Archive für Motion Capture

mars-needs-moms-poster Schon im März 2010 wurde angekündigt, dass Robert Zemeckis Produktionsfirma „ImageMovers Digital“ – Disneys Motion Capture Abteilung – im kommenden Januar die Pforten schließen wird. Direkt nach der Produktion von „Milo und Mars / Mars Needs Moms“! ImageMovers passt laut Disney nicht in deren Geschäftsmodell. Allein „Disneys Eine Weihnachtsgeschichte“ (2009) musste viel Kritik einstecken, obwohl es durchaus ein finanzieller Erfolg war. Die Folgen dieser Kritik muss „Milo und Mars“ nun spüren. Manchmal ist ein Flop einfach nur ein Flop. Aber wenn die Produktion eines Filmes $175 Millionen gekostet hat und im ersten Wochenende nur $6,9 Millionen einspielt, dann ist es eher ein Zeichen.

Regie hat zwar Robert Zemeckis nicht geführt, aber er durfte in letzter Zeit viel Kritik einstecken. Zemeckis hat schon vor langer Zeit mit Live-Action-Filme wie „Zurück in die Zukunft“, „Forrest Gump“ und „Cast Away – Verschollen“ bewiesen, dass er zu den Besten gehört. Aber aufgrund seines Motion-Capture-Trips („Der Polarexpress“, „Die Legende von Beowulf“, „Disneys Eine Weihnachtsgeschichte“) wird ihm immer mehr nachgesagt, dass er zu sehr in eine Richtung treibt und dabei die Story vernachlässigt.

„Milo und Mars“ kann zum Ende von Zemeckis Motion-Capture-Filmemacherei führen, die immer unbelieber beim Publikum wird. Anders als die digitale Animation von Pixar benötigt Zemeckis  Technik echte Schauspieler, die mit Sensoren ausgestattete Uniforme tragen und die nötigen Bewegungen ausführen. Diese Bewegungen werden aufgenommen und digitalisiert auf den Computer übertragen, sodass diese digitalen Modelle zur Produktion von Filmen verwendet werden können. - NY Times

Motion Capture im Allgemeinem hat es mittlerweile doch sehr schwer und wird immer wieder kritisiert. Mit Motion Capture ist ein Verfahren gemeint mit dem sich reale Bewegungen des Menschen in ein vom Computer lesbares Format umwandeln lässt. Das Problem hierbei ist der „Uncanny Valley“: Sobald auf optischer Ebene ein gewisser Realitätsgrad bei der Bewegung überschritten wird, wirkt die Animation sehr befremdlich und unglaubwürdig. Pixar Filme versuchen nicht realistisch zu sein, nutzen kein Motion Capture und haben daher auch nicht mit diesem Problem zu kämpfen. Zemeckis dagegen schon!

Ich sehe es eigentlich relativ offen. Motion Capture ist nicht grundsätzlich gruselig. Es ist eher eine technische Hürde, die überwunden werden muss. Genauso wie zurzeit einige Studios mit „3D/Stereoskopie“ scheitern, genauso werden auch andere Studios an Motion Capture scheitern. Es ist eher ein Lernprozess, der sich über die Zeit verbessert. Die meisten meiner Freunde und Bekannten wissen auch nicht, dass „Der Polarexpress“ ebenfalls mittels Motion Capture produziert wurde und niemand hat sich über die Animation beschwert. Motion Capture hat Potential, aber es ist kein Ersatz für  traditionell gezeichnete Animation oder CGI oder Stop Motion – eher eine Alternative. Was meint Ihr?

Quellen: NY TimesBox Office MojoAnimationsfilme.ch

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