Archive für Interview

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Die Figurenbauerin Hanna Habermann, die uns alle mit ihrem Können an unseren Projekten wie Astor Chang und den Hubba Bubba-Spots begeisterte, hat es bis Aardman Animations geschafft und erzählt uns ein wenig über ihre Arbeit.

Erzähl uns ein wenig über dich bzw. über dein Leben? Was hast du früher gemacht und was machst du zurzeit? Was hat dir dabei geholfen, die zu werden, die du bist?

Hanna Habermann: Zur Zeit baue ich am Hauptcharakter für Aardmans Projekt “Pirates” (Produktionsfotos) – dem Pirate Captain. Natürlich wird hier auch nur mit Wasser gekocht, aber auf sehr hohem Niveau. Ich bin gelernte Druckerin, habe dann als Grafiker, Beleuchter, Eventdesigner, Datawrangler und einiges anderes gearbeitet und Design studiert. Nach dem Studium wollte ich nicht in die Werbung und zum Künstler habe ich mich auch nicht berufen gefühlt. Ich fing in einem Stop-Motion Studio im Produktionsbüro an und habe dann in den Figurenbau gewechselt. Das war einerseits das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, und andererseits war es offensichtlich, dass ich im Figurenbau meine Berufung gefunden hatte. In dem Feld kann bzw. muß ich mein gesamtes künstlerisches und technisches Knowhow anbringen, das ich über die Jahre gesammelt habe und die Umwege ergeben einen Sinn.

Ist eines der Filmprojekte, an denen du (mit-)gearbeitet hast, dir besonders in Erinnerung geblieben? Vielleicht weil du dich darin in irgendeiner Weise verwirklichen konntest oder du eine gewisse Rolle im Laufe der Produktion erfüllen durftest?

Hanna: Die kleineren Projekte sind immer sehr spannend, weil ich vom Design bis zur fertigen Puppe am Entstehungsprozess beteiligt bin. Das letzte Projekt war in Aarhus beim Studio wired fly (Blog), wo wir sieben Puppen in dreieinhalb Monaten gebaut haben. Als ich ankam, gab es ein paar angefangene design-sculpts und etwas Material von vorherigen Produktionen. Ich war überrascht, wie professionell wir in dem kleinen, jungen Studio arbeiten konnten. Ich hatte ein Figurenbau-Team von fünf Leuten und wir haben zwei animierbare Vögel mit echten Federn gebaut sowie fünf Puppen mit Fake-Porzellanköpfen und sehr fein genähten Kostümen.

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katrin-schnier-foto-ash Erzähl uns ein wenig über dich bzw. über dein Leben? Was hast du früher gemacht und was machst du zurzeit? Was hat dir dabei geholfen, die zu werden, die du bist?

Katrin: Nach meinem Abitur im Jahr 2005 ging ich auf die Musik und Kunstschule in Bielefeld, wo ich als Praktikant meine Zeichenkenntnisse schulen konnte. In diesem Jahr begegnete mir auch mein Vorbild Andreas Deja im Fernsehen. Er feierte sein 25-jähriges Jubiläum bei Disney und von ihm angespornt begann ich regelmäßig in den Zoo zu gehen um zu zeichnen.

Ist eines der Filmprojekte, an denen du (mit-)gearbeitet hast, dir besonders in Erinnerung geblieben? Vielleicht weil du dich darin in irgendeiner Weise verwirklichen konntest oder du eine gewisse Rolle im Laufe der Produktion erfüllen durftest?

Katrin: Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der erste Zeichentrickfilm, an dem ich mitarbeiten durfte – unser Abschlussfilm der ASH „Ernst“. Ich werde nie vergessen welche zeichnerische Freiheit ich in dieser Zeit genießen konnte. Ich durfte alles machen, was mir am besten zusagte: Tiere animieren!

Aus welchen Gründen bist du in der Trickfilm-Branche tätig geworden? Gab es spezielle Schlüsselereignisse in deinem Leben? Wolltest du es vielleicht schon als Kind immer mal werden?

Katrin: Ich wusste schon recht früh in meinem Leben, was ich später mal beruflich machen wollte. Ich wollte Trickfilme zeichnen und Geschichten möglichst über Tiere erzählen. Entweder das oder Soldat werden! Das mit der Soldatenkarriere habe ich nach einiger Zeit verworfen. Meine Affinität zum gezeichneten Film blieb jedoch und so arbeitete ich auf dieses Ziel hin.

Wer sind deine Lieblings-Künstler der Branche bzw. hast du Vorbilder?

Katrin: Andreas Deja, Chris Sanders, Glenn Keane, Brad Bird, Stephen Silver…

Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor? Hast du Pläne für neue Filmprojekte?

Katrin: In Zukunft möchte ich als Animatorin in Filmprojekten arbeiten. Ich habe auch ein eigenes Buch geschrieben, welches ich mir sehr gut als Trickfilm vorstellen könnte. Daran mitzuarbeiten wäre natürlich das Größte.


Mehr über sie könnt Ihr in Katrin Schniers Blog erfahren und sie über folgende E-Mail-Adresse erreichen: kseliquio@gmail.com

Falls Ihr Fragen habt, so steht sie Euch in den Kommentaren zur Verfügung.

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Dies ist der zweite Teil der ASH-Vorstellung bzw. des Interviews mit Manfred Behn. Siehe hier für den ersten Teil.


Der Bereich “Digital Animation” bzw. die Arbeit am Grafiktablett wird immer wichtiger. Vor allem da man fast das gleiche Ergebnis effektiver und somit schneller erreichen kann. Zu Anfang hatte Behn bedenken, da der Charme des Trickfilms verloren gehen könne. “Da war ich auch erst einmal ein wenig skeptisch und dachte, der ‘Look’ wäre in dem Fall ganz anders. Experten würden den Unterschied erkennen, aber ein Laie sieht kaum einen Unterschied. Doch selbst Experten sehen Unterschiede weniger, je besser die Beherrschung der Software ist”, meint Behn.

