Archive für Zeichentrick

„Leonardo’s Chase“ ist ein Kurzfilm von dem CalArts-Studenten Carlos Romero aus seinem ersten Jahr (2009). Die Geschichte liefert genau das, was der Titel vermuten lässt – eine Verfolgungsjagd. Eine Junge kommt gerade aus einem Fischladen und schon schnappt sich eine Katze den Fisch. Leonardo, der Junge, kann es sich nicht gefallen lassen und macht sich promt auf die Jagd. Stellenweise wirkt der Film ein wenig unvollständig bzw. unfertig. Aber das spielt kaum eine Rolle, denn „Leonardo’s Chase“ erfüllt seinen Zweck. Es macht Spass! Dies ist die Uncut-Fassung – für die CalArts Producers Show 2009 wurde der Film auf 90 Sekunden gekürzt.

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toy-story-3-woody-oscar-1 Bei den diesjährigen Academy Awards gab es keinen dominierenden Film. Der Historienfilm „The King’s Speech“ war zwar zwölf Mal nominiert, hat allerdings nur vier davon tatsächlich gewonnen. Genau so viele wie Christopher Nolans „Inception“ (bei acht Nominierungen). David Finchers Filmdrama war bei den Golden Globes 2011 der erfolgreichste Film und auch bei den Oscars 2011 konnte „The Social Network“ mit drei der begeehrten Trophäen überzeugen.

Wie erwartet hat Pixar die Kategorie „Bester Animationsfilm“ abonniert. Vor der Verleihung hätte ich gerne noch „The Illusionist” gesehen, aber das kann man später noch nachholen – vorausgesetzt der Film wird hier in Deutschland irgendwann verfügbar sein; eine Kinoveröffentlichung bezweifle ich ein wenig. Mir persönlich hat der Drache zwar mehr zugesagt, aber Lee Unkrich hat mit seiner Spielzeuggeschichte auch nichts falsch gemacht. Ein verdienter Sieg! Aber in der Hauptkategorie konnte sich „Toy Story 3“ leider nicht durchsetzen.

Ein wenig enttäuscht hat mich, dass es unser Grüffelo nicht geschafft hat. In der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“ habe ich bislang einen Film noch nicht gesehen – „Let’s Pollute“ von Geefwee Boedo! Dabei war ich mir ziemlich sicher, dass Max Lang und Jakob Schuh mit „Der Grüffelo“ gute Chancen haben. Der Film basiert auf einem wundervollen Kinderbuch; optisch ist der Film beeindruckend und erzählerisch ist es schön umgesetzt. Kürzlich habe ich auch ein Interview mit dem Matte Painter Alexander Lindner geführt (siehe hier). Dennoch gehört „The Lost Thing“ von Shaun Tan und Andrew Ruhemann zu den besten animierten Kurzfilmen, die ich über das vergangene Jahr gesehen habe. Vor allem da der Kurzfilm auch eine schöne und zum Nachdenken anregende Botschaft enthält.

Hier die komplette Auflistung:


Bester Film

The King’s Speech – Iain Canning, Emile Sherman und Gareth Unwin
127 Hours – Christian Colson, Danny Boyle und John Smithson
Black Swan – Mike Medavoy, Brian Oliver und Scott Franklin
The Fighter – David Hoberman, Todd Lieberman und Mark Wahlberg
Inception – Christopher Nolan und Emma Thomas
The Kids Are All Right – Gary Gilbert, Jeffrey Levy-Hinte und Celine Rattray
The Social Network – Scott Rudin, Dana Brunetti, Michael De Luca und Ceán Chaffin
Toy Story 3 – Darla K. Anderson
True Grit – Ethan Coen, Joel Coen und Scott Rudin
Winter’s Bone – Anne Rosellini und Alix Madigan


Beste Regie

Tom Hooper – The King’s Speech
Darren Aronofsky – Black Swan
Ethan Coen, Joel Coen – True Grit
David Fincher – The Social Network
David O. Russell – The Fighter


