den Absolventen der animation-school-hamburg stehen alle Wege offen. Einer davon war sogar bei der diesjährigen Oscar-Verleihung nominiert.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass an der animation-school-hamburg noch 3D-Plätze (CGI: Modeling, Rigging, Animation etc.) frei sind. Für die Plätze kann man sich laufend bewerben und die Berufsaussichten sehen nach einer derartigen Ausbildung gut aus. 3D-CGI wird nicht nur in der Filmbranche benötigt, sondern man kann sich genauso bei (Video-)Spieleentwickler bewerben. Mehr Informationen findet Ihr auf der Website der animation-school-hamburg.

Einige Teilnehmer der Kurse arbeiten manchmal auch parallel an mehreren Filmen mit. So auch Daniel Leyva, der aufgrund seines Einsatzes bei mehreren Filmen zum 200. Absolventen gekürt wurde. Rino Pelli (Vimeo, Behance) ist zwar kein diesjähriger Absolvent. Seinen Abschluss erwarb er 2008. Aber seit dem hilft er in der animation-school immer wieder aus – meistens im Bereich Compositing. Ich hatte schon einmal über ihn berichtet im Zusammenhang mit dem Schnitzeljagd-Interview (Teil 1, Teil 2). In den nächsten Tagen und Wochen sollen die meisten der Abschlussfilme online veröffentlicht werden. Vorneweg daher nur ein kleiner Überblick zu den diesjährigen Filmen:

1. Film: „Burnout“ (Marika Hasse, Bianca Meier):
Ein Schneemann hat immer ein kurzes Leben. Manchmal nur wenig Tage, ab und zu mehrere Wochen, selten aber paar Monate! Doch was, wenn das Leben eines Schneemannes von einem Kind mit einem Feuerzeug verkürzt wird. Eine Lektion hat man dem Kind wohl nicht beigebracht. Spiel nicht mit dem Feuer.

2. Film: „Thilo und seine Freunde“ (Julia Brinkmann):
Thilo ist ein Seehund… und bewegt sich kein Stück. Er liegt am Uferrand eines Sees und starrt ins nichts. Seine Freunde versuchen ihn zu animieren… ob sie Erfolg haben, sieht man im Film. Diesen Film zeichnet insbesondere die Erzählweise aus. Auch wenn sich der Hauptcharakter kein Stück bewegt, schafft Julia Brinkmann trotzdem eine Geschichte zu erzählen.

3. Film: „Eine kleine Nachtmusik“ (Trailer für den Comic von Carolin Reich)
Ja… es ist ein Comic. Auf der animation-school hat man viel Freiraum und man wird darauf trainiert selbstständig eigene Projekte zu verwirklichen. Carolin Reich wollte unbedingt einen Comic zeichnen und hat ihr Projekt erfolgreich abgeschlossen. Ihr Comic wird demnächst bei einem Verlag veröffentlicht. Da es ein Trailer – insbesondere ein Trailer zu einem Comic – ist, kann man diesen nicht wirklich mit den anderen Kurzfilmen vergleichen. Auf jeden Fall schafft es der Trailer Interesse zu wecken.

4. Film: „Audrey’s Journey“ (Sarah Slabiak)
Dieser Film ist mir persönlich besonders positiv in Erinnerung geblieben. Nur fällt es mir jetzt schwer den Inhalt in Worte zu fassen. Das Artwork ist wundervoll und vielleicht sagt der Titel schon einiges über den Inhalt aus. Es geht um die Reise von Audrey. junge-beinen-asbest-max-lang


5. Film: „Der Junge mit den Beinen aus Asbest“ (2004; Max Lang, Michael Behrens)
Dies ist kein diesjähriger Abschlussfilm, sondern ein Film von dem diesjährigen Oscar-nominierten Max Lang und auch Michael Behrens. Ohne viele Worte zu verlieren… Es ist ein witziger und kontroverser Film über einen Jungen mit Beinen aus Asbest.

6. Film: „Dystopia“ / „Dystopolis“ (Daniel Leyva, Esteban Fernàndez, Dieter Schindler)
Dies ist – wie „Audrey’s Journey“ – ein Film, den man sich ein zweites Mal ansehen muss, um diesen zu verstehen. Wenn ich meine Eindrücke zusammenfassen darf. Es spielt in einer grauen, passiven, teilnahmslosen Welt. In dieser Welt fliegt eines Tages ein kleines, mysteriöses Wesen umher und verbreitet Leben und Farbe. Ich glaube, einige wichtige Aspekte und Inhalte des Filmes übersehe ich jetzt. Ich muss den Film mindestens ein zweites Mal ansehen. Denn die Atmosphäre im Film war grandios und man konnte so richtig in die Welt eintauchen.