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Anfang der 90-ger Jahre sind viele Animationsstudios im deutschen Raum entstanden. Seitdem wird kontinuierlich mehr animiert. Allerdings – wie auch in vielen anderen westlichen Ländern – wird immer mehr Arbeit nach Asien verlagert. Der Beruf des Zwischenzeichners ist in Deutschland mehr oder weniger ausgestorben und auch im 3D/CGI-Segment werden ähnliche arbeitsintensiven Berufe ins Ausland verlagert. In den letzten 5-6 Jahren gab es keinen abendfüllenden Animationsfilm, der ausschließlich in Deutschland produziert wurde. Da sich viele Institutionen in Deutschland auf Zeichentrick spezialisiert hatten, hatte 3D/CGI zudem viele Anlaufschwierigkeiten. Die wohl typischste Frage – die im Rahmen von Interviews an Manfred Behn gestellt wird – ist, ob deutsche Animationsfilme jemals das Niveau eines ‘Ratatouille’ (Pixar) oder ähnlichen Hollywood-Produktionen erreichen können. Behn ist da eher skeptisch, weil die finanziellen Möglichkeiten hierzulande begrenzt bleiben – an Talent fehlt es auf jeden Fall nicht. Insbesondere 3D/CGI wird immer mehr nachgefragt. Denn Spezialisten dieser Bereiche können nicht nur bei der Produktion von Animationsfilmen mitwirken, sondern haben des Weiteren Berufsperspektiven im Game-Segment. Auch in der Produktion von Games wird ein filmisches Verständnis sowie Animation benötigt.

Viele deutsche Animationsfilme sind insbesondere auf den deutschen Markt zugeschnitten und weniger tauglich für das internationale Publikum. Zudem haben Erwachsenenformate es schwer in Deutschland. Kinderformate wie “Lauras Stern” oder “Der kleine Eisbär” sind dagegen Selbstgänger. Für Kinder oder Familienfilme gibt immer eine permanente Gemeinde bzw. eine Zielgruppe, die gepflegt werden will. “Ich würde mir wünschen, dass Originär-Stoffe für Trickfilme entwickelt werden. In den USA und Japan machen sie es,” hofft Behn. In Deutschland hat es bisher fast nur Produktionen gegeben, die entweder auf Comics oder Kinderbüchern basieren. Filme wie “Felidae” sind interessant. Der Animationsfilm von 1994 basiert zwar auch auf einem Buch, allerdings ist das Design eine komplette Eigenkreation. Leider war dieser Film an den deutschen Kinokassen nicht besonders erfolgreich und viele Studios haben die Produktion von Erwachsenenformaten wie Felidae als ‘zu riskant’ eingestuft. “Ich halte diese Konsequenz für nicht richtig, weil ich mir tausende Stoffe vorstellen könnte, die erst recht für Trickfilme geeignet wären”, argumentiert er. Man muss immer eine Probe machen. Kann man die Geschichte auch als Realfilm realisieren oder ist es nur als Animationsfilm möglich? Vor allem Tiergeschichten sind geeignet um animiert zu werden. “Ich finde, man müsste den riesigen Aufwand für Animation nicht betreiben, wenn man das gleiche Ergebnis auch mit einem Realfilm erreichen könnte”, fügt er hinzu.

Kursteilnehmer an der animation-school-hamburg sind auf der einen Seite berufserfahrene Experten eines ähnlichen Fachgebietes (Grafik Design, Illustration, Kommunikationsdesign) und auf der anderen Seite immer häufiger direkte Schulabgänger. “Beide Gruppen waren für uns immer gleich bedeutsam und nicht immer haben diejenigen mit beruflicher Vorerfahrung auch die besten Karrieren gehabt”, beteuert Behn. Er empfiehlt den Absolventen der ASH, das sich diese auf ihre Stärken konzentrieren und diese fördern. Es muss nicht jeder ein Animator werden. Zum Beispiel kann man auch als Illustrator beim Animationsfilm arbeiten. Doch die eigentlichen Animatoren sollten ein überdurchschnittliches Talent aufweisen, da – wie bereits erwähnt – große Teile der Produktion ins Ausland verlagert werden. Als Animator in Deutschland hat man nur in Rahmen von Trailern, Probesequenzen oder Werbefilmen die Möglichkeit Szenen vollständig zu animieren. Im Übrigen wird Manfred Behn vermehrt von Studios angesprochen, ob er nicht einen Kurs zu Produktionsleitung anbieten könne. Es ist besonders schwer Talente zu finden, die sowohl künstlerisches Verständnis als auch wirtschaftlich-organisatorische Kenntnisse mitbringen. Alles in allem besteht Bedarf nach Experten bzw. Leuten, die sehr gute Kenntnisse in ihrem jeweiligen Fachgebiet wie Storytelling, Character Design, Background, Storyboard etc. besitzen. Die animation-school-hamburg bietet Qualifizierungen in diesen Bereichen und fördert insbesondere selbstständige Projektentwicklung. Carolin Reich hat im Abschlussjahr 2011 sogar einen Comic realisiert.

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animation-school-hamburg-logo Kürzlich hatte ich die Gelegenheit unseren Freunden in der animation-school-hamburg (ASH) einen Besuch abzustatten und ein Interview mit dem Leiter Manfred Behn zu führen. 1998 wurde das Projekt ASH von der Initiative des Bildungswerks für Medien initiiert. Behn hat allerdings das Projekt erst im Jahr 2000 übernommen, nachdem die vorherige Leiterin schwanger wurde. Er ist ausgebildeter Gymnasiallehrer für Deutsch sowie Englisch und abgesehen von den typischen Kindheitserinnerungen, hatte er zuvor wenig mit Animation zu tun gehabt. Ein filmisches Interesse hatte er aber schon immer. Dennoch beschäftigt er sich in seiner Freizeit eher mit Lesen als mit Film. Die Inhalte, Hintergrundinformationen sowie ansatzweise die daraus folgenden Interpretationen der folgenden zwei Beiträge sind mit Hilfe der Auskunftsbereitschaft von Manfred Behn entstanden. An dieser Stelle einen herzlichen Dank!