Bester Hauptdarsteller

Colin Firth – The King’s Speech
Javier Bardem – Biutiful
Jeff Bridges – True Grit
Jesse Eisenberg – The Social Network
James Franco – 127 Hours


Beste Hauptdarstellerin

Natalie Portman – Black Swan
Annette Bening – The Kids Are All Right
Nicole Kidman – Rabbit Hole
Jennifer Lawrence – Winter’s Bone
Michelle Williams – Blue Valentine


Bester Nebendarsteller

Christian Bale – The Fighter
John Hawkes – Winter’s Bone
Jeremy Renner – The Town – Stadt ohne Gnade
Mark Ruffalo – The Kids Are All Right
Geoffrey Rush – The King’s Speech


Beste Nebendarstellerin

Melissa Leo – The Fighter
Amy Adams – The Fighter
Helena Bonham Carter – The King’s Speech
Hailee Steinfeld – True Grit
Jacki Weaver – Königreich des Verbrechens


Bestes Originaldrehbuch

The King’s Speech – David Seidler
Another Year – Mike Leigh
The Fighter – Scott Silver, Paul Tamasy und Eric Johnson
Inception – Christopher Nolan
The Kids Are All Right – Lisa Cholodenko und Stuart Blumberg


Bestes adaptiertes Drehbuch

The Social Network – Aaron Sorkin
127 Hours – Danny Boyle und Simon Beaufoy
Toy Story 3 – Michael Arndt, John Lasseter, Andrew Stanton und Lee Unkrich
True Grit – Ethan und Joel Coen
Winter’s Bone – Debra Granik und Anne Rosellini


Bester Animationsfilm

Toy Story 3 – Lee Unkrich
Drachenzähmen leicht gemacht (How to Train Your Dragon) – Dean DeBlois und Chris Sanders
L’Illusionniste – Sylvain Chomet


Bester fremdsprachiger Film

In einer besseren Welt (Dänemark) – Regie: Susanne Bier
Biutiful (Mexiko) – Regie: Alejandro González Iñárritu
Kynodontas (Griechenland) – Regie: Giorgos Lanthimos
Die Frau die singt – Incendies (Kanada) – Regie: Denis Villeneuve
Hors-la-loi (Algerien) – Regie: Rachid Bouchareb


Bester animierter Kurzfilm

The Lost Thing – Shaun Tan und Andrew Ruhemann
Day & Night – Teddy Newton
Der Grüffelo (The Gruffalo) – Jakob Schuh und Max Lang
Let’s Pollute – Geefwee Boedoe
Madagaskar – Ein Reisetagebuch (Madagascar, carnet de voyage) – Bastien Dubois


Bester Kurzfilm

God of Love – Luke Matheny
The Confession – Tanel Toom
The Crush – Michael Creagh
Na Wewe – Ivan Goldschmidt
Wish 143 – Ian Barnes und Samantha Waite


Bestes Szenenbild

Alice im Wunderland – Robert Stromberg und Karen O’Hara
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 – Stuart Craig und Stephenie McMillan
Inception – Guy Hendrix Dyas, Larry Dias und Douglas A. Mowat
The King’s Speech – Eve Stewart und Judy Farr
True Grit – Jess Gonchor und Nancy Haigh


Beste Kamera

Inception – Wally Pfister
Black Swan – Matthew Libatique
The King’s Speech – Danny Cohen
The Social Network – Jeff Cronenweth
True Grit – Roger Deakins


Bestes Kostümdesign

Alice im Wunderland – Colleen Atwood
I Am Love – Antonella Cannarozzi
The King’s Speech – Jenny Beavan
The Tempest – Sandy Powell
True Grit – Mary Zophres


Bester Dokumentarfilm

Inside Job – Charles H. Ferguson und Audrey Marrs
Exit Through the Gift Shop – Banksy
GasLand – Josh Fox
Restrepo – Tim Hetherington und Sebastian Junger
Waste Land – Lucy Walker


