Teil 2 des Interviews mit den „Schnitzeljagd“-Machern Katrin Schnier, Rino Pelli (Vimeo, Behance) und Sonja Heinrich (Website) (siehe auch Teil 1).


Wie hat euch die Zusammenarbeit mit TRIKK17 gefallen?

Sonja: Es hat die ganze Zeit viel Spaß gemacht. Es herrschte eine sehr lockere und entspannte Atmosphäre. Wir hatten eine sehr intensive Zeit, in der wir unglaublich viel gelernt haben und das in allen Bereichen. So konnten wir in nur drei Monaten einiges über Puppen-, Setbau und Stop-Motion im Allgemeinen lernen. Wir konnten auch bei anderen Projekten beobachten, wie diese langsam wuchsen und professionellen Animatoren bei der Arbeit zusehen.

Rino: Sehr, sehr gut. Wir hatten eine ganze Ecke vom Studio für unser Set während der ganzen Drehzeit zur Verfügung und hatten all den Platz, das Equipment und vor allem die Hilfe und Unterstützung, die wir brauchten. Gefehlt hat es in der ganzen Zeit an nichts und die Atmosphäre war immer so freundlich sowie familiär, dass man sich von Anfang an gleich wohl gefühlt hat.
Die Einarbeitungszeit hat mir auch immensen Spass gemacht. So richtig Unterricht war es ja nicht, mehr ‘Learning by Doing’. Am Besten gefallen hat mir die Zeit, in der uns Martin Molke beigebracht hat, wie man die Puppen baut. Das war großartig! Und der Moment, in dem wir die Lichter angeknipst haben und das erste Mal unser beleuchtetes Set durch die Kamera sehen konnten. Das war der Augenblick, wo bei mir alle Sorgen um die optische Wirkung verflogen. Es ist unglaublich, wie viel das richtige Licht ausmachen kann.

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Katrin: Die Zusammenarbeit mit TRIKK17 war grandios. Alle haben uns, wo sie nur konnten, mit Rat und Tat zur Seite gestanden und dank Martin haben wir auch geniale Puppen erschaffen, die eine Menge ausgehalten haben und sehr flexibel in der Handhabung waren.


Habt Ihr – als Absolventen der Animation-School-Hamburg – Ratschläge oder Tipps für eure Nachfolger oder andere Studenten ähnlichem Fachgebietes.

Katrin: Als Rat kann ich allen nur mitgeben, dass wenn man einmal die Möglichkeit haben sollte einen Film im Bereich Puppentrick zu machen – und auch noch bei TRIKK17 -, dass man diese Gelegenheit so gut es geht wahrnehmen sollte. Niemand kann einen Film ganz allein auf die Beine stellen. Man sollte Hilfe von anderen annehmen und akzeptieren, da man selbst nicht alle Bereiche einer Produktion abdecken kann.

Rino: Für Stop-Motion sollte man mit Straight-Ahead-Animation gut klarkommen, weil Pose-to-Pose da einfach nicht möglich ist. Das ist also definitiv von Vorteil. Ansonsten lassen sich die ganzen Techniken, die man bei 2D- und 3D-Animation lernt auch bei Stop-Motion hervorragend einsetzen – Stretch & Squash, Overlaps, Overshoot etc.
Wer weiß, wie man ein Bild licht-technisch interessant in Szene setzt, wird das auch gut anwenden können. Im Vergleich zur Animation am Computer oder auf Papier hat mich bei Stop-Motion immer das Haptische fasziniert, dass man mit echtem Licht arbeitet und tatsächlich etwas ‘Richtiges’ in den Händen hält. Von dieser Erfahrung werden dann im Gegenzug auch Zeichnungen und 3D-Renderings profitieren.

