Archive für Zeichentrick

Dies ist der zweite Teil der ASH-Vorstellung bzw. des Interviews mit Manfred Behn. Siehe hier für den ersten Teil.


Der Bereich “Digital Animation” bzw. die Arbeit am Grafiktablett wird immer wichtiger. Vor allem da man fast das gleiche Ergebnis effektiver und somit schneller erreichen kann. Zu Anfang hatte Behn bedenken, da der Charme des Trickfilms verloren gehen könne. “Da war ich auch erst einmal ein wenig skeptisch und dachte, der ‘Look’ wäre in dem Fall ganz anders. Experten würden den Unterschied erkennen, aber ein Laie sieht kaum einen Unterschied. Doch selbst Experten sehen Unterschiede weniger, je besser die Beherrschung der Software ist”, meint Behn.

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Anfang der 90-ger Jahre sind viele Animationsstudios im deutschen Raum entstanden. Seitdem wird kontinuierlich mehr animiert. Allerdings – wie auch in vielen anderen westlichen Ländern – wird immer mehr Arbeit nach Asien verlagert. Der Beruf des Zwischenzeichners ist in Deutschland mehr oder weniger ausgestorben und auch im 3D/CGI-Segment werden ähnliche arbeitsintensiven Berufe ins Ausland verlagert. In den letzten 5-6 Jahren gab es keinen abendfüllenden Animationsfilm, der ausschließlich in Deutschland produziert wurde. Da sich viele Institutionen in Deutschland auf Zeichentrick spezialisiert hatten, hatte 3D/CGI zudem viele Anlaufschwierigkeiten. Die wohl typischste Frage – die im Rahmen von Interviews an Manfred Behn gestellt wird – ist, ob deutsche Animationsfilme jemals das Niveau eines ‘Ratatouille’ (Pixar) oder ähnlichen Hollywood-Produktionen erreichen können. Behn ist da eher skeptisch, weil die finanziellen Möglichkeiten hierzulande begrenzt bleiben – an Talent fehlt es auf jeden Fall nicht. Insbesondere 3D/CGI wird immer mehr nachgefragt. Denn Spezialisten dieser Bereiche können nicht nur bei der Produktion von Animationsfilmen mitwirken, sondern haben des Weiteren Berufsperspektiven im Game-Segment. Auch in der Produktion von Games wird ein filmisches Verständnis sowie Animation benötigt.

Viele deutsche Animationsfilme sind insbesondere auf den deutschen Markt zugeschnitten und weniger tauglich für das internationale Publikum. Zudem haben Erwachsenenformate es schwer in Deutschland. Kinderformate wie “Lauras Stern” oder “Der kleine Eisbär” sind dagegen Selbstgänger. Für Kinder oder Familienfilme gibt immer eine permanente Gemeinde bzw. eine Zielgruppe, die gepflegt werden will. “Ich würde mir wünschen, dass Originär-Stoffe für Trickfilme entwickelt werden. In den USA und Japan machen sie es,” hofft Behn. In Deutschland hat es bisher fast nur Produktionen gegeben, die entweder auf Comics oder Kinderbüchern basieren. Filme wie “Felidae” sind interessant. Der Animationsfilm von 1994 basiert zwar auch auf einem Buch, allerdings ist das Design eine komplette Eigenkreation. Leider war dieser Film an den deutschen Kinokassen nicht besonders erfolgreich und viele Studios haben die Produktion von Erwachsenenformaten wie Felidae als ‘zu riskant’ eingestuft. “Ich halte diese Konsequenz für nicht richtig, weil ich mir tausende Stoffe vorstellen könnte, die erst recht für Trickfilme geeignet wären”, argumentiert er. Man muss immer eine Probe machen. Kann man die Geschichte auch als Realfilm realisieren oder ist es nur als Animationsfilm möglich? Vor allem Tiergeschichten sind geeignet um animiert zu werden. “Ich finde, man müsste den riesigen Aufwand für Animation nicht betreiben, wenn man das gleiche Ergebnis auch mit einem Realfilm erreichen könnte”, fügt er hinzu.