Bester Dokumentar-Kurzfilm

Strangers No More – Karen Goodman und Kirk Simon
Killing in the Name
Poster Girl
Sun Come Up – Jennifer Redfearn und Tim Metzger
The Warriors of Qiugang – Ruby Yang und Thomas Lennon


Bester Schnitt

The Social Network – Kirk Baxter und Angus Wall
127 Hours – Jon Harris
Black Swan – Andrew Weisblum
The Fighter – Pamela Martin
The King’s Speech – Tariq Anwar


Bestes Make-Up

Wolfman – Rick Baker und Dave Elsey
Barney’s Version – Adrien Morot
The Way Back – Edouard F. Henriques, Greg Funk und Yolanda Toussieng


Beste Filmmusik

The Social Network – Trent Reznor und Atticus Ross
127 Hours – A. R. Rahman
Drachenzähmen leicht gemacht – John Powell
Inception – Hans Zimmer
The King’s Speech – Alexandre Desplat


Bester Filmsong

Toy Story 3 – Randy Newman (We Belong Together)
127 Hours – A. R. Rahman, Rollo Armstrong und Dido (If I Rise)
Country Strong – Tom Douglas, Hillary Lindsey und Troy Verges (Coming Home)
Rapunzel – Neu verföhnt – Alan Menken und Glenn Slater (I See the Light)


Bester Ton

Inception – Lora Hirschberg, Gary Rizzo und Ed Novick
The King’s Speech – Paul Hamblin, Martin Jensen und John Midgley
Salt – Jeffrey J. Haboush, William Sarokin, Scott Millan und Greg P. Russell
The Social Network – Ren Klyce, David Parker, Michael Semanick und Mark Weingarten
True Grit – Skip Lievsay, Craig Berkey, Greg Orloff und Peter F. Kurland


Bester Tonschnitt

Inception – Richard King
Toy Story 3 – Tom Myers und Michael Silvers
Tron: Legacy – Gwendolyn Yates Whittle und Addison Teague
True Grit – Skip Lievsay und Craig Berkey
Unstoppable – Außer Kontrolle – Mark P. Stoeckinger


Beste visuelle Effekte

Inception – Paul Franklin, Chris Corbould, Andrew Lockley und Peter Bebb
Alice im Wunderland – Ken Ralston, David Schaub, Carey Villegas und Sean Phillips
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 – Tim Burke, John Richardson, Christian Manz und Nicolas Aithadi
Hereafter – Das Leben danach – Michael Owens, Bryan Grill, Stephan Trojansky und Joe Farrell
Iron Man 2 – Janek Sirrs, Ben Snow, Ged Wright und Daniel Sudick

Quelle: oscars.org/


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the-borrower-karigurashi-no-arrietty Zahlreiche Quellen berichten, dass Ghiblis neuer Film „The Borrower Arrietty / Karigurashi no Arrietty“ früher als erwartet in den deutschen Kinos eintreffen werde. Nachdem Universum ANIME Anfang Februar den Trickfilm lizensiert hatte, ist jetzt auch bekannt, dass dieser ab dem 02. Juni auf der großen Leinwand zu sehen sein soll. Hierzulande ist auch eine Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray geplant.