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Sonja: Ich würde das Stop-Motion-Projekt bei TRIKK17 jedem Absolventen der Animaton-School-Hamburg weiterempfehlen. Wir waren froh, dass wir auf Sandra Schießl gehört haben und unsere viel zu umfangreichen Ideen verworfen haben. Aber wenn man eine gute kurze Idee hat, ist es durchaus möglich mit ein wenig Arbeit in drei Monaten einen schönen Kurzfilm entstehen zu lassen.

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Basierend auf dem Buch von Dorothy Palanza und Ute Krause gibt dieser Osterfilm für die „Sendung mit der Maus“ eine ganz besondere Antwort auf die Frage: Woher kommen die Ostereier?

Alle Hühner in der Hühnerschule legen schöne weiße Eier. Nur Helmas sind bunt – rot, blau und gelb. Mit diesen Eiern kommt sie nicht in die nächste Klasse! Im Schuppen entdeckt sie einen Farbtopf mit weißer Farbe und malt ein knallrotes Ei weiß an, um es der Lehrerin zeigen zu können. Damit niemand von ihren anderen Eiern erfährt, verkleidet sie sich in der Nacht vor Ostern als Hase und versteckt die Eier im Hof. Und am nächsten Morgen – da suchen alle Tiere begeistert Ostereier!

Am Ostersonntag, 24.04.2011 wird der Beitrag „Helma legt los“ in der „Sendung mit der Maus“ ausgestrahlt. In der ARD wird die Maus um 9:35 Uhr gesendet, im Kinderkanal um 11:30 Uhr. Einen kurzen Clip könnte Ihr übrigens hier sehen.

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Zum fünften Mal holt Werner mit seinem kommenden Abenteuer aus. Diesmal bekommen wir Einblicke in seine Kindheit und Jugend. Werner und Holgi rivalisieren seit Kindesbeinen miteinander und dennoch gewinnt immer Holgi – selbst beim legendären Kinderwagen-Rennduell. Doch irgendwann kommt der Augenblick der Revanche. Die vorherigen vier Kinofilme haben annähernd 14 Millionen Zuschauer vor die Leinwände gezogen und beim fünften Teil scheint ebenfalls der Erfolg abonniert zu sein. Für das Drehbuch war – wie nicht anders erwartet – Rötger ‘Brösel’ Feldmann verantwortlich. Regie führte diesmal Gernot Roll, der seit Jahrzehnten Erfahrung als Kameramann hat und auch von Zeit zu Zeit als Regisseur gearbeitet hat (Ballermann 6, Die Superbullen).

Doch der Erfolg ist manchmal mehr Schein als Sein. Das Produktionsbudget für Animationsfilme in Deutschland wird immer knapper und die Ansprüche der Auftraggeber immer höher. Daher lässt sich die Produktion nur schwer auf dem kleinen deutschen Markt refinanzieren. Dies erklärte der Geschäftsführer der Trickompany Michael Schaack Anfang Dezember 2010 im Bezug auf die Insolvenz seines Studios. Der letzte Werner-Film sollte aber noch zu Ende produziert werden. Selbst Trickfilmproduzent Gerhard Hahn (Benjamin Blümchen, Asterix in Amerika, Die Abrafaxe – Unter schwarzer Flagge) sieht der Zukunft des deutschen Animationsmarktes skeptisch entgegen. Demnächst will er zwar noch einige weitere Stoffe entwickeln, aber ein Studio will er nicht mehr führen. Wir wünschen beiden viel Erfolg.

Quelle: Offizielle Website, mediabiz, Digital Fernsehen, Welt Online

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Vor einigen Tage habe ich den Kurzfilm „Schnitzeljagd“ präsentiert, der in unserem Studio produziert wurde. Heute könnt Ihr hier wertvolle Hintergrundinformationen und Tipps direkt aus erster Hand ergattern. Die Macher Katrin Schnier, Rino Pelli (Vimeo, Behance) und Sonja Heinrich (Website) standen mir für ein kleines Interview zur Verfügung.


Wie seid Ihr auf die Idee zu diesem Kurzfilm gekommen?