Kursteilnehmer an der animation-school-hamburg sind auf der einen Seite berufserfahrene Experten eines ähnlichen Fachgebietes (Grafik Design, Illustration, Kommunikationsdesign) und auf der anderen Seite immer häufiger direkte Schulabgänger. “Beide Gruppen waren für uns immer gleich bedeutsam und nicht immer haben diejenigen mit beruflicher Vorerfahrung auch die besten Karrieren gehabt”, beteuert Behn. Er empfiehlt den Absolventen der ASH, das sich diese auf ihre Stärken konzentrieren und diese fördern. Es muss nicht jeder ein Animator werden. Zum Beispiel kann man auch als Illustrator beim Animationsfilm arbeiten. Doch die eigentlichen Animatoren sollten ein überdurchschnittliches Talent aufweisen, da – wie bereits erwähnt – große Teile der Produktion ins Ausland verlagert werden. Als Animator in Deutschland hat man nur in Rahmen von Trailern, Probesequenzen oder Werbefilmen die Möglichkeit Szenen vollständig zu animieren. Im Übrigen wird Manfred Behn vermehrt von Studios angesprochen, ob er nicht einen Kurs zu Produktionsleitung anbieten könne. Es ist besonders schwer Talente zu finden, die sowohl künstlerisches Verständnis als auch wirtschaftlich-organisatorische Kenntnisse mitbringen. Alles in allem besteht Bedarf nach Experten bzw. Leuten, die sehr gute Kenntnisse in ihrem jeweiligen Fachgebiet wie Storytelling, Character Design, Background, Storyboard etc. besitzen. Die animation-school-hamburg bietet Qualifizierungen in diesen Bereichen und fördert insbesondere selbstständige Projektentwicklung. Carolin Reich hat im Abschlussjahr 2011 sogar einen Comic realisiert.

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animation-school-hamburg-logo Kürzlich hatte ich die Gelegenheit unseren Freunden in der animation-school-hamburg (ASH) einen Besuch abzustatten und ein Interview mit dem Leiter Manfred Behn zu führen. 1998 wurde das Projekt ASH von der Initiative des Bildungswerks für Medien initiiert. Behn hat allerdings das Projekt erst im Jahr 2000 übernommen, nachdem die vorherige Leiterin schwanger wurde. Er ist ausgebildeter Gymnasiallehrer für Deutsch sowie Englisch und abgesehen von den typischen Kindheitserinnerungen, hatte er zuvor wenig mit Animation zu tun gehabt. Ein filmisches Interesse hatte er aber schon immer. Dennoch beschäftigt er sich in seiner Freizeit eher mit Lesen als mit Film. Die Inhalte, Hintergrundinformationen sowie ansatzweise die daraus folgenden Interpretationen der folgenden zwei Beiträge sind mit Hilfe der Auskunftsbereitschaft von Manfred Behn entstanden. An dieser Stelle einen herzlichen Dank!

In den Anfängen der animation-school-hamburg wurden ausschließlich 2D/Zeichentrick-Kurse angeboten. Dies beruhte auf dem überaus großen Erfolg einiger deutscher Zeichentrickfilme aus den 90-ger Jahren. Allen voran die WERNER-Filme und auch andere Produktionen der Trickompany in Hamburg. Zwar wurden in der DDR hin und wieder einige Animationsfilme produziert, aber in der BRD gab es zwischen “Konferenz der Tiere” (1969) und “Werner – Beinhart!” (1990) eine riesige Lücke in der Produktion von abendfüllenden Animationsfilmen. Teilweise wurde diese Lücke mit amerikanischen Trickfilmen – meist Disney – gefüllt. In dieser Boom-Phase kam der Gedanke, dass Mitwirkende in der Produktion von Zeichentrickfilmen nicht immer Quereinsteiger zu sein haben oder eingekaufte Experten aus dem Ausland. Dies war die ‘Geburtsstunde’ der animation-school-hamburg. Die ASH war und ist ein Teil um den deutschen Markt im Bereich Animationsfilm voranzutreiben. 2007 weitete die ASH das Kurs-Angebot aus und bietet mittlerweile auch Qualifizierung im Segment 3D/CGI an. In diesem Rahmen wird seit 2009 auf der einen Seite ein 1-jähriger 2D/Zeichentrick-Kurs angeboten, der aus einer halbjährigen Einführungphase und einer halbjährigen praktischen Filmproduktionsphase besteht, und auf der anderen Seite 3-monatige 3D/CGI-Module mit wechselnden Themen. Sowohl für den 2D-Kurs als auch die 3D-Module stehen jeweils 10 Plätze zur Verfügung. Im Bereich 2D/Zeichentrick hat die animation-school-hamburg deutschlandweit schon längst ein hoch angesehenes Image aufgebaut. Aber im noch relativ jungen Zweig “3D/CGI” muss sich die ASH noch einen Namen machen.