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cheburashka-tscheburaschka2 Ein Film – auf den ich mich mit am meisten freue – ist „Tscheburaschka“. Einigen mag der Begriff bekannt vorkommen. Ein Tscheburaschka ist ein kleines Tier mit braunem Fell und großen Ohren. Der aktuellen Wissenschaft ist das Tier völlig unbekannt – weltweit ist die Existenz von nur einem Exemplar dieses Tieres belegt. Das Tier ist das erste Mal 1966 in Russland gesichtet worden. Ein Obsthändler hat einige Kisten Orangen aus dem Außland importiert und dabei das Tier in einer Kiste aufgefunden. Wissenschaftler vermuten, dass das Tier eingeschlafen sei als es sich an den Orangen im Außland bereichern wollte und wurde daraufhin versehentlich in einer dieser Kisten exportiert. Schnell wurde das Tier auf den Namen Tscheburaschka getauft und im ganzen Land bekannt. Durch seine (für ein Tier) übernatürlich hohe Intelligenz bekam es Rollen in Kurzfilmen angeboten. Zwar konnte Tscheburaschka von 1969 bis 1983 in nur vier Kurzfilmen mitspielen, wurde aber aufgrund seiner Beliebtheit – vor allem bei Kindern – schnell zum Volkshelden Russlands. Darüber hinaus hat Tscheburashka viele Gastrollen in Filmen sowie Serien weltweit übernommen und war zudem 2004 das offizielle Maskottchen der russischen Olympiamannschaft für die Olympischen Sommerspiele 2004.

Aber wenn man es genau nimmt, dann entstammt Tscheburaschka der Fantasie des russischen Kinderbuchautoren Eduard Uspenski, der 1966 ein Buch über die Abenteuer eines solchen Wesens verfasste. Die vier genannten Kurzfilme sind Stop Motion Filme aus Russland, die ich vollstens empfehlen kann. Das grandiose an diesen Kurzfilmen bzw. an der Figur ist, dass Tscheburaschka eine wundervoll unterhaltsame Naivität in sich birgt. Vor ein paar Jahren habe ich das erste Mal von einigen neuen „Tscheburaschka“-Projekten aus Japan gehört. Viel konnte man über diese Projekte nicht erfahren und als dann Ende 2009 bzw. Anfang 2010 eine 26-teilige-Zeichentrickserie mit dem Titel „Cheburashka Arere?“ in Japan lief – dachte ich, dass wahrscheinlich nicht mehr kommen würde. Und dann lese ich Ende 2010, dass bereits ein Stop Motion Kinofilm zu „Tscheburaschka“ in den japanischen und einigen russischen Kinos läuft. Als riesen Tscheburaschka-Fan brauche ich wohl nicht zusagen, wie mich das freut. Ich hoffe sehr, dass es der Film nach Deutschland schafft.
Produziert wurde der Film in einem südkoreanischen Studio, das bereits Erfahrung in hochqualitativer Stop-Motion-Animation hat. Die Produktion hat sechs Jahre gedauert und Regie führte Makoto Nakamura, der bei vielen Animes mitgewirkt hat.

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Kürzlich hat mich Severin Auer auf eine lesenswerte Filmrezension von Simon Reber (groarr.ch) zu „The Borrower Arrietty“ hingewiesen – dem kommenden Spielfilm vom Studio Ghibli, das unter anderem bekannt ist für großartige Zeichentrickfilme wie Prinzessin Mononoke und dem oscar-preisgekrönten Film Chihiros Reise ins Zauberland:

„Es ist beruhigend zu sehen, dass – falls Miyazaki seine immer lauter werdende Drohung tatsächlich wahr werden lässt und bald zurücktritt – Studio Ghibli in Yonebayashi Hiromasa zumindest einen würdigen Nachfolger hätte. Klar, der Regisseur von Karigurashi no Arrietty ist noch weit davon entfernt ein Miyazaki zu sein. Doch ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung hat er mit Karigurashi no Arietty sicherlich getan.“ – Simon Reber, (groarr.ch)

Laut Ghiblis 5-Jahres-Plan soll jährlich ein weiterer Film veröffentlicht werden. Die ersten drei Filme werden von jungen und aufstrebenden Regisseuren entwickelt und die letzten beiden sollen epische Meisterwerke werden. Somit können wir frühstens erst im Jahre 2014/2015 mit einem weiteren Film vom Großmeister Hayao Miyazaki rechnen. Sein letzter Film „Ponyo – Das große Abenteuer am Meer“ ist zwar vergangenen Sommer bei uns in Deutschland veröffentlicht worden – allerdings mit rund zwei Jahren Verspätung. Wenn wir auch bei den kommenden Ghiblis mit einer ähnlichen Verspätung rechnen, dann wird vor 2016/2017 wohl kein weiterer Zeichentrickfilm von Hayao Miyazaki in Deutschland zu sehen sein.

