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Vor knapp zwei Monaten hatte ich schon über Aardmans neuen Stop Motion Film “The Pirates” berichtet, als mehrere Produktionsfotos veröffentlicht wurden. Nach rund sieben jähriger Stop-Motion-Spielfilm-Abstinenz soll im März 2012 der Film “The Pirates! – In An Adventure With Scientists” in die Kinos kommen. Unter den Synchronsprechern finden sich bekannte Namen wie Hugh Grant, David Tennant, Salma Hayek und Imelda Staunton. Die Geschichte basiert auf zwei Comics von Gideon Defoe, der auch für das Drehbuch zuständig war.


Tipp kam von Hanna Habermann (Figurenbauerin).

“Paraphernalia” ist ein Kurzfilm von der CalArts-Studentin Sabrina Cotugno, die den Film größtenteils im Rahmen eines Auslandssemesters an der Goblins School of the Image produziert hat. Ihr Blog ist einen Besuch wert, denn dort hat sie ihre Arbeit teils protokolliert. Auf optischer Ebene wirkt der Film durch seinen farblichen Blaustich beruhigend und aufgrund der ungewöhnlichen – aber simplen – Darstellung ansatzweise mysteriös und wunderschön. Sabrina erzählt in ihrem dritten Jahr am CalArts eine Geschichte von einer einsamen und ängstlichen Frau, die eines Tages in ihrer Behausung von einem jungen Mann heimgesucht wird. Die Decke bricht zusammen und auf einmal liegt ein Mann im Zimmer. Wird die Frau diese Gelegenheit nutzen, um mehr aus ihrem Leben zu machen?

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Wer am Sonntag in der Frühe noch nicht anderes vor hat, dem sei folgendes Ereignis empfohlen. Der Esel ist das Thema der nächsten Sendung von Löwenzahn. Mit zwei kleinen Trailern trägt TRIKK17 zur Sendung bei. Einen davon, die „Geschichte der Esel” habe ich gestaltet und animiert. Regie hatte Sandra Schießl.

Der Sendetermin: Am 8.5. um 8.35 Uhr in ZDF tivi (Kinderkanal)


Gastbeitrag von Trickfilmer und Buchillustrator Kai Pannen: Website | Blog

animation-school-hamburg-cover-2011 Vergangenen Donnerstag (28.04 2011) wurden in Hamburg die Abschlussfilme der animation-school-hamburg vorgeführt. Es war ein besonderer Abend für mich mit vielen tollen Filmen, vor allem da ich zum ersten Mal bei einer Veranstaltung wie dieser dabei sein konnte. Die animation-school-hamburg bietet schon seit über einem Jahrzehnt Kurse im Bereich Animation an und feierte dieses Jahr sogar den 200sten Absolventen. Wenn man sich auf der Website die Liste der Lehrenden/Dozenten ansieht, so findet man viele bekannte Namen, die an großartigen Filmen bei renommierten Studios gearbeitet haben. Mir ist es ziemlich unangenehm stellvertretend einen Namen zu nennen. Denn wenn ich nur einen Namen nenne, so müsste ich auch alle anderen erwähnen und der Beitrag würde zu lang werden (sowas nehme ich mir für die Zukunft vor). Auch den Absolventen der animation-school-hamburg stehen alle Wege offen. Einer davon war sogar bei der diesjährigen Oscar-Verleihung nominiert.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass an der animation-school-hamburg noch 3D-Plätze (CGI: Modeling, Rigging, Animation etc.) frei sind. Für die Plätze kann man sich laufend bewerben und die Berufsaussichten sehen nach einer derartigen Ausbildung gut aus. 3D-CGI wird nicht nur in der Filmbranche benötigt, sondern man kann sich genauso bei (Video-)Spieleentwickler bewerben. Mehr Informationen findet Ihr auf der Website der animation-school-hamburg.

Einige Teilnehmer der Kurse arbeiten manchmal auch parallel an mehreren Filmen mit. So auch Daniel Leyva, der aufgrund seines Einsatzes bei mehreren Filmen zum 200. Absolventen gekürt wurde. Rino Pelli (Vimeo, Behance) ist zwar kein diesjähriger Absolvent. Seinen Abschluss erwarb er 2008. Aber seit dem hilft er in der animation-school immer wieder aus – meistens im Bereich Compositing. Ich hatte schon einmal über ihn berichtet im Zusammenhang mit dem Schnitzeljagd-Interview (Teil 1, Teil 2). In den nächsten Tagen und Wochen sollen die meisten der Abschlussfilme online veröffentlicht werden. Vorneweg daher nur ein kleiner Überblick zu den diesjährigen Filmen:

1. Film: „Burnout“ (Marika Hasse, Bianca Meier):
Ein Schneemann hat immer ein kurzes Leben. Manchmal nur wenig Tage, ab und zu mehrere Wochen, selten aber paar Monate! Doch was, wenn das Leben eines Schneemannes von einem Kind mit einem Feuerzeug verkürzt wird. Eine Lektion hat man dem Kind wohl nicht beigebracht. Spiel nicht mit dem Feuer.

2. Film: „Thilo und seine Freunde“ (Julia Brinkmann):
Thilo ist ein Seehund… und bewegt sich kein Stück. Er liegt am Uferrand eines Sees und starrt ins nichts. Seine Freunde versuchen ihn zu animieren… ob sie Erfolg haben, sieht man im Film. Diesen Film zeichnet insbesondere die Erzählweise aus. Auch wenn sich der Hauptcharakter kein Stück bewegt, schafft Julia Brinkmann trotzdem eine Geschichte zu erzählen.

3. Film: „Eine kleine Nachtmusik“ (Trailer für den Comic von Carolin Reich)
Ja… es ist ein Comic. Auf der animation-school hat man viel Freiraum und man wird darauf trainiert selbstständig eigene Projekte zu verwirklichen. Carolin Reich wollte unbedingt einen Comic zeichnen und hat ihr Projekt erfolgreich abgeschlossen. Ihr Comic wird demnächst bei einem Verlag veröffentlicht. Da es ein Trailer – insbesondere ein Trailer zu einem Comic – ist, kann man diesen nicht wirklich mit den anderen Kurzfilmen vergleichen. Auf jeden Fall schafft es der Trailer Interesse zu wecken.

4. Film: „Audrey’s Journey“ (Sarah Slabiak)
Dieser Film ist mir persönlich besonders positiv in Erinnerung geblieben. Nur fällt es mir jetzt schwer den Inhalt in Worte zu fassen. Das Artwork ist wundervoll und vielleicht sagt der Titel schon einiges über den Inhalt aus. Es geht um die Reise von Audrey. junge-beinen-asbest-max-lang


5. Film: „Der Junge mit den Beinen aus Asbest“ (2004; Max Lang, Michael Behrens)
Dies ist kein diesjähriger Abschlussfilm, sondern ein Film von dem diesjährigen Oscar-nominierten Max Lang und auch Michael Behrens. Ohne viele Worte zu verlieren… Es ist ein witziger und kontroverser Film über einen Jungen mit Beinen aus Asbest.

6. Film: „Dystopia“ / „Dystopolis“ (Daniel Leyva, Esteban Fernàndez, Dieter Schindler)
Dies ist – wie „Audrey’s Journey“ – ein Film, den man sich ein zweites Mal ansehen muss, um diesen zu verstehen. Wenn ich meine Eindrücke zusammenfassen darf. Es spielt in einer grauen, passiven, teilnahmslosen Welt. In dieser Welt fliegt eines Tages ein kleines, mysteriöses Wesen umher und verbreitet Leben und Farbe. Ich glaube, einige wichtige Aspekte und Inhalte des Filmes übersehe ich jetzt. Ich muss den Film mindestens ein zweites Mal ansehen. Denn die Atmosphäre im Film war grandios und man konnte so richtig in die Welt eintauchen.