Rino: Erst wollten wir eine Art unkonventionellen Märchenfilm mit Twist machen. Dafür hätten wir dann allerdings eine ganze Reihe an Sets und Figuren gebraucht. Sandra hat sich dann an den Kopf gefasst: „’nen Drachen wollen die da auch noch drin haben!“. Das wäre in der kurzen Zeit einfach nicht umzusetzen gewesen. Also haben wir das verworfen und uns vorgenommen, etwas simpleres zu machen.

Katrin: Ich hatte am Abend zuvor mit einer Freundin telefoniert und ihr davon erzählt. Die Idee der Pointe kam von ihr. Als wir dann alle zusammen saßen, hat uns diese Geschichte am besten gefallen.

Rino: Viele der ersten visuellen Ideen sind dann auch tatsächlich im Film gelandet. Als wir dann mit den Storyboards angefangen haben war schon klar, dass der Film am Anfang eher düster und unheilvoll daherkommen sollte, um das mit der Pointe dann ganz rumzureißen.


Mit welchen Problemen hattet Ihr bei der Produktion zu kämpfen?

Rino: Ein großes Problem war, dass sich Dinge im Bild bewegten, die sich gar nicht bewegen sollten! Wir hatten in unserem Wald-Set haufenweise kleine Schaumstoffstückchen, Kunststoffblätter und Ähnliches auf dem Boden verteilt, um einen glaubwürdigen Waldboden zu bekommen. Beim Animieren der Figuren kommt man da halt immer mal wieder gegen, egal wie vorsichtig man ist. In der fertigen Animation sieht es dann aus als würde ein Wirbelwind durch die Szene fegen. Wir hatten schon die ganzen Schnipsel vorbeugend einzeln auf dem Set festgeklebt, aber einige Stellen mussten wir dann trotzdem in der Postproduktion wegmaskieren.

Sonja: Es war ein sehr straffer Zeitplan mit drei Monaten für die komplette Produktion. Wir hatten nachdem wir einen Monat mit der Ideenfindung verbracht haben, nur noch einen Monat Zeit um alle Figuren und Kulissen anzufertigen. Danach noch einen knappen und stressigen Monat um alles zu Drehen und für die Postproduktion. Zu kämpfen hatten wir unter anderem mit Sören, der uns an einem Tag gegen unser Set stieß. Mitten im Dreh rutschte das Blätterdach nach unten und die Bäume wackelten – wir mussten mit einer sehr aufwändigen Szene noch einmal beginnen.

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Rino: Und ursprünglich hatten wir zum Schluss das Reh auch noch lachend rauslaufen lassen. Bruno Bachem hat das Lachen vom Wolf aber so genial getroffen, dass alles, was wir danach für das Reh haben sprechen lassen, dagegen überhaupt nicht wirkte. Statt den Schlussgag noch zu verstärken, hat es ihn nur unterboten.
Am besten wirke es, als wir die letzten paar Sekunden einfach mal testweise abgezwackt hatten und so blieb es dann. Auch wenn das bedeutete, dass eine schwierige und auch recht gelungene Animation der Schere zum Opfer fiel.

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Wir hatten schon vor ein paar Wochen davon berichtet. Endlich ist es soweit. Der knapp 15 min. Kurzfilm „Prinz Ratte“, den wir in Koproduktion mit Albert Radl realisiert haben, ist fertig und feiert am Samstag, 30.04.2011 um 15 Uhr Premiere. Und zwar im Magazin Kino in Hamburg. Der Regisseur und Produzent Albert Radl, sowie ein Teil des Teams und TRIKK17 werden anwesend sein. Drei weitere Filme runden den Nachmittag ab und werden auch zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Diese sind zum einem „Olga“, ein 6 min. Kurzfilm, den wir mit dem Filmemacher Kai Pannen produziert haben. Dann werden wir unseren ersten „Rosalie & Trüffel“-Film vorführen. Das Langzeitprojekt „Flimmerndes Inferno“ von Sören Wendt und mir ist derzeit noch in der Vertonung, wird es aber auch rechtzeitig zur Premiere schaffen.