In der oben zitierten Filmrezension wurde das Thema teils angesprochen. Hat Studio Ghibli einen würdigen Nachfolger?
Hayao Miyazaki durfte kürzlich seinen 70. Geburtstag feiern und wird nicht ewig Trickfilme produzieren. Ich vermute bereits jetzt, wenn er zurücktritt und in den Ruhestand geht, dann wird eine ähnliche Frage in den Köpfen der Ghibli-Mitarbeitern herumspuken wie in den 60-ger Jahren in den Disney Studios. Damals haben die Disney Mitarbeiter sich immer wieder gefragt „Was würde Walt tun?“ (What would Walt do). Der zweite Film im Rahmen des 5-Jahres-Plan von Ghibli soll unter der Regie von Hayao Miyazakis Sohn Gorō produziert werden, der bereits 2006 die Möglichkeit hatte Regie zu führen (Die Chroniken von Erdsee). Finanziell war der Film zwar ein Erfolg, wurde allerdings von vielen Seiten schwerstens kritisiert. Der Zeichentrickfilm wurde bei den Bunshun Raspberry Awards zum schlechtesten Film des Jahres 2006 gewählt und Gorō selbst zum schlechtesten Regisseur.

hayao-miyazaki Das erste Mal spielte Hayao Miyazaki offiziell 1998 mit dem Gedanken in den Ruhestand zu gehen und hatte dies auch zeitweise angekündigt. Grund dafür war der Tod seines Mitarbeiters Yoshifumi Kondō, der bei vielen erfolgreichen Projekten großartige Leistungen auf den Gebieten „key animation“, „animation direction“ und „character design“ erbracht hatte. Er hat an Serien gearbeitet wie „Anne mit den roten Haaren (1979)“, „Eine fröhliche Familie (1987)“ und ist seit 1988 bei Studio Ghibli beschäftigt gewesen. Regie konnte er allerdings nur bei einem einzigen Film führen („Stimme des Herzens“, 1995). Er ist im Alter von 47 Jahren gestorben. Spekuliert wird, dass sein Tod durch Überarbeitung hervorgerufen wurde.

‘Studio Ghibli’-Mitbegründer und Animationslegende Isao Takahata ist sogar ein Stückchen älter als Hayao und kommt erst recht als Nachfolger nicht in Betracht. Seit letzter Spielfilm kommt aus dem Jahre 1999 (Meine Nachbarn die Yamadas). Das Problem ist, Hayao Miyazaki hat mit seinen Filmen sein Studio so sehr geprägt, dass es fast unmöglich erscheint einen würdigen Nachfolger zu finden. Jeder würde sich an ihm messen und seinen Stil kopieren wollen. Was würde Hayao tun? Dabei ist dies bzw. diese Fragestellung der direkte Weg zum Misserfolg. Niemand wird Hayao Miyazaki ersetzen können! Besser wäre, wenn Studio Ghibli einen neuen Weg einschlägt – neuartige Filme produzieren, der den Stil des jeweiligen Nachfolgers widerspiegelt. Ich denke, Studio Ghibli ist auf gutem Wege, wünsche den Leuten viel Erfolg und freue mich auf die kommenden Filme.

Was meint Ihr, schafft es Studio Ghibli einen würdigen Nachfolger zu finden?

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Bereits vor ein paar Tagen habe ich mit Denis Chapon’s Abuela Grillo einen Kurzfilm vorgestellt, der im Rahmen des The Animation Workshop (in Viborg, Dänemark) produziert wurde. „The Animation Workshop” gilt seit vielen Jahren als weltweite Anlaufstelle für alle, die im Bereich Animation etwas aus sich machen wollen. Erst kürzlich wurden die neuen Bachelorfilme 2011 veröffentlicht und wie in den vergangenen Jahren… wie gewohnt sind alle Filme absolut großartig und empfehlenswert.

„The Backwater Gospel“ ist ein Film von Bo Mathorne. Bereits optisch hebt sich dieser deutlich von anderen ab und schafft eine angespannte und teils gruselige Atmosphäre. Wenn The Undertaker einen Besuch abstattet, so gilt es als Zeichen, dass jemand zu sterben hat. Sein nächstes Ziel ist ein Dorf, das von seiner Anwesenheit terrorisiert wird. Die Bewohner wissen, dass jemand zu sterben hat. Doch die Frage bleibt offen, wer es dieses Mal sein hat.

backwater-gospel-animation-workshop
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karigurashi_no_arrietty_poster

Nachdem Ponyo mit gut zwei Jahren Verspätung es zu uns nach Deutschland geschafft hat, ist der nächste Ghibli schon auf dem Weg. The Borrower Arrietty (Karigurashi no Arrietty) ist Mitte 2010 in Japan veröffentlicht worden – die US-Premiere folgt diesen Monat. Regie führte Hiromasa Yonebayashi, der seit 1997 bei Studio Ghibli tätig ist und sich über die Zeit vom Inbetween-Animator zum Key-Animator hoch gearbeitet hatte. „The Borrower Arrietty” ist der erste Film bei dem er Regie geführt hat. Die Geschichte basiert auf dem Fantasy-Roman „The Borrowers” von Mary Norton und erzählt von kleinen menschen-ärtigen Wesen, die um uns herum leben. Der Trailer sieht großartig aus:

top_1_1 Doch bereits jetzt arbeitet Studio Ghibli am nächsten Projekt. Ende 2010 hat Ghibli deren 5-Jahres Plan aufgestellt. In den ersten drei Jahren soll jährlich je ein weiterer Film von jungen, aufstrebenden Regisseuren kommen. Die anderen beiden Jahre sind für epische Meisterwerke bestimmt. Hiromasa Yonebayashi hat mit „The Borrower Arrietty” bereits den Anfang gemacht. Beim nächsten Projekt wird Hayao Miyazakis Sohn Goro einen Manga adaptieren (Kokuriko-Zaka Kara von Tetsurō Sayama). Es handelt von einer gewöhnlichen Schülerin, die 1963 in einer Hafenstadt aufwächst. Vor einiger Zeit ist ihr Vater nach einem Unfall fast spurlos verschwunden und ihre Mutter ist regelmäßig auf Geschäftsreisen im Ausland.

Quellen: Anime News Network 1, Anime News Network 2

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Denis Chapons Kurzfilm erzählt von einer älteren Dame, die durch ihren Gesang Regen hervorrufen kann. Manchmal ist dieser lebensrettend! Manchmal unerwünscht! Manchmal ist dies aber auch eine teuflisch-geniale Geschäftsidee!

Letzten Monat hat Denis uns in unseren TRIKK17-Räumen einen Besuch abgestattet und wir hatten die Möglichkeit ihn persönlich kennen zu lernen. Auf jeden Fall gehört er zu der Art von Künstlern, die sich hohe Ziele setzen und eine Vision haben. Dennoch ist es bei ihm kein reines Wunschdenken. Er weiß, wie er seine Ziele zu erreichen hat und tut dementsprechend auch viel dafür. Viel Spass bei dem Film!