In den Anfängen der animation-school-hamburg wurden ausschließlich 2D/Zeichentrick-Kurse angeboten. Dies beruhte auf dem überaus großen Erfolg einiger deutscher Zeichentrickfilme aus den 90-ger Jahren. Allen voran die WERNER-Filme und auch andere Produktionen der Trickompany in Hamburg. Zwar wurden in der DDR hin und wieder einige Animationsfilme produziert, aber in der BRD gab es zwischen “Konferenz der Tiere” (1969) und “Werner – Beinhart!” (1990) eine riesige Lücke in der Produktion von abendfüllenden Animationsfilmen. Teilweise wurde diese Lücke mit amerikanischen Trickfilmen – meist Disney – gefüllt. In dieser Boom-Phase kam der Gedanke, dass Mitwirkende in der Produktion von Zeichentrickfilmen nicht immer Quereinsteiger zu sein haben oder eingekaufte Experten aus dem Ausland. Dies war die ‘Geburtsstunde’ der animation-school-hamburg. Die ASH war und ist ein Teil um den deutschen Markt im Bereich Animationsfilm voranzutreiben. 2007 weitete die ASH das Kurs-Angebot aus und bietet mittlerweile auch Qualifizierung im Segment 3D/CGI an. In diesem Rahmen wird seit 2009 auf der einen Seite ein 1-jähriger 2D/Zeichentrick-Kurs angeboten, der aus einer halbjährigen Einführungphase und einer halbjährigen praktischen Filmproduktionsphase besteht, und auf der anderen Seite 3-monatige 3D/CGI-Module mit wechselnden Themen. Sowohl für den 2D-Kurs als auch die 3D-Module stehen jeweils 10 Plätze zur Verfügung. Im Bereich 2D/Zeichentrick hat die animation-school-hamburg deutschlandweit schon längst ein hoch angesehenes Image aufgebaut. Aber im noch relativ jungen Zweig “3D/CGI” muss sich die ASH noch einen Namen machen.

manfred-behn-karikatur-animation-school-hamburg-2_0 Behn war es schon immer wichtig, dass den Kursteilnehmern sowohl im Laufe des Grundstudiums als auch während der Projektphase immer ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Daher zeichnet die ASH eine besonders hohe Betreuungsdichte von Dozenten aus. Unter den Dozenten befinden sich viele bekannte Namen, die bei renommierten Studios an großartigen Filmen gearbeitet haben. Ich verweise auf die Website der ASH.

“Anfangs macht man öfter den Fehler, dass man sich von Szenen nicht trennen kann. Man hat eine Szene schon so aufwendig hergestellt, es hat so lange gedauert und man will es nicht rausfallen lassen,” meint Behn. Bei dem Kurzfilm “Bo” (2005), ein mit dem ‘Hamburg Animation Award’ ausgezeichneter Film der animation-school-hamburg, sah es allerdings ein wenig anders aus. Der Film war ursprünglich 90 Sekunden länger und Sinem Sakaoglu (spätere Regisseurin des Sandmännchen-Films [2010]) war fest davon überzeugt, dass der Film gekürzt werden sollte. Der Kurzfilm musste nicht endlos in die Länge gezogen werden. Der Zuschauer hatte es verstanden und schlußendlich hat dies den Festival-Erfolg ausgemacht. Des Weiteren fügt Behn hinzu: “Timing ist sowieso ein zentrales Thema. Snowbody (Abschlussfilm 2004) ist in der Hinsicht perfekt. Dieser ist extrem gut getimed. Schon damals – als der Film zur Hälfte fertig war – hat Harald Siepermann (Dozent und Disney Character Designer) gesagt ‘Da hätte ich auch gerne mitgemacht!’”. Am Kurzfilm haben zwei erfahrene Illustratoren gearbeitet und das sieht man.


In den nächsten Tagen kommt der zweite Teil der ASH-Vorstellung bzw. des Interviews mit Manfred Behn. Die Karikatur stammt von Benjamin Strobel.

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sana-schoenle-trikk17-set-design Erzähl uns ein wenig über dich bzw. über dein Leben? Was hast du früher gemacht und was machst du zurzeit? Was hat dir dabei geholfen, die zu werden, die du bist?

Sana: Ich habe an der Kunsthochschule Kassel Kommunikationsdesign studiert. Von Anfang an war mir klar, dass ich in die Trickfilmklasse möchte. Mit zwei Freundinnen habe ich den ersten Puppentrickfilm realisiert. Damals galt an der Kasseler Kunsthochschule: Lerne von den Älteren! Der Professor war selten da, daher gab es in unserer Klasse einen engen Zusammenhalt und wenig Konkurrenz. Später unter Prof. T. Meyer-Hermann und Prof. A. Hykade hatten wir regelmäßigen Unterricht.
Dennoch war diese erste Zeit sehr spannend. Wir haben uns vieles selbst beigebracht und eigene Lösungen für Probleme gefunden. Unser selbstständiges Arbeiten war bestimmt nicht effektiv, aber dafür sehr kreativ. Die Effektivität kam später hinzu. Ich habe mein Studium immer wieder unterbrochen um an verschiedenen Stopptrick Projekten zu arbeiten und mein Wissen, insbesondere im Bereich Set- und Modellbau, zu erweitern.Vielleicht ist es genau das, was meine Tätigkeit als Setbauer und Trickfilmer auszeichnet. Ich habe gelernt: Es gibt immer einen Weg bzw. eine Lösung. Man muss nur um die Ecke denken können und alles nutzen, was einem zur Verfügung steht.

Für welche Aufgaben warst du beim letzten TRIKK17 Projekt zuständig? Wie hat dir die Arbeit bei TRIKK17 gefallen?