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Im Rahmen eines Moduls der Animation-School-Hamburg in Kooperation mit TRIKK17 haben letztes Jahr Katrin Schnier, Rino Pelli und Sonja Heinrich an einem Filmprojekt in unserem Studio unter unserer Leitung gearbeitet. Das Ergebnis ist ein grandioser Stop Motion Kurzfilm über ein Reh, das von einem Wolf verfolgt wird. Musik und Sound stammt von Christian Seim.

Die Tage erwartet Euch in unserem Blog ein informatives Interview mit den Machern.

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Kevin Deters und Stevie Wermers haben schon zurvor an dem überaus beliebten TV-Special „Elfen helfen – Bahn frei für Santa Claus“ (Prep & Landing, 2009) zusammengearbeitet und sich diesmal wieder zusammen getan für den Vorfilm zum neuen ‘Winnie Puuh’-Abenteuer: Die Ballade von Nessie (The Ballad of Nessie, 2011). Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit an einer Pressevorführung für den neuen Winnie Puuh Film teilzunehmen (siehe Filmkritik) und dabei ebenfalls den neuen Kurzfilm zu sehen. Als die Lichter ausgingen und die ersten Bilder auf der Filmleinwand zu sehen waren, dachte ich zuerst… Ich sei im falschen Film – ich wusste, dass ich es nicht war -, aber ich hatte mit der Vorführung des Winnie Puuh Filmes gerechnet und dann kam (vorerst) etwas anderes. Mir war bekannt, dass Disney an diesem Kurzfilm arbeite(te), da ich zuvor schon einiges darüber gelesen hatte. Aber ich habe nicht gerechnet neben dem Winnie Puuh Film auch die Gelegenheit zu haben „Die Ballade von Nessie“ zu sehen. Leider – wie es so üblich bei Kurzfilmen ist – war der Film schon zu Ende noch bevor sich meine Ünberraschung und Freude gelegt hat.

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Der Film ist quasi eine Interpretation, wie es zu der Legende von dem Ungeheuer von Loch Ness kam… allerdings sehr kindgerecht erzählt. Auf sprachlicher Ebene ist „Die Ballade von Nessie“ sehr poetisch erzählt. Man versucht mittels von Reimen und verdichteter Sprache die Geschichte zu erzählen. Größtenteils verwendet man einfache und gebräuchliche Wörter, sodass auch Kinder dem Text folgen könnten. Mir persönlich fällt es meist aber dennoch ein wenig schwer poetischen Texten zu folgen – dies ist unter anderem auch ein Grund, warum ich trotz einer technisch guten Umsetzung meistens nicht viel mit Musikvideos anfangen kann. Aber der „Ballade von Nessie“ kann man sogar allein durch die Bildsprache folgen. Es ist keine innovative Geschichte – Was ist schon innovativ / neu? Aber es ist eine schöne Geschichte mit einer grandioser Animation, prächtigen Hintergründen und sympathischen Charakteren. Nessie und ihr bester Freund Quietscheentchen MacQuack werden aus ihrem Zuhause vertrieben, denn der Grundbesitzer MacFroogle plant ein Minigolf-Gelände zu bauen.

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Angelina und Brad können sich warm anziehen. Jetzt erobert ein neues Liebespaar die Leinwand: Rosalie und Trüffel! Für ihr erstes Filmabenteuer wagten sich die beiden Rüsselküsser (bekannt aus unseren gleichnamigen Büchern) direkt auf sehr gefährliches Terrain: die Titanic…

Für das Setbau- und das Kamerateam von TRIKK17 in Kooperation mit WunderWerk war es eine Herausforderung: Romantik – Dramatik – Liebe – Leidenschaft – und das in aller Kürze.
40 Sekunden standen uns zur Verfügung! Aber die haben’s jetzt auch in sich: Wie ihr hier seht, kann wahre Liebe zwar keine (Eis)Berge versetzen, aber alle Herzen zum Schmelzen bringen…

Soll’s bald weitergehen mit Rosalie und Trüffel?
Dann schreibt uns eure Meinung und sendet den Trailer in die weite-weite Welt hinaus!