Gerne würde mich auch Eure Meinung zu den Filmen interessieren…

Am Samstag, 30.04.2011, war die Premiere von gleich vier unserer Filme bzw. Kurzfilme, an denen wir beteiligt waren. Rosalie & Trüffel kann man sich zwar schon seit einigen Wochen online ansehen, dennoch war dies weltweit die Premiere auf der großen Leinwand. Auf jeden Fall war es ein erfolgreicher Abend… viele zufriedene Gäste und vor allem mehr Gäste als erwartet. Wir bedanken uns herzlichst fürs Kommen. Bevor ich weiter erzähle, möchte ich hinweisen, dass dieser Beitrag – wie sonst fast immer – meine persönliche Meinung widerspiegelt. Insbesondere weil (mit Ausnahme von Rosalie & Trüffel) alle Filme noch vor meiner Zeit bei TRIKK17 produziert wurden. In den letzten Monaten fand hauptsächlich der Feinschliff statt.

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Es ist immer ein besonderes Ereignis, den eigenen Film in einem großen Kinosaal vor einem riesigen Publikum vorführen zu können. So auch bei unseren beiden Schweinen Rosalie & Trüffel. Im Gegensatz zu einer digitalen Online-Vermarktung (auf YouTube und ähnlichen Kanälen) sieht man bei einer Live-Vorführung direkt die Reaktion der Zuschauer. In gewisser Weise bringt es einem auch die Bestätigung. Man hat einen guten Film produziert, der viele Menschen begeistern und unterhalten konnte. Im Nachhinein meinte Christian Manzke, der für die wunderschönen Hintergründe im Film zuständig war, dass der Film genau die perfekte Länge hat. Die Produktion von Animationfilmen dauert lange… sehr lange… und wenn man viel Arbeit in nur wenige Sekunden investiert hat, so fällt es insbesondere Trickfilmern schwer den eigenen Film auf das Wesentliche bzw. den Kern zu kürzen… Ich stimme Christian zu, der Rosalie & Trüffel Film hat die perfekte Länge.

Wir blieben unter Schweinen mit Kai Pannens Film „Olga“, über den ich bereits berichtet hatte. „Olga“ basiert auf dem gleichnamigen Bilderbuch, geschrieben von Hilke Mayer und illustriert von Kai Pannen höchstpersönlich. „Olga ist ein Schwein wie du und ich – liebenswert und meist gut gelaunt. Doch manchmal wacht sie mit einem grauen Gefühl im Bauch auf, das einfach nicht verschwinden will.“ Der Kurzfilm hat eine schöne Botschaft und zeigt einem, wie wichtig Freunde in schwierigen Situation sein können. Grundsätzlich lässt die Geschichte viel Interpretationsspielraum zu, sodass sich jeder mit dem Schwein identifizieren könnte. Sie ist halt ein Schwein wie du und ich.

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Als nächstes wurde ein Film vorgeführt, auf den ich mich mit am meisten gefreut habe. „Flimmerndes Inferno“ von Björn Magsig und Sören Wendt. Es handelt von dem Untergang der Titanic, erzählt aus der Perspektive eine Krabbe. Die Idee zu dem Film gibt es sogar schon länger als unser Studio. Ich habe immer großen Respekt vor Leuten, die sich über all die Jahre motivieren können an einem Film – erst Recht an einem Kurzfilm – zu arbeiten. Sören erwähnte im Bezug auf die lange Produktion noch scherzend, dass man jede Sekunde wie einen guten Wein genießen soll. Ich kann es bestätigen, er hat nicht übertrieben. Ich will jetzt nicht zu viel erzählen. Demnächst kommen noch weitere Details hinzu, die ich in einem separaten Beitrag diskutieren will.

Als Abschluss mit einer Laufzeit von 14 Minuten diente der Hauptfilm. „Prinz Ratte“ von Albert Radl:

Prinz Ratte ist ein Märchenfilm mit allem, was dazu gehört: Burg, Prinzessin, Prinz, Drachen, einem heimlichen Verehrer und großer Gefühle, aber auch einem unerwarteten Ende und einer ungewöhnlichen Wahrheit über kleine Helden und große Wünsche.

Die Produktion hat zwar nicht so lange gedauert wie bei „Flimmerndes Inferno“, aber innerhalb von vier Jahre kann schon eine Menge in der Welt passieren. Ein ausführlicherer und separater Beitrag kommt später noch hinzu. Ich kannte den Film vorher nicht und wollte ohne jegliche Kenntnis an diesen heran gehen. Konsequenterweise hatte ich mir weder eine Inhaltsbeschreibung durchgelesen noch den Trailer angesehen. Als Fazit kann ich sagen: Wenn „Prinz Ratte“ schon nicht Oscar verdächtig ist, dann wird dieser mindestens zahlreiche Preise auf Festivals und Verleihungen gewinnen. Ein großartiger Film!

Teil 2 des Interviews mit den „Schnitzeljagd“-Machern Katrin Schnier, Rino Pelli (Vimeo, Behance) und Sonja Heinrich (Website) (siehe auch Teil 1).


Wie hat euch die Zusammenarbeit mit TRIKK17 gefallen?

Sonja: Es hat die ganze Zeit viel Spaß gemacht. Es herrschte eine sehr lockere und entspannte Atmosphäre. Wir hatten eine sehr intensive Zeit, in der wir unglaublich viel gelernt haben und das in allen Bereichen. So konnten wir in nur drei Monaten einiges über Puppen-, Setbau und Stop-Motion im Allgemeinen lernen. Wir konnten auch bei anderen Projekten beobachten, wie diese langsam wuchsen und professionellen Animatoren bei der Arbeit zusehen.

Rino: Sehr, sehr gut. Wir hatten eine ganze Ecke vom Studio für unser Set während der ganzen Drehzeit zur Verfügung und hatten all den Platz, das Equipment und vor allem die Hilfe und Unterstützung, die wir brauchten. Gefehlt hat es in der ganzen Zeit an nichts und die Atmosphäre war immer so freundlich sowie familiär, dass man sich von Anfang an gleich wohl gefühlt hat.
Die Einarbeitungszeit hat mir auch immensen Spass gemacht. So richtig Unterricht war es ja nicht, mehr ‘Learning by Doing’. Am Besten gefallen hat mir die Zeit, in der uns Martin Molke beigebracht hat, wie man die Puppen baut. Das war großartig! Und der Moment, in dem wir die Lichter angeknipst haben und das erste Mal unser beleuchtetes Set durch die Kamera sehen konnten. Das war der Augenblick, wo bei mir alle Sorgen um die optische Wirkung verflogen. Es ist unglaublich, wie viel das richtige Licht ausmachen kann.

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Katrin: Die Zusammenarbeit mit TRIKK17 war grandios. Alle haben uns, wo sie nur konnten, mit Rat und Tat zur Seite gestanden und dank Martin haben wir auch geniale Puppen erschaffen, die eine Menge ausgehalten haben und sehr flexibel in der Handhabung waren.


Habt Ihr – als Absolventen der Animation-School-Hamburg – Ratschläge oder Tipps für eure Nachfolger oder andere Studenten ähnlichem Fachgebietes.

Katrin: Als Rat kann ich allen nur mitgeben, dass wenn man einmal die Möglichkeit haben sollte einen Film im Bereich Puppentrick zu machen – und auch noch bei TRIKK17 -, dass man diese Gelegenheit so gut es geht wahrnehmen sollte. Niemand kann einen Film ganz allein auf die Beine stellen. Man sollte Hilfe von anderen annehmen und akzeptieren, da man selbst nicht alle Bereiche einer Produktion abdecken kann.