Sana: Ich durfte für TRIKK17 mit der Hilfe von Brigitte Wittenburg und Anna Nuic die Sets für “Rosalie und Trüffel“ bauen. Für den Film wurden eine kleine Titanic (mit Meer und Eisbergen), ein ca 2 Meter langer Ausschnitt der Reling und ein animierbares Heck gebraucht.

Ich habe schon bei vielen Stop Motion Projekten mitgearbeitet und immer fielen Sätze wie:
• “Wir brauchen die Qualität von „Wallace and Gromit“. Es darf aber nur ein Viertel davon kosten.”
• “Dieser Baum ist gut. Wir haben gerade festgestellt, dass wir bis morgen noch weitere fünf davon brauchen.”

Ich hatte mich schon daran gewöhnt. Umso überraschender fand ich, dass bei TRIKK17 von Anfang an klar war, was wir brauchen, wofür und wie es auszusehen hat. Jeder half jedem und am Ende waren alle mit dem Ergebnis zufrieden. Vielleicht lag es an der Kürze des Projekts. Aber ich denke, die Professionalität mit der das TRIKK17-Team arbeitet, liegt vor allem daran, dass sie schon sehr lange in dieser Konstellation zusammen arbeiten. Jeder kennt des anderen Fähigkeiten, jeder schätzt sich realistisch ein und vor allem respektiert jeder die Arbeit des anderen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt bei diesem Projekt und bei TRIKK17 und hoffe stark, dass “Rosalie und Trüffel” in Serie geht.

Aus welchen Gründen bist du in der Trickfilm-Branche tätig geworden? Gab es spezielle Schlüsselereignisse in deinem Leben? Wolltest du das vielleicht schon als Kind immer mal werden?

Sana: Natürlich habe ich, wie jedes Kind, Trickfilme geliebt: Die Disney Filme mit ihren märchenhaften Welten, die Knetmännchen von “Luzie der Schrecken der Strasse”, “Barbapapa” oder auch seltene Entdeckungen wie “Chlorofilla” (eine italienische Kinderserie). Dass Trickfilm nicht nur eine Tür in eine wunderbare Welt ist, sondern auch Kunst sein kann, habe ich entdeckt als ich das erste Mal “Yellow Submarine” von George Dunning gesehen habe. Die schräge Welt der Zeichentrickfiguren, der “blue meanies”, die Kraft der Farben in der Rotoskopie-Sequenz “Lucy in the sky with diamonds” und die wundersame Melancholie der Collagen-Technik in der Sequenz “Eleanor Rigby”. Nachdem ich den Film gesehen habe, gab es für mich keine Wahl mehr. Ich musste es lernen. Ich musste herausfinden, wie ich solche Bilder entstehen lassen kann.

Wer sind deine Lieblings-Künstler der Branche?

Sana: Ich hatte die Ehre Garri Bardin, einen russischen Trickfilmregisseur, bei einer Vortragsreihe an der KH-Kassel kennen zu lernen. Bei den Ausführungen zu seinen Arbeiten war ich besonders von seinem Mut und seiner Leidenschaft beeindruckt mit der er an die Umsetzung seiner Geschichten geht. Ich kann mich an einen Satz noch besonders gut erinnern:

“Bevor ich nicht jeden einzelnen meines Filmstabs von der Geschichte überzeugt habe, beginne ich nicht mit der Arbeit.”

Filmemacher scheitern oft an finanziellen, gesellschaftlichen oder politischen Gegebenheiten. Garri Bardin geht über all diese Hürden mit einer unerschütterlichen Liebe zum Film und vor allem mit viel Humor.

Gibt es etwas, was du gelernt hast, dass du anderen Künstlern bzw. speziell Set-Designern und/oder Interessenten der Branche mit auf dem Weg geben möchtest?

Sana: Es ist nicht immer leicht mit der “Trickfilmerei”. Viele Menschen denken, dass es einfach nur toll ist, so kreativ sein zu dürfen, und dass es immer Spaß machen muss und ‘was für ein Glück wir doch haben’. Und es stimmt! Ich habe sehr viel Glück, es machen zu dürfen. Doch manchmal will mich der Mut verlassen: wenn es mal wieder keinen neuen Auftrag gibt, wenn eine Absage von der Filmförderung kommt oder auch wenn ich sehe, wie schwer sich meine Kollegen tun. Manchmal erwische ich mich, dass ich von einem netten Angestelltenverhältnis träume mit Sicherheit für die Zukunft. Doch dann kommt wieder ein Auftrag oder eine neue Filmidee und alles andere ist vergessen. Wer sich entscheidet diesen Weg einzuschlagen, der muss sich bewusst sein, dass er/sie viel Geduld braucht, viel Mut und jede Menge Optimismus.
Vielleicht ist auch ein Plan B ratsam. Aber ehrlich gesagt, den hab ich auch nicht.


Mehr über Sana Schönle und ihre Arbeit könnt Ihr auf ihrer Website erfahren.

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Dies ist der zweite Teil zu Alexander Lindners Werdegang. Für den ersten Teil, siehe hier!


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2002 kam – neben vielen anderen Animes – die Welle Miyazaki rüber nach Deutschland. Alexander kannte einige Ghiblis bereits vorher… über Freunde, die sich einige Filme importiert hatten. Insbesondere Totoro hat es ihm angetan. Nach langem hin und her hat sich Alexander auch zusammen mit Thilo “Mein Nachbar Totoro” angesehen und meinte zu ihm:

“Diese Art und Weise eine Geschichte zu erzählen ist sehr poetisch. Es fängt an zu Regnen und nichts passiert. Das muss in ‘Lauras Stern’ rein. Diese Art von Poesie”

An “Lauras Stern” (2004) hat Alexander am Skript gearbeitet, war als Art Director beschäftigt und hat auch sonst in vielen Bereichen ausgeholfen. Er hat es sogar geschafft einen Animator vom Studio Ghibli mit ins Boot zu holen. Der Franzose David Encinas war zu dem Zeitpunkt der einzige Westler, der beim Studio Ghibli gearbeitet hat. Er hat als Inbetween und Clean-up Artist bei Animes mitgewirkt wie “Prinzessin Mononoke” (Ghibli), “Meine Nachbarn die Yamadas” (Ghibli), “Jin-Roh” und hat sich mit seiner Kenntnis bereit erklärt an “Lauras Stern” (2004) zu arbeiten. In der Konzeptionsphase konnte David bei vielen Dingen aushelfen: Wie sollen die Schatten aussehen, typische Animations-Charakteristika etc.
Nach dem überaus großen Erfolg von “Lauras Stern” war Alexander weiterhin bei Cartoon-Film beschäftigt und hat an Filmen wie “Der kleine Eisbär 2” (2005) und “Kleiner Dodo” (2008) gearbeitet.

lauras_stern_2_livingdesign_3d Ein weiterer Meilenstein seiner Karriere war “Lauras Stern in China”, das später zu “Lauras Stern und der geheimnisvolle Drache Nian” umbenannt wurde. Er sollte weiterhin Art Direction führen und hat allein am Design des Filmes zwei Jahre lang gearbeitet (besucht seinen Blog für mehr Designs und Concept Art). Der Anspruch war riesen hoch. Zudem wollte man neue Märkte erobern und Alexander war fest davon überzeugt:

“Wenn wir beim chinesischen/asiatischen Markt ankommen wollen, dann müssen wir ganz großen Respekt gegenüber der chinesischen Kultur zeigen.”

Man dürfe nicht in die Falle tappen wie Disney und DreamWorks mit “Mulan” (1998) bzw. “Kung Fu Panda” (2008), indem man ein amerikanisiertes Fantasy-China zeige. Alexander hat noch heute eine 1-TB Festplatte mit zahlreichen Dokumentationen und Fotos, die das Team allein für diesen Film anfertigte. Alles sollte korrekt sein, selbst Schriftzeichen sowie Schriftart an Straßenschildern und anderen Orten. In Deutschland hat es sowas noch nie gegeben. So ein Anspruch an eine fremde Kultur für einen Zeichentrickfilm.

lauras-stern-geheimnisvolle-drache-nian-poster Leider war der zweite Teil für Laura kein großer Publikumserfolg und auch bei vielen Kritikern – nicht bei allen – ist der Film nicht besonders gut angekommen. Dies hatte komplizierte Gründe: In den Wochen der Veröffentlichung wurde zum einem wenig Werbung gemacht; schönes Wetter; die Bundestagswahlen standen an; und zudem wurde auch Pixars CGI-Film “Oben” (2009) veröffentlicht. Der Einsatz von allen Beteiligten am zweiten Teil von “Lauras Stern” war gigantisch. Leider wurde es zu wenig gewürdigt.

2009 endete vorerst sein Arbeitsverhältnis bei Cartoon-Film. Er entschied sich neues Terrain zu betreten und lernte Matte Painting. Mehr dazu kann man hier nachlesen. Heutzutage lebt und arbeitet er in Paris. Er vertritt die Meinung, dass so manche Trickfilm von vorn herein zum Scheitern verurteilt waren. Dazu gehören Filme, die sich stark an Disney orientierten bzw. Filme, die versuchten den klassischen Disney-Stil nachzuahmen. Er findet es sehr schade, dass man in Deutschland es bislang noch nicht geschafft hat unser deutsches Kulturerbe in Trickfilmen für Kinder umzusetzen. Damit meint er nicht Geschichten wie “Emil und die Detektive” oder “Das doppelte Lottchen”, das schon ein Dutzend Mal umgesetzt wurde, sondern eher Geschichten von Personen wie Hermann Hesse, Goethe oder die deutschen Sagen wie “Die Nibelungen”. “Die Japaner sind viel mutiger als wir und wir könnten es auch sein”. Und nicht nur die Japaner, auch die Franzosen schaffen es. “Warum machen die es und nicht wir”, spekuliert Alexander. Wie müssen aufhören Trickfilm als seichte Unterhaltung für Kinder zu sehen. Animation kann auch seriöse und historische Themen behandeln. Themen, die uns berühren oder das menschliche Leiden zeigen! “Wenn wir das machen, dann schallt es wie ein GONG,” erwidert Alexander Lindner.

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alexander-lindner Ich hoffe, Ihr habt noch nicht vergessen, dass bei der diesjährigen Oscar-Verleihung ein deutscher animierter Kurzfilm nominiert war. Vor etwas mehr als zwei Monaten hatte ich darüber berichtet und in dem Zusammenhang ein Interview mit Alexander Lindner geführt, der die Matte Paintings für den Grüffelo angefertigt hatte. Für die Grüffelo-spezifischen Hintergründe lest folgenden Beitrag. Im Rahmen des Gesprächs erzählte Alexander mir viel über seine Person und seinen Werdegang. Manchmal ist es sehr interessant und für einige sicherlich hilfreich zu erfahren, wie andere in die Szene reingerutscht sind und welche Erfahrung sie über die Jahre sammeln konnten. Alexander Lindner gehört zu den besten Beispielen. Daher möchte ich es Euch nicht vorenthalten. Insbesondere weil bisher detaillierte Informationen zu seinem Werdegang in den weiten des Webs nicht zu finden waren.

Alexander Lindner ist 1967 in Koblenz geboren und somit in den 70-ger Jahren in Deutschland aufgewachsen. Sein Mutter stammt aus der Niederlande, sein Vater aus Deutschland. Er ist eher Quereinsteiger in der Animationsbranche. Eigentlich wollte er immer Comic-Zeichner werden, denn seine Kindheit war eher durch Comics wie Lieutenant Blueberry, Tim & Struppi, Gaston und ähnliche geprägt als durch Disney Zeichentrickfilme. In Deutschland war der Comicmarkt zu der Zeit sehr klein. Heutzutage ist der deutsche Comicmarkt zwar auch nicht groß, aber im Vergleich zu den 70-ger Jahren ist dieser merklich gewachsen. Zugang zu Comics konnte Alexander daher nur durch seine niederländische Familie erlangen. Nach seinem Zivildienst entschied er sich mit der Unterstützung seiner Eltern nach Brüssel zu fahren und an der bekannten und renommierten Comic-Akademie “Institut Saint-Luc” zu studieren.