manfred-behn-karikatur-animation-school-hamburg-2_0 Behn war es schon immer wichtig, dass den Kursteilnehmern sowohl im Laufe des Grundstudiums als auch während der Projektphase immer ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Daher zeichnet die ASH eine besonders hohe Betreuungsdichte von Dozenten aus. Unter den Dozenten befinden sich viele bekannte Namen, die bei renommierten Studios an großartigen Filmen gearbeitet haben. Ich verweise auf die Website der ASH.

“Anfangs macht man öfter den Fehler, dass man sich von Szenen nicht trennen kann. Man hat eine Szene schon so aufwendig hergestellt, es hat so lange gedauert und man will es nicht rausfallen lassen,” meint Behn. Bei dem Kurzfilm “Bo” (2005), ein mit dem ‘Hamburg Animation Award’ ausgezeichneter Film der animation-school-hamburg, sah es allerdings ein wenig anders aus. Der Film war ursprünglich 90 Sekunden länger und Sinem Sakaoglu (spätere Regisseurin des Sandmännchen-Films [2010]) war fest davon überzeugt, dass der Film gekürzt werden sollte. Der Kurzfilm musste nicht endlos in die Länge gezogen werden. Der Zuschauer hatte es verstanden und schlußendlich hat dies den Festival-Erfolg ausgemacht. Des Weiteren fügt Behn hinzu: “Timing ist sowieso ein zentrales Thema. Snowbody (Abschlussfilm 2004) ist in der Hinsicht perfekt. Dieser ist extrem gut getimed. Schon damals – als der Film zur Hälfte fertig war – hat Harald Siepermann (Dozent und Disney Character Designer) gesagt ‘Da hätte ich auch gerne mitgemacht!’”. Am Kurzfilm haben zwei erfahrene Illustratoren gearbeitet und das sieht man.


In den nächsten Tagen kommt der zweite Teil der ASH-Vorstellung bzw. des Interviews mit Manfred Behn. Die Karikatur stammt von Benjamin Strobel.

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“Mukougaoka Chisato Was Only Gazing” ist ein animiertes Musikvideo von dem Japaner Wataru Uekusa. Aufgrund meiner Japanisch-Kenntnisse, die nicht vorhanden sind, kann ich absolut nichts zum Hintergrund des Kurzfilmes sagen.

 

Ich weiß nicht, was ich von dem Film halten soll, denn ich habe es bislang noch nicht kapiert. Nachdem ich den Film über das letzte Jahr gerechnet rund zehn Mal gesehen habe, kann ich auch nicht viel zum Inhalt sagen. Man sieht ein laufendes und hüpfendes Schulmädchen; es passieren zahlreiche ungewöhnliche Dinge in einer skurrilen Welt und es gibt weitere Geschehnisse, die sich meines Verständnisses entziehen. Bislang hatte ich aber immer Spass an dieser kleinen Perle.

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KurzSchluss Wettbewerb

KurzSchluss – Das Magazin” ist eine Sendung im ARTE, das regelmäßig die neuesten Kurzfilme aus aller Welt zeigt: Drehberichte, Interviews, Festivals, Tipps etc.
Dieses Jahr veranstaltet das Filmmagazin einen Wettbewerb für Animationsfilme. Eingeladen waren Studenten europäischer Filmhochschulen, Kunst- oder Designakademien ihre Filme einzureichen. Qualifiziert haben sich 140 animierte Kurzfilme aus 10 Ländern, die man sich alle auf der zugehörigen Website ansehen kann. Es gibt sowohl eine Jurywertung als auch eine Zuschauerwertung, die beide komplett unabhängig voneinander sind. Ihr könnt bis einschließlich 31.05 abstimmen. Anmerken möchte ich noch, dass man hierbei Filme in einer Wertungsskala von 1-10 Punkten bewerten kann. Wenn Euch ein Film überhaupt nicht gefällt und Ihr diesen nicht unterstützen wollt, so braucht Ihr keine Wertung abzugeben, was mit “0 Punkten” gleichzusetzen wäre.