Rino: Für Stop-Motion sollte man mit Straight-Ahead-Animation gut klarkommen, weil Pose-to-Pose da einfach nicht möglich ist. Das ist also definitiv von Vorteil. Ansonsten lassen sich die ganzen Techniken, die man bei 2D- und 3D-Animation lernt auch bei Stop-Motion hervorragend einsetzen – Stretch & Squash, Overlaps, Overshoot etc.
Wer weiß, wie man ein Bild licht-technisch interessant in Szene setzt, wird das auch gut anwenden können. Im Vergleich zur Animation am Computer oder auf Papier hat mich bei Stop-Motion immer das Haptische fasziniert, dass man mit echtem Licht arbeitet und tatsächlich etwas ‘Richtiges’ in den Händen hält. Von dieser Erfahrung werden dann im Gegenzug auch Zeichnungen und 3D-Renderings profitieren.

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Sonja: Ich würde das Stop-Motion-Projekt bei TRIKK17 jedem Absolventen der Animaton-School-Hamburg weiterempfehlen. Wir waren froh, dass wir auf Sandra Schießl gehört haben und unsere viel zu umfangreichen Ideen verworfen haben. Aber wenn man eine gute kurze Idee hat, ist es durchaus möglich mit ein wenig Arbeit in drei Monaten einen schönen Kurzfilm entstehen zu lassen.

Basierend auf dem Buch von Dorothy Palanza und Ute Krause gibt dieser Osterfilm für die „Sendung mit der Maus“ eine ganz besondere Antwort auf die Frage: Woher kommen die Ostereier?

Alle Hühner in der Hühnerschule legen schöne weiße Eier. Nur Helmas sind bunt – rot, blau und gelb. Mit diesen Eiern kommt sie nicht in die nächste Klasse! Im Schuppen entdeckt sie einen Farbtopf mit weißer Farbe und malt ein knallrotes Ei weiß an, um es der Lehrerin zeigen zu können. Damit niemand von ihren anderen Eiern erfährt, verkleidet sie sich in der Nacht vor Ostern als Hase und versteckt die Eier im Hof. Und am nächsten Morgen – da suchen alle Tiere begeistert Ostereier!

Am Ostersonntag, 24.04.2011 wird der Beitrag „Helma legt los“ in der „Sendung mit der Maus“ ausgestrahlt. In der ARD wird die Maus um 9:35 Uhr gesendet, im Kinderkanal um 11:30 Uhr. Einen kurzen Clip könnte Ihr übrigens hier sehen.

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Zum fünften Mal holt Werner mit seinem kommenden Abenteuer aus. Diesmal bekommen wir Einblicke in seine Kindheit und Jugend. Werner und Holgi rivalisieren seit Kindesbeinen miteinander und dennoch gewinnt immer Holgi – selbst beim legendären Kinderwagen-Rennduell. Doch irgendwann kommt der Augenblick der Revanche. Die vorherigen vier Kinofilme haben annähernd 14 Millionen Zuschauer vor die Leinwände gezogen und beim fünften Teil scheint ebenfalls der Erfolg abonniert zu sein. Für das Drehbuch war – wie nicht anders erwartet – Rötger ‘Brösel’ Feldmann verantwortlich. Regie führte diesmal Gernot Roll, der seit Jahrzehnten Erfahrung als Kameramann hat und auch von Zeit zu Zeit als Regisseur gearbeitet hat (Ballermann 6, Die Superbullen).

Doch der Erfolg ist manchmal mehr Schein als Sein. Das Produktionsbudget für Animationsfilme in Deutschland wird immer knapper und die Ansprüche der Auftraggeber immer höher. Daher lässt sich die Produktion nur schwer auf dem kleinen deutschen Markt refinanzieren. Dies erklärte der Geschäftsführer der Trickompany Michael Schaack Anfang Dezember 2010 im Bezug auf die Insolvenz seines Studios. Der letzte Werner-Film sollte aber noch zu Ende produziert werden. Selbst Trickfilmproduzent Gerhard Hahn (Benjamin Blümchen, Asterix in Amerika, Die Abrafaxe – Unter schwarzer Flagge) sieht der Zukunft des deutschen Animationsmarktes skeptisch entgegen. Demnächst will er zwar noch einige weitere Stoffe entwickeln, aber ein Studio will er nicht mehr führen. Wir wünschen beiden viel Erfolg.

Quelle: Offizielle Website, mediabiz, Digital Fernsehen, Welt Online

Vor einigen Tage habe ich den Kurzfilm „Schnitzeljagd“ präsentiert, der in unserem Studio produziert wurde. Heute könnt Ihr hier wertvolle Hintergrundinformationen und Tipps direkt aus erster Hand ergattern. Die Macher Katrin Schnier, Rino Pelli (Vimeo, Behance) und Sonja Heinrich (Website) standen mir für ein kleines Interview zur Verfügung.


Wie seid Ihr auf die Idee zu diesem Kurzfilm gekommen?

Rino: Erst wollten wir eine Art unkonventionellen Märchenfilm mit Twist machen. Dafür hätten wir dann allerdings eine ganze Reihe an Sets und Figuren gebraucht. Sandra hat sich dann an den Kopf gefasst: „’nen Drachen wollen die da auch noch drin haben!“. Das wäre in der kurzen Zeit einfach nicht umzusetzen gewesen. Also haben wir das verworfen und uns vorgenommen, etwas simpleres zu machen.

Katrin: Ich hatte am Abend zuvor mit einer Freundin telefoniert und ihr davon erzählt. Die Idee der Pointe kam von ihr. Als wir dann alle zusammen saßen, hat uns diese Geschichte am besten gefallen.

Rino: Viele der ersten visuellen Ideen sind dann auch tatsächlich im Film gelandet. Als wir dann mit den Storyboards angefangen haben war schon klar, dass der Film am Anfang eher düster und unheilvoll daherkommen sollte, um das mit der Pointe dann ganz rumzureißen.


Mit welchen Problemen hattet Ihr bei der Produktion zu kämpfen?

Rino: Ein großes Problem war, dass sich Dinge im Bild bewegten, die sich gar nicht bewegen sollten! Wir hatten in unserem Wald-Set haufenweise kleine Schaumstoffstückchen, Kunststoffblätter und Ähnliches auf dem Boden verteilt, um einen glaubwürdigen Waldboden zu bekommen. Beim Animieren der Figuren kommt man da halt immer mal wieder gegen, egal wie vorsichtig man ist. In der fertigen Animation sieht es dann aus als würde ein Wirbelwind durch die Szene fegen. Wir hatten schon die ganzen Schnipsel vorbeugend einzeln auf dem Set festgeklebt, aber einige Stellen mussten wir dann trotzdem in der Postproduktion wegmaskieren.

Sonja: Es war ein sehr straffer Zeitplan mit drei Monaten für die komplette Produktion. Wir hatten nachdem wir einen Monat mit der Ideenfindung verbracht haben, nur noch einen Monat Zeit um alle Figuren und Kulissen anzufertigen. Danach noch einen knappen und stressigen Monat um alles zu Drehen und für die Postproduktion. Zu kämpfen hatten wir unter anderem mit Sören, der uns an einem Tag gegen unser Set stieß. Mitten im Dreh rutschte das Blätterdach nach unten und die Bäume wackelten – wir mussten mit einer sehr aufwändigen Szene noch einmal beginnen.

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Rino: Und ursprünglich hatten wir zum Schluss das Reh auch noch lachend rauslaufen lassen. Bruno Bachem hat das Lachen vom Wolf aber so genial getroffen, dass alles, was wir danach für das Reh haben sprechen lassen, dagegen überhaupt nicht wirkte. Statt den Schlussgag noch zu verstärken, hat es ihn nur unterboten.
Am besten wirke es, als wir die letzten paar Sekunden einfach mal testweise abgezwackt hatten und so blieb es dann. Auch wenn das bedeutete, dass eine schwierige und auch recht gelungene Animation der Schere zum Opfer fiel.

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Wir hatten schon vor ein paar Wochen davon berichtet. Endlich ist es soweit. Der knapp 15 min. Kurzfilm „Prinz Ratte“, den wir in Koproduktion mit Albert Radl realisiert haben, ist fertig und feiert am Samstag, 30.04.2011 um 15 Uhr Premiere. Und zwar im Magazin Kino in Hamburg. Der Regisseur und Produzent Albert Radl, sowie ein Teil des Teams und TRIKK17 werden anwesend sein. Drei weitere Filme runden den Nachmittag ab und werden auch zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Diese sind zum einem „Olga“, ein 6 min. Kurzfilm, den wir mit dem Filmemacher Kai Pannen produziert haben. Dann werden wir unseren ersten „Rosalie & Trüffel“-Film vorführen. Das Langzeitprojekt „Flimmerndes Inferno“ von Sören Wendt und mir ist derzeit noch in der Vertonung, wird es aber auch rechtzeitig zur Premiere schaffen.

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Im Rahmen eines Moduls der Animation-School-Hamburg in Kooperation mit TRIKK17 haben letztes Jahr Katrin Schnier, Rino Pelli und Sonja Heinrich an einem Filmprojekt in unserem Studio unter unserer Leitung gearbeitet. Das Ergebnis ist ein grandioser Stop Motion Kurzfilm über ein Reh, das von einem Wolf verfolgt wird. Musik und Sound stammt von Christian Seim.

Die Tage erwartet Euch in unserem Blog ein informatives Interview mit den Machern.

Kevin Deters und Stevie Wermers haben schon zurvor an dem überaus beliebten TV-Special „Elfen helfen – Bahn frei für Santa Claus“ (Prep & Landing, 2009) zusammengearbeitet und sich diesmal wieder zusammen getan für den Vorfilm zum neuen ‘Winnie Puuh’-Abenteuer: Die Ballade von Nessie (The Ballad of Nessie, 2011). Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit an einer Pressevorführung für den neuen Winnie Puuh Film teilzunehmen (siehe Filmkritik) und dabei ebenfalls den neuen Kurzfilm zu sehen. Als die Lichter ausgingen und die ersten Bilder auf der Filmleinwand zu sehen waren, dachte ich zuerst… Ich sei im falschen Film – ich wusste, dass ich es nicht war -, aber ich hatte mit der Vorführung des Winnie Puuh Filmes gerechnet und dann kam (vorerst) etwas anderes. Mir war bekannt, dass Disney an diesem Kurzfilm arbeite(te), da ich zuvor schon einiges darüber gelesen hatte. Aber ich habe nicht gerechnet neben dem Winnie Puuh Film auch die Gelegenheit zu haben „Die Ballade von Nessie“ zu sehen. Leider – wie es so üblich bei Kurzfilmen ist – war der Film schon zu Ende noch bevor sich meine Ünberraschung und Freude gelegt hat.

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Der Film ist quasi eine Interpretation, wie es zu der Legende von dem Ungeheuer von Loch Ness kam… allerdings sehr kindgerecht erzählt. Auf sprachlicher Ebene ist „Die Ballade von Nessie“ sehr poetisch erzählt. Man versucht mittels von Reimen und verdichteter Sprache die Geschichte zu erzählen. Größtenteils verwendet man einfache und gebräuchliche Wörter, sodass auch Kinder dem Text folgen könnten. Mir persönlich fällt es meist aber dennoch ein wenig schwer poetischen Texten zu folgen – dies ist unter anderem auch ein Grund, warum ich trotz einer technisch guten Umsetzung meistens nicht viel mit Musikvideos anfangen kann. Aber der „Ballade von Nessie“ kann man sogar allein durch die Bildsprache folgen. Es ist keine innovative Geschichte – Was ist schon innovativ / neu? Aber es ist eine schöne Geschichte mit einer grandioser Animation, prächtigen Hintergründen und sympathischen Charakteren. Nessie und ihr bester Freund Quietscheentchen MacQuack werden aus ihrem Zuhause vertrieben, denn der Grundbesitzer MacFroogle plant ein Minigolf-Gelände zu bauen.

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