“Ich durfte dann den bizarren und brotlosen Beruf des Comic-Zeichners ergreifen”, lacht Alexander.

1989 ist er in Brüssel ohne jegliche französisch Kenntnisse angekommen und verbrachte die ersten zwei Monate damit die Sprache zu lernen… quasi auf der Straße… Daraufhin ging es knallhart auf französisch mit dem Unterricht los. Drei Jahre studierte er in einem Umfeld, in dem Comics allgegenwärtig waren: in Cafés zeigen sich alle möglichen Gestalten ihre neusten gezeichneten Comics; man lernt zahlreiche Leute dieses Fachgebietes kennen; regelmäßig finden diverse Veranstaltungen und Ausstellungen statt etc.

tobias-totz-cartoon-film-plakat Zu dem Zeitpunkt stand es für ihn fest, er will nie wieder zurück in die Wüste der Comics. Damals (wie heute) hat er viele Filme gesehen und war – trotz seiner großen Liebe: dem Comic – fasziniert vom Medium Film. Ende der 90-ger stattete er einem Freund in Berlin einen Besuch ab und warf naiv einen Blick ins Telefonbuch. Ganz oben unter ‘C’ stand Cartoon-Film. Er rief an und fragte, ob er vorbeikommen könne und seine Mappe zeigen dürfe. Er durfte und wurde sofort eingestellt. Zu dem Zeitpunkt hatte Thilo Rothkirch gerade seinen neusten Kinofilm “Tobias Totz und sein Löwe” (1999) fertig gestellt und fragte Alexander, ob er ein Filmplakat zeichnen könne. Gesagt, getan! Obwohl er den Film noch gar nicht gesehen hatte, entwarf er innerhalb von drei Tage drei Plakate, von denen eines tatsächlich auch für den Film verwendet wurde. Skurril ging es auch weiter. 1999 fing die Produktion an “Der kleine Eisbär” an und Thilo meinte zu Alexander, dass er einen Regisseur in Brüssel habe und ob er nicht dahin fahren könne…

Alexander: “Ja, ich komme gerade aus Brüssel.”
Thilo: “Kannst du ihn überzeugen an “Der kleine Eisbär” Regie zu führen?”, meinte er sinngemäß.

Schon machte sich Alexander auf den Weg zurück nach Brüssel und musste dort feststellen, dass der Regisseur Piet De Rycker sein Studio nur zwei Häuser weiter hatte von dem Café, in dem Alexander zehn Jahre lang seine Abende verbracht hatte. Bei “Der kleine Eisbär” hat er die Layout Leitung übernommen und seither zehn Jahre für Cartoon-Film zahlreiche Aufgaben wie Art Direction, Layout, Skript, Concept Design, Storyboard etc. erfüllt.


Demnächst kommt der zweite Teil zu Alexander Lindners Werdegang.

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Teil 2 des Interviews mit den „Schnitzeljagd“-Machern Katrin Schnier, Rino Pelli (Vimeo, Behance) und Sonja Heinrich (Website) (siehe auch Teil 1).


Wie hat euch die Zusammenarbeit mit TRIKK17 gefallen?

Sonja: Es hat die ganze Zeit viel Spaß gemacht. Es herrschte eine sehr lockere und entspannte Atmosphäre. Wir hatten eine sehr intensive Zeit, in der wir unglaublich viel gelernt haben und das in allen Bereichen. So konnten wir in nur drei Monaten einiges über Puppen-, Setbau und Stop-Motion im Allgemeinen lernen. Wir konnten auch bei anderen Projekten beobachten, wie diese langsam wuchsen und professionellen Animatoren bei der Arbeit zusehen.

Rino: Sehr, sehr gut. Wir hatten eine ganze Ecke vom Studio für unser Set während der ganzen Drehzeit zur Verfügung und hatten all den Platz, das Equipment und vor allem die Hilfe und Unterstützung, die wir brauchten. Gefehlt hat es in der ganzen Zeit an nichts und die Atmosphäre war immer so freundlich sowie familiär, dass man sich von Anfang an gleich wohl gefühlt hat.
Die Einarbeitungszeit hat mir auch immensen Spass gemacht. So richtig Unterricht war es ja nicht, mehr ‘Learning by Doing’. Am Besten gefallen hat mir die Zeit, in der uns Martin Molke beigebracht hat, wie man die Puppen baut. Das war großartig! Und der Moment, in dem wir die Lichter angeknipst haben und das erste Mal unser beleuchtetes Set durch die Kamera sehen konnten. Das war der Augenblick, wo bei mir alle Sorgen um die optische Wirkung verflogen. Es ist unglaublich, wie viel das richtige Licht ausmachen kann.

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Katrin: Die Zusammenarbeit mit TRIKK17 war grandios. Alle haben uns, wo sie nur konnten, mit Rat und Tat zur Seite gestanden und dank Martin haben wir auch geniale Puppen erschaffen, die eine Menge ausgehalten haben und sehr flexibel in der Handhabung waren.


Habt Ihr – als Absolventen der Animation-School-Hamburg – Ratschläge oder Tipps für eure Nachfolger oder andere Studenten ähnlichem Fachgebietes.

Katrin: Als Rat kann ich allen nur mitgeben, dass wenn man einmal die Möglichkeit haben sollte einen Film im Bereich Puppentrick zu machen – und auch noch bei TRIKK17 -, dass man diese Gelegenheit so gut es geht wahrnehmen sollte. Niemand kann einen Film ganz allein auf die Beine stellen. Man sollte Hilfe von anderen annehmen und akzeptieren, da man selbst nicht alle Bereiche einer Produktion abdecken kann.