Gerne würde mich auch Eure Meinung zu den Filmen interessieren…

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Am Samstag, 30.04.2011, war die Premiere von gleich vier unserer Filme bzw. Kurzfilme, an denen wir beteiligt waren. Rosalie & Trüffel kann man sich zwar schon seit einigen Wochen online ansehen, dennoch war dies weltweit die Premiere auf der großen Leinwand. Auf jeden Fall war es ein erfolgreicher Abend… viele zufriedene Gäste und vor allem mehr Gäste als erwartet. Wir bedanken uns herzlichst fürs Kommen. Bevor ich weiter erzähle, möchte ich hinweisen, dass dieser Beitrag – wie sonst fast immer – meine persönliche Meinung widerspiegelt. Insbesondere weil (mit Ausnahme von Rosalie & Trüffel) alle Filme noch vor meiner Zeit bei TRIKK17 produziert wurden. In den letzten Monaten fand hauptsächlich der Feinschliff statt.

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Es ist immer ein besonderes Ereignis, den eigenen Film in einem großen Kinosaal vor einem riesigen Publikum vorführen zu können. So auch bei unseren beiden Schweinen Rosalie & Trüffel. Im Gegensatz zu einer digitalen Online-Vermarktung (auf YouTube und ähnlichen Kanälen) sieht man bei einer Live-Vorführung direkt die Reaktion der Zuschauer. In gewisser Weise bringt es einem auch die Bestätigung. Man hat einen guten Film produziert, der viele Menschen begeistern und unterhalten konnte. Im Nachhinein meinte Christian Manzke, der für die wunderschönen Hintergründe im Film zuständig war, dass der Film genau die perfekte Länge hat. Die Produktion von Animationfilmen dauert lange… sehr lange… und wenn man viel Arbeit in nur wenige Sekunden investiert hat, so fällt es insbesondere Trickfilmern schwer den eigenen Film auf das Wesentliche bzw. den Kern zu kürzen… Ich stimme Christian zu, der Rosalie & Trüffel Film hat die perfekte Länge.

Wir blieben unter Schweinen mit Kai Pannens Film „Olga“, über den ich bereits berichtet hatte. „Olga“ basiert auf dem gleichnamigen Bilderbuch, geschrieben von Hilke Mayer und illustriert von Kai Pannen höchstpersönlich. „Olga ist ein Schwein wie du und ich – liebenswert und meist gut gelaunt. Doch manchmal wacht sie mit einem grauen Gefühl im Bauch auf, das einfach nicht verschwinden will.“ Der Kurzfilm hat eine schöne Botschaft und zeigt einem, wie wichtig Freunde in schwierigen Situation sein können. Grundsätzlich lässt die Geschichte viel Interpretationsspielraum zu, sodass sich jeder mit dem Schwein identifizieren könnte. Sie ist halt ein Schwein wie du und ich.

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Als nächstes wurde ein Film vorgeführt, auf den ich mich mit am meisten gefreut habe. „Flimmerndes Inferno“ von Björn Magsig und Sören Wendt. Es handelt von dem Untergang der Titanic, erzählt aus der Perspektive eine Krabbe. Die Idee zu dem Film gibt es sogar schon länger als unser Studio. Ich habe immer großen Respekt vor Leuten, die sich über all die Jahre motivieren können an einem Film – erst Recht an einem Kurzfilm – zu arbeiten. Sören erwähnte im Bezug auf die lange Produktion noch scherzend, dass man jede Sekunde wie einen guten Wein genießen soll. Ich kann es bestätigen, er hat nicht übertrieben. Ich will jetzt nicht zu viel erzählen. Demnächst kommen noch weitere Details hinzu, die ich in einem separaten Beitrag diskutieren will.

Als Abschluss mit einer Laufzeit von 14 Minuten diente der Hauptfilm. „Prinz Ratte“ von Albert Radl:

Prinz Ratte ist ein Märchenfilm mit allem, was dazu gehört: Burg, Prinzessin, Prinz, Drachen, einem heimlichen Verehrer und großer Gefühle, aber auch einem unerwarteten Ende und einer ungewöhnlichen Wahrheit über kleine Helden und große Wünsche.