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Quelle: Fünf Filmfreunde

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„Dreckmonster“ ist ein deutscher Kurzfilm von Maike Ramke und Christian Retzlaf, der an der ‘Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam Babelsberg’ im Jahre 2007 produziert wurde. Habt Ihr Euch schon immer gefragt, wie Schmutz entsteht… wie Kaffeeränder auf den Tisch kommen, warum Flusen auf dem Boden liegen, Fettflecke am Herd. Nein, der Mensch hat damit nichts zu tun. ‘Dies ist das Werk genialer Gestaltungsprofis.’ Die Dreckmonster arbeiten im Auftrag der Putzmittelindustrie und produzieren eine Nachfrage nach Putzmitteln, sodass die Industrie immer neue Produkte auf den Markt bringen kann. Doch eines Tages werden sie von einer Dreck(s)maschine ersetzt. Stehen die Dreckmonster vor der Arbeitslosigkeit?

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Für zwei Wochen wurde die TRIKK17 Werkstatt in eine Schiffswerft verwandelt. Und es sollte nicht irgendein Schiff gebaut werden, sondern die legendäre Titanic. Oder zumindest Teile davon. Unter der professionellen Anleitung der beiden Setbauerinnen Sana Schönle und Brigitte Wittenburg bekam ich zum ersten Mal Einblick in den Bau einer Puppentrickfilmkulisse.

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Wir fingen mit dem grössten Set an, der Seitenansicht des Schiffes:
Nachdem wir ein stabiles Gerüst aus Holzlatten konstruiert hatten, verkleideten wir es mit Styrodurplatten, befestigten die Reeling und zwei Reihen Bullaugen daran, ritzten Planken in den Boden und bemalten das Ganze mit Acrylfarbe. Hinter der Wand befestigten wir Schienen, auf denen die Gäste des Luxusdampfers tanzend an den Bullaugen vorbeigeschoben werden konnten. Sana und Brigitte zeigten mir eine Menge Tricks. Zum Beispiel wie man aus Tropfen vom Heisskleber Nieten für die Fenster macht, wie man Effekte erzeugt beim malen mit Pinsel und Farbe und wie man mit dem Tacker stabile Holzverbindungen hinkriegt. Überhaupt habe ich viel über Materialien gelernt, wie man sie verarbeitet oder bearbeitet und welcher Leim was anfrisst oder auflöst.

Parallel zur Seitenansicht entstand das zweite Set, das Heck des Schiffes. Bedeutend kleiner als das Erste, dafür mit einer grossen Konstruktion verbunden. Diese ermöglichte es, das ganze Set in kleinen Schritten zu kippen. So konnte sich die  Titanic bedrohlich neigen, nachdem sie mit dem Eisberg zusammengestoßen war. Um das Gewicht möglichst gering zu halten, verwendeten wir nur wenig Holz für das Grundgerüst. Das Heck an sich bestand vor allem aus Styrodur, war innen hohl und wurde in erster Linie von Bauschaum zusammengehalten. Äußerlich bekam es die selbe Behandlung wie die Seitenansicht: geritzte Planken auf dem Boden, eine Reeling aus Rundhölzchen und Depafit, alles mit einer dicken Schicht Acrylfarbe angemalt.

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Das kleinste Set bestand aus Meer, Eisbergen und einer Mini-Titanic. Sana schnitzte die Eisberge und das Schiff aus Depafit und baute winzige Lämpchen in den Rumpf, so dass sich die Lichter festlich auf der Wasseroberfläche spiegeln konnten. Dieses kleine Set stand auf Stelzen, so dass die Titanic durch ein Loch untergehen konnte ohne zerstört zu werden.

Hin und wieder brachte Puppenbauer Martin Molke die Figuren zu den Sets. So konnte wir kleine Anpassungen vornehmen. Die Bullaugen etwas kleiner, die Farbe eine Spur dunkler, etwas weniger Textur… Für die Hintergrundbilder der Sets war Christian Manzke zuständig. Schicht für Schicht trug er Farbe auf, bis ein romantischer Sonnenaufgang oder ein Sternenhimmel entstand.

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Am Ende der zwei Wochen wurden die einzelnen Sets im Studio mit Tüchern voneinander abgeschirmt, die Hintergrundbilder wurden montiert und das Licht eingerichtet. Der erste Drehtag war dann sozusagen der Stapellauf. Und anders als die echte Titanic haben die Sets die „Jungfernfahrt“ unbeschadet überstanden.

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portrait-anna Erzähl uns ein wenig über dich bzw. über dein Leben? Was hast du früher gemacht und was machst du zurzeit?

Ich bin in der Schweiz geboren und aufgewachsen. 2006 habe ich angefangen Animationsfilm an der „Hochschule Luzern – Design & Kunst“ zu studieren. Mein Schwerpunkt war von Anfang an der Zeichentrickfilm. 2010 habe ich mein Studium abgeschlossen und bin kurz danach nach Hamburg gekommen. Seit Februar bin ich Praktikantin bei TRIKK17.

Auf deiner Website sind einige der Kurzfilme, die du während deines Studiums angefertigt hast, zu sehen. Schnell fällt auf, dass dein Stil in eine bestimmte Richtung geht, sodass deine Filme einzigartig wirken. Willst du diesem Stil treu bleiben oder feilst du noch daran? Warst du während deines Studiums in der Lage vieles auszuprobieren?

Wir wurden nicht in erster Linie auf die Arbeit in einem Animationsfilmstudio vorbereitet. Die Ausbildung war vor allem auf Autorenfilme ausgelegt. Wir sollten lernen, unseren eigenen Stil zu entwickeln, sowohl auf visueller als auch dramaturgischer Ebene.
Meine Klasse umfasste nur sechs Studenten/-innen und die Abteilung war im Allgemeinen sehr klein. Wir hatten also sehr viel persönliche Unterstützung von Seiten der Dozenten. Mein Stil wird sich zweifellos weiterentwickeln und verändern, solange ich beobachte und zeichne. Zum Glück habe ich den Stift noch nicht komplett unter Kontrolle.

Wer sind deine Lieblings-Künstler der Branche bzw. hast du Vorbilder?

Natürlich bewundere ich Tim Burton und Hayao Miyazaki, aber eigentlich waren mir Comiczeichner immer näher. Ich bin eher mit „Spirou und Fantasio“ als mit Mickey Mouse aufgewachsen und die französische BD ist auch heute noch der stärkste Orientierungspunkt für mich. Der Trickfilm, der mich am meisten geprägt hat, ist „Son of Satan“ von JJ Villard. Eine Geschichte von Charles Bukowski, die Villard als Semesterarbeit am CalArts verfilmt hat.

Gibt es etwas, was du gelernt hast, dass du anderen Künstlern und/oder Interessenten der Branche mit auf dem Weg geben möchtest?

Vielleicht, dass die Welt groß ist und dass es sich lohnt, sich ab und zu mit anderen Dingen zu beschäftigen als nur mit Trickfilmen. Wir neigen dazu, uns in einem Mini-Kosmos zu verkriechen und werden dadurch zu einseitigen und bisweilen langweiligen Nerds.


Solltet Ihr weitere Fragen an Anna Nuic haben, so steht sie Euch in den Kommentaren zur Verfügung. Besucht auch Annas Website.


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