Rino: Für Stop-Motion sollte man mit Straight-Ahead-Animation gut klarkommen, weil Pose-to-Pose da einfach nicht möglich ist. Das ist also definitiv von Vorteil. Ansonsten lassen sich die ganzen Techniken, die man bei 2D- und 3D-Animation lernt auch bei Stop-Motion hervorragend einsetzen – Stretch & Squash, Overlaps, Overshoot etc.
Wer weiß, wie man ein Bild licht-technisch interessant in Szene setzt, wird das auch gut anwenden können. Im Vergleich zur Animation am Computer oder auf Papier hat mich bei Stop-Motion immer das Haptische fasziniert, dass man mit echtem Licht arbeitet und tatsächlich etwas ‘Richtiges’ in den Händen hält. Von dieser Erfahrung werden dann im Gegenzug auch Zeichnungen und 3D-Renderings profitieren.

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Sonja: Ich würde das Stop-Motion-Projekt bei TRIKK17 jedem Absolventen der Animaton-School-Hamburg weiterempfehlen. Wir waren froh, dass wir auf Sandra Schießl gehört haben und unsere viel zu umfangreichen Ideen verworfen haben. Aber wenn man eine gute kurze Idee hat, ist es durchaus möglich mit ein wenig Arbeit in drei Monaten einen schönen Kurzfilm entstehen zu lassen.

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Vor einigen Tage habe ich den Kurzfilm „Schnitzeljagd“ präsentiert, der in unserem Studio produziert wurde. Heute könnt Ihr hier wertvolle Hintergrundinformationen und Tipps direkt aus erster Hand ergattern. Die Macher Katrin Schnier, Rino Pelli (Vimeo, Behance) und Sonja Heinrich (Website) standen mir für ein kleines Interview zur Verfügung.


Wie seid Ihr auf die Idee zu diesem Kurzfilm gekommen?

Rino: Erst wollten wir eine Art unkonventionellen Märchenfilm mit Twist machen. Dafür hätten wir dann allerdings eine ganze Reihe an Sets und Figuren gebraucht. Sandra hat sich dann an den Kopf gefasst: „’nen Drachen wollen die da auch noch drin haben!“. Das wäre in der kurzen Zeit einfach nicht umzusetzen gewesen. Also haben wir das verworfen und uns vorgenommen, etwas simpleres zu machen.

Katrin: Ich hatte am Abend zuvor mit einer Freundin telefoniert und ihr davon erzählt. Die Idee der Pointe kam von ihr. Als wir dann alle zusammen saßen, hat uns diese Geschichte am besten gefallen.

Rino: Viele der ersten visuellen Ideen sind dann auch tatsächlich im Film gelandet. Als wir dann mit den Storyboards angefangen haben war schon klar, dass der Film am Anfang eher düster und unheilvoll daherkommen sollte, um das mit der Pointe dann ganz rumzureißen.


Mit welchen Problemen hattet Ihr bei der Produktion zu kämpfen?

Rino: Ein großes Problem war, dass sich Dinge im Bild bewegten, die sich gar nicht bewegen sollten! Wir hatten in unserem Wald-Set haufenweise kleine Schaumstoffstückchen, Kunststoffblätter und Ähnliches auf dem Boden verteilt, um einen glaubwürdigen Waldboden zu bekommen. Beim Animieren der Figuren kommt man da halt immer mal wieder gegen, egal wie vorsichtig man ist. In der fertigen Animation sieht es dann aus als würde ein Wirbelwind durch die Szene fegen. Wir hatten schon die ganzen Schnipsel vorbeugend einzeln auf dem Set festgeklebt, aber einige Stellen mussten wir dann trotzdem in der Postproduktion wegmaskieren.

Sonja: Es war ein sehr straffer Zeitplan mit drei Monaten für die komplette Produktion. Wir hatten nachdem wir einen Monat mit der Ideenfindung verbracht haben, nur noch einen Monat Zeit um alle Figuren und Kulissen anzufertigen. Danach noch einen knappen und stressigen Monat um alles zu Drehen und für die Postproduktion. Zu kämpfen hatten wir unter anderem mit Sören, der uns an einem Tag gegen unser Set stieß. Mitten im Dreh rutschte das Blätterdach nach unten und die Bäume wackelten – wir mussten mit einer sehr aufwändigen Szene noch einmal beginnen.

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Rino: Und ursprünglich hatten wir zum Schluss das Reh auch noch lachend rauslaufen lassen. Bruno Bachem hat das Lachen vom Wolf aber so genial getroffen, dass alles, was wir danach für das Reh haben sprechen lassen, dagegen überhaupt nicht wirkte. Statt den Schlussgag noch zu verstärken, hat es ihn nur unterboten.
Am besten wirke es, als wir die letzten paar Sekunden einfach mal testweise abgezwackt hatten und so blieb es dann. Auch wenn das bedeutete, dass eine schwierige und auch recht gelungene Animation der Schere zum Opfer fiel.

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disney-andreas-deja Oliver Lysiak von den Fünf Filmfreunden hat mit dem legendären deutsch-US-amerikanischen Trickfilmzeichner ein Interview geführt. Im Alter von 10 Jahren schrieb Deja einen Brief an die Walt Disney Company und erhielt Informationen zur Ausbildung als Trickfilmzeichner. 15 Jahre später bewarb er sich nochmals, erhielt eine Einladung und ist seit dem bei den Disney Studios beschäftigt. Bekannt geworden ist er vor allem durch seine Arbeit am Kinofilm „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, bei dem er Roger Rabbit höchstpersönlich als Chefzeichner animiert hat. Später war er ebenfalls als Chefzeichner für die Bösewichte in modernen Disneyklassikern wie „Die Schöne und das Biest“, „Aladdin“ und „Der König der Löwen“ zuständig. Zuletzt hat er beim neuen Winnie Puuh Abenteuer dem Tigger das Leben eingehaucht (siehe auch: Filmkritik: Winnie Puuh). Hier das Interview…

Quelle: Fünf Filmfreunde

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portrait-anna Erzähl uns ein wenig über dich bzw. über dein Leben? Was hast du früher gemacht und was machst du zurzeit?