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Letzte Woche hat die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences” die Nominierungen  für die 83. Oscarverleihung bekannt gegeben, die am 27. Februar stattfindet. Da sich dieses Jahr nur 15 Animationsfilme qualifiziert haben, konnten auch nur drei nominiert werden. Hätte sich nur ein weiterer Film (auf 16) qualifiziert, so wären wie bereits wie im vergangenen Jahr fünf Nominierungen möglich gewesen. Die Nominierungen für den Academy Award „Bester Animationsfilm” lauten:

Bester Animationsfilm

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  • Toy Story 3 (Lee Unkrich), USA
  • The Illusionist (Sylvain Chomet), Frankreich
  • • Drachenzähmen leicht gemacht (Chris Sanders, Dean DeBlois), USA

Davon ist „The Illusionist” zum einem der einzige Film, den ich nicht gesehen habe, und zum anderen auch der Film, an dem ich das größte Interesse habe. Laut der Pressemappe von Sony basiert dieser Film auf einem Skript von der französischen Comedy Legende Jacques Tati, das niemals realisiert wurde. Jacques Tati wollte seiner ältesten Tochter das Gefühl geben, dass sie von ihm geliebt wird, und in diesem Zusammenhang diente das Skript als eine Art Liebeserklärung von einem Vater zu seiner Tochter. Story-technisch erzählt die Geschichte von einem Illusionisten, der eine isolierte Gemeinde besucht und auf eine junge Frau trifft, die davon überzeugt ist, dass er ein echter Magier ist. Der Trailer sieht sehr vielversprechend und wunderschön aus. Ich freue mich sehr und hoffe, dass dieser Film es noch zu uns nach Deutschland schafft.

Doch mit DreamWorks Animation und Disney/Pixar scheint die Konkurrenz nicht einfacher zu werden. Drachenzähmen leicht gemacht wurde schon des öfteren kritisiert, dass dieser Film nicht kindertauglich sei und Kinder teils verschrecke. Aber der Regisseur Dean DeBlois meinte in einem Gespräch mit der LA Times, dass er keine Filme für Kinder produziere, sondern eher Geschichten erzähle, die er als Kind liebte. Toy Story 3 hat dagegen von US-Kritikern die besten Bewertungen bekommen und Pixar scheint den Oscar längst abonniert zu haben. Zudem ist „Toy Story” auch in der Kategorie „Bester Film” nominiert. Somit ist dies nach „Die Schöne und das Biest (1991)” und „Oben (2009)” das dritte Mal das ein animierter Film in der Königsklasse nominiert ist.

Bester animierter Kurzfilm

  • • Day & Night (Teddy Newton), USA
  • • Let’s Pollute (Geefwee Boedoe), USA
  • • Madagascar, A Journey Diary (Bastien Dubois), Frankreich
  • • Der Grüffelo (Jakob Schuh, Max Lang), Großbritannien
  • • The Lost Thing (Andrew Ruhemann, Shaun Tan), Australien

Davon gesehen habe ich Pixars „Day & Night”, „Madagascar, A Journey Diary” und „Der Grüffelo”. Ich hoffe, demnächst noch die Möglichkeit zu haben die anderen beiden Filme zu sehen. Aber von den gesehenen Kurzfilmen hat mich Der Grüffelo am meisten unterhalten. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuchklassiker von Julia Donaldson. Regie führten die beiden Deutschen Jakob Schuh und Max Lang. Die Geschichte handelt von einer Maus, die auf ihrem Weg auf mehrere Gefahren trifft und geschickt mittels einer Lüge von einem großen sowie furchterregenden Monster – namens „Der Grüffelo” – einen Fuchs, eine Eule und eine Schlange verschreckt. Doch wer weiß, vielleicht gibt es den Grüffelo ja doch. Heiligabend wurde der Kurzfilm das erste Mal im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Des weiteren könnt Ihr auch auf Alexander Lindners Blog schöne Matte Paintings bewundern, die er vor einem Jahr für die Produktion hergestellt hatte.

Welche Filme davon habt Ihr gesehen, welche haben Euch am meisten gefallen und was glaubt Ihr, welche Filme dieses Jahr gewinnen werden?

Quellen: Academy of Motion Picture Arts and Sciences, Sony Pressemappe, LA Times Blogs

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