Die Produktion hat zwar nicht so lange gedauert wie bei „Flimmerndes Inferno“, aber innerhalb von vier Jahre kann schon eine Menge in der Welt passieren. Ein ausführlicherer und separater Beitrag kommt später noch hinzu. Ich kannte den Film vorher nicht und wollte ohne jegliche Kenntnis an diesen heran gehen. Konsequenterweise hatte ich mir weder eine Inhaltsbeschreibung durchgelesen noch den Trailer angesehen. Als Fazit kann ich sagen: Wenn „Prinz Ratte“ schon nicht Oscar verdächtig ist, dann wird dieser mindestens zahlreiche Preise auf Festivals und Verleihungen gewinnen. Ein großartiger Film!

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Teil 2 des Interviews mit den „Schnitzeljagd“-Machern Katrin Schnier, Rino Pelli (Vimeo, Behance) und Sonja Heinrich (Website) (siehe auch Teil 1).


Wie hat euch die Zusammenarbeit mit TRIKK17 gefallen?

Sonja: Es hat die ganze Zeit viel Spaß gemacht. Es herrschte eine sehr lockere und entspannte Atmosphäre. Wir hatten eine sehr intensive Zeit, in der wir unglaublich viel gelernt haben und das in allen Bereichen. So konnten wir in nur drei Monaten einiges über Puppen-, Setbau und Stop-Motion im Allgemeinen lernen. Wir konnten auch bei anderen Projekten beobachten, wie diese langsam wuchsen und professionellen Animatoren bei der Arbeit zusehen.

Rino: Sehr, sehr gut. Wir hatten eine ganze Ecke vom Studio für unser Set während der ganzen Drehzeit zur Verfügung und hatten all den Platz, das Equipment und vor allem die Hilfe und Unterstützung, die wir brauchten. Gefehlt hat es in der ganzen Zeit an nichts und die Atmosphäre war immer so freundlich sowie familiär, dass man sich von Anfang an gleich wohl gefühlt hat.
Die Einarbeitungszeit hat mir auch immensen Spass gemacht. So richtig Unterricht war es ja nicht, mehr ‘Learning by Doing’. Am Besten gefallen hat mir die Zeit, in der uns Martin Molke beigebracht hat, wie man die Puppen baut. Das war großartig! Und der Moment, in dem wir die Lichter angeknipst haben und das erste Mal unser beleuchtetes Set durch die Kamera sehen konnten. Das war der Augenblick, wo bei mir alle Sorgen um die optische Wirkung verflogen. Es ist unglaublich, wie viel das richtige Licht ausmachen kann.

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Katrin: Die Zusammenarbeit mit TRIKK17 war grandios. Alle haben uns, wo sie nur konnten, mit Rat und Tat zur Seite gestanden und dank Martin haben wir auch geniale Puppen erschaffen, die eine Menge ausgehalten haben und sehr flexibel in der Handhabung waren.


Habt Ihr – als Absolventen der Animation-School-Hamburg – Ratschläge oder Tipps für eure Nachfolger oder andere Studenten ähnlichem Fachgebietes.

Katrin: Als Rat kann ich allen nur mitgeben, dass wenn man einmal die Möglichkeit haben sollte einen Film im Bereich Puppentrick zu machen – und auch noch bei TRIKK17 -, dass man diese Gelegenheit so gut es geht wahrnehmen sollte. Niemand kann einen Film ganz allein auf die Beine stellen. Man sollte Hilfe von anderen annehmen und akzeptieren, da man selbst nicht alle Bereiche einer Produktion abdecken kann.

Rino: Für Stop-Motion sollte man mit Straight-Ahead-Animation gut klarkommen, weil Pose-to-Pose da einfach nicht möglich ist. Das ist also definitiv von Vorteil. Ansonsten lassen sich die ganzen Techniken, die man bei 2D- und 3D-Animation lernt auch bei Stop-Motion hervorragend einsetzen – Stretch & Squash, Overlaps, Overshoot etc.
Wer weiß, wie man ein Bild licht-technisch interessant in Szene setzt, wird das auch gut anwenden können. Im Vergleich zur Animation am Computer oder auf Papier hat mich bei Stop-Motion immer das Haptische fasziniert, dass man mit echtem Licht arbeitet und tatsächlich etwas ‘Richtiges’ in den Händen hält. Von dieser Erfahrung werden dann im Gegenzug auch Zeichnungen und 3D-Renderings profitieren.

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Sonja: Ich würde das Stop-Motion-Projekt bei TRIKK17 jedem Absolventen der Animaton-School-Hamburg weiterempfehlen. Wir waren froh, dass wir auf Sandra Schießl gehört haben und unsere viel zu umfangreichen Ideen verworfen haben. Aber wenn man eine gute kurze Idee hat, ist es durchaus möglich mit ein wenig Arbeit in drei Monaten einen schönen Kurzfilm entstehen zu lassen.

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