Ich bin in der Schweiz geboren und aufgewachsen. 2006 habe ich angefangen Animationsfilm an der „Hochschule Luzern – Design & Kunst“ zu studieren. Mein Schwerpunkt war von Anfang an der Zeichentrickfilm. 2010 habe ich mein Studium abgeschlossen und bin kurz danach nach Hamburg gekommen. Seit Februar bin ich Praktikantin bei TRIKK17.

Auf deiner Website sind einige der Kurzfilme, die du während deines Studiums angefertigt hast, zu sehen. Schnell fällt auf, dass dein Stil in eine bestimmte Richtung geht, sodass deine Filme einzigartig wirken. Willst du diesem Stil treu bleiben oder feilst du noch daran? Warst du während deines Studiums in der Lage vieles auszuprobieren?

Wir wurden nicht in erster Linie auf die Arbeit in einem Animationsfilmstudio vorbereitet. Die Ausbildung war vor allem auf Autorenfilme ausgelegt. Wir sollten lernen, unseren eigenen Stil zu entwickeln, sowohl auf visueller als auch dramaturgischer Ebene.
Meine Klasse umfasste nur sechs Studenten/-innen und die Abteilung war im Allgemeinen sehr klein. Wir hatten also sehr viel persönliche Unterstützung von Seiten der Dozenten. Mein Stil wird sich zweifellos weiterentwickeln und verändern, solange ich beobachte und zeichne. Zum Glück habe ich den Stift noch nicht komplett unter Kontrolle.

Wer sind deine Lieblings-Künstler der Branche bzw. hast du Vorbilder?

Natürlich bewundere ich Tim Burton und Hayao Miyazaki, aber eigentlich waren mir Comiczeichner immer näher. Ich bin eher mit „Spirou und Fantasio“ als mit Mickey Mouse aufgewachsen und die französische BD ist auch heute noch der stärkste Orientierungspunkt für mich. Der Trickfilm, der mich am meisten geprägt hat, ist „Son of Satan“ von JJ Villard. Eine Geschichte von Charles Bukowski, die Villard als Semesterarbeit am CalArts verfilmt hat.

Gibt es etwas, was du gelernt hast, dass du anderen Künstlern und/oder Interessenten der Branche mit auf dem Weg geben möchtest?

Vielleicht, dass die Welt groß ist und dass es sich lohnt, sich ab und zu mit anderen Dingen zu beschäftigen als nur mit Trickfilmen. Wir neigen dazu, uns in einem Mini-Kosmos zu verkriechen und werden dadurch zu einseitigen und bisweilen langweiligen Nerds.


Solltet Ihr weitere Fragen an Anna Nuic haben, so steht sie Euch in den Kommentaren zur Verfügung. Besucht auch Annas Website.


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daniela-hermann-interview Erzähl uns ein wenig über dich bzw. über dein Leben? Was hast du früher gemacht und was machst du zurzeit? Was hat dir dabei geholfen, die zu werden, die du bist?

2010 habe ich mein Studium in Szenografie an der Fachhochschule Hannover abgeschlossen. Der Studiengang spezialisiert sich auf den Entwurf von inszenierten Räumen in den Bereichen Theater und Film. Tendenziell hat mich das Medium Film immer mehr angezogen als die Theaterwelt. Auch wenn mir die Arbeit am Thalia Theater Hamburg und an der Oper Hannover während meines Studiums gut gefallen hat, war mir immer klar, dass ich mich besser im filmischen Genre aufgehoben fühle. Was ich aber schon immer gerne gemacht habe, war Modellbau (unter anderem auch für Bühnenbildentwürfe); weswegen ich schnell auf den Stop-Motion Film gekommen bin, der mich seitdem begeistert. Nach den ersten Gehversuchen noch während des Studiums bin ich mir jetzt sicher in welche Richtung mein Weg führen wird.

Auf welche Gebiete – sowohl in deinem Studium als auch privat – hast du dich spezialisiert?

Ich habe mich auf den Entwurf von Sets in Filmen, vor allem Stop-Motion-Filmen, spezialisiert. Dazu gehören eventuelle historische Recherchen (zum Beispiel architektonische Stilkunde), Vorskizzen, technische Zeichnungen, Material- und Farbproben und schliesslich auch Modellbau. Im Falle eines Stop-Motion-Filmes kommt natürlich auch der Bau der verschiedenen Sets dazu.

Wie hat dir das Praktikum bei TRIKK17 gefallen?

Während meines dreimonatigen Praktikums bei TRIKK17 habe ich sehr viel gelernt und eine wirklich gute Zeit gehabt. Toll fand ich natürlich, dass ich mehr über die Abläufe eines Stop-Motion Films gelernt habe und ich die Chance hatte, selbst ein Set und eine Puppe zu bauen. Gerade beim Puppenbau wurde mir unheimlich viel beigebracht und besonders die professionellen Ratschläge haben mir sehr weitergeholfen. Super war auch, dass ich einen Einblick in die Produktion einer Legetrick-Animation bekommen habe. Es war mir wichtig, neue Computerprogramme kennenzulernen.

Wer sind deine Lieblings-Künstler der Branche?

Der Look von Tim Burtons Filmen hat mir schon immer sehr gut gefallen – vor allem seinen Kurzfilm „Vincent“ kann ich mir immer wieder angucken. Ansonsten bin ich noch ein großer Fan von Michel Gondry (ausser seinem neuesten Hollywood-Film). Er geht sehr spielerisch mit den filmischen Möglichkeiten um und verleiht damit seinen Filmen eine Art “handmade” Charakter, die ich sehr sympathisch finde. Super finde ich auch Henry Selicks „Coraline“ oder den Claymation-Film „Mary and Max“.


Solltet Ihr weitere Fragen an Daniela Hermann haben, so steht sie Euch in den Kommentaren zur Verfügung.

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