Gleich zwei Kurzfilme der animation-school-hamburg haben sich dazu qualifiziert:

dystopia-daniel-leyva-esteban-fernandez-dieter-schindler-2011 • Zum einem “Dystopia” von Daniel Leyva, Esteban Fernàndez und Dieter Schindler! Ein Film, der mich schon vor einem Monat beeindruckt hat und dies immer noch tut. Zurzeit herrscht ein Kopf an Kopf Rennen um den ersten Platz mit einem anderen Kurzfilm. Seht Euch beide Filme an und beachtet meine Anmerkung weiter oben. Wenn Euch ein Film überhaupt nicht zusagt, so braucht ich diesen nicht einmal zu bewerten.

burnout-animation-school-hamburg-arte • Zum anderen “Burnout“ von Marika Hasse und Bianca Meier! Ebenfalls ein wundervoll-witziger Film. Dieser Film ist momentan auch weiter oben im Publikums-Ranking, verdient aber wesentlich mehr Stimmen.

 

Zudem ist noch ein Film unserer ehemaligen Praktikantin Anna Nuic zu finden. “Freigut“, ein sehr interessanter und zum Nachdenken anregender Film – komplett in Schwarz/Weiß.

Folgende Filme sind ebenfalls sehenswert, werden aber voraussichtlich bis zum Ende des Publikum-Votings nicht mehr genug Stimmen zusammen bekommen, um gewinnen zu können. Vielleicht hat einer dieser Filme beim Jury-Voting noch eine Chance.

• Laufzeit (Florian Tscharf, David Seidewitz): Zwei Männer/Roboter merken, dass ihr Laufen bzw ihre Position voneinander abhängen.
• Me and my monster (Claudia Röthlin): Total unterbewertet, aber nach “Dystopia” meine Nummer 2. Der Titel sagt schon alles aus.
• La Messicole (Hannes Stummvoll): Eine simple Geschichte – ein rothaariges Mädchen verfolgt ein Rotfuchs-artiges Wesen.
• Memento vitae (Olga Bulgakova): Traurig, wie viele Leben haben Katzen?
• Animal Kingdom (Nils Hedinger): Ein Fuchs versucht seinen Instinkten zu folgen und sich weniger wie ein “Mensch” zu verhalten. Sehr Genial!
• Hinterland (Jost Althoff): Ein technisch gesehen wundervoller Hybrid-Film – Stop Motion und Zeichentrick!
• Little Eden (Christen Nino): Ein Mann beschützt seinen Garten vor einem Raben.
• Kurzschluss (Miriam Frank, Georg Utz): Ein Roboter verliebt sich in einen Getränkeautomat.

Was haltet Ihr von diesen Filmen? Welcher gefällt Euch am besten und welche nicht-genannten Filme sollte man noch erwähnen?

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“Paraphernalia” ist ein Kurzfilm von der CalArts-Studentin Sabrina Cotugno, die den Film größtenteils im Rahmen eines Auslandssemesters an der Goblins School of the Image produziert hat. Ihr Blog ist einen Besuch wert, denn dort hat sie ihre Arbeit teils protokolliert. Auf optischer Ebene wirkt der Film durch seinen farblichen Blaustich beruhigend und aufgrund der ungewöhnlichen – aber simplen – Darstellung ansatzweise mysteriös und wunderschön. Sabrina erzählt in ihrem dritten Jahr am CalArts eine Geschichte von einer einsamen und ängstlichen Frau, die eines Tages in ihrer Behausung von einem jungen Mann heimgesucht wird. Die Decke bricht zusammen und auf einmal liegt ein Mann im Zimmer. Wird die Frau diese Gelegenheit nutzen, um mehr aus ihrem Leben zu machen?

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animation-school-hamburg-cover-2011 Vergangenen Donnerstag (28.04 2011) wurden in Hamburg die Abschlussfilme der animation-school-hamburg vorgeführt. Es war ein besonderer Abend für mich mit vielen tollen Filmen, vor allem da ich zum ersten Mal bei einer Veranstaltung wie dieser dabei sein konnte. Die animation-school-hamburg bietet schon seit über einem Jahrzehnt Kurse im Bereich Animation an und feierte dieses Jahr sogar den 200sten Absolventen. Wenn man sich auf der Website die Liste der Lehrenden/Dozenten ansieht, so findet man viele bekannte Namen, die an großartigen Filmen bei renommierten Studios gearbeitet haben. Mir ist es ziemlich unangenehm stellvertretend einen Namen zu nennen. Denn wenn ich nur einen Namen nenne, so müsste ich auch alle anderen erwähnen und der Beitrag würde zu lang werden (sowas nehme ich mir für die Zukunft vor). Auch den Absolventen der animation-school-hamburg stehen alle Wege offen. Einer davon war sogar bei der diesjährigen Oscar-Verleihung nominiert.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass an der animation-school-hamburg noch 3D-Plätze (CGI: Modeling, Rigging, Animation etc.) frei sind. Für die Plätze kann man sich laufend bewerben und die Berufsaussichten sehen nach einer derartigen Ausbildung gut aus. 3D-CGI wird nicht nur in der Filmbranche benötigt, sondern man kann sich genauso bei (Video-)Spieleentwickler bewerben. Mehr Informationen findet Ihr auf der Website der animation-school-hamburg.

Einige Teilnehmer der Kurse arbeiten manchmal auch parallel an mehreren Filmen mit. So auch Daniel Leyva, der aufgrund seines Einsatzes bei mehreren Filmen zum 200. Absolventen gekürt wurde. Rino Pelli (Vimeo, Behance) ist zwar kein diesjähriger Absolvent. Seinen Abschluss erwarb er 2008. Aber seit dem hilft er in der animation-school immer wieder aus – meistens im Bereich Compositing. Ich hatte schon einmal über ihn berichtet im Zusammenhang mit dem Schnitzeljagd-Interview (Teil 1, Teil 2). In den nächsten Tagen und Wochen sollen die meisten der Abschlussfilme online veröffentlicht werden. Vorneweg daher nur ein kleiner Überblick zu den diesjährigen Filmen:

1. Film: „Burnout“ (Marika Hasse, Bianca Meier):
Ein Schneemann hat immer ein kurzes Leben. Manchmal nur wenig Tage, ab und zu mehrere Wochen, selten aber paar Monate! Doch was, wenn das Leben eines Schneemannes von einem Kind mit einem Feuerzeug verkürzt wird. Eine Lektion hat man dem Kind wohl nicht beigebracht. Spiel nicht mit dem Feuer.

2. Film: „Thilo und seine Freunde“ (Julia Brinkmann):
Thilo ist ein Seehund… und bewegt sich kein Stück. Er liegt am Uferrand eines Sees und starrt ins nichts. Seine Freunde versuchen ihn zu animieren… ob sie Erfolg haben, sieht man im Film. Diesen Film zeichnet insbesondere die Erzählweise aus. Auch wenn sich der Hauptcharakter kein Stück bewegt, schafft Julia Brinkmann trotzdem eine Geschichte zu erzählen.

3. Film: „Eine kleine Nachtmusik“ (Trailer für den Comic von Carolin Reich)
Ja… es ist ein Comic. Auf der animation-school hat man viel Freiraum und man wird darauf trainiert selbstständig eigene Projekte zu verwirklichen. Carolin Reich wollte unbedingt einen Comic zeichnen und hat ihr Projekt erfolgreich abgeschlossen. Ihr Comic wird demnächst bei einem Verlag veröffentlicht. Da es ein Trailer – insbesondere ein Trailer zu einem Comic – ist, kann man diesen nicht wirklich mit den anderen Kurzfilmen vergleichen. Auf jeden Fall schafft es der Trailer Interesse zu wecken.

4. Film: „Audrey’s Journey“ (Sarah Slabiak)
Dieser Film ist mir persönlich besonders positiv in Erinnerung geblieben. Nur fällt es mir jetzt schwer den Inhalt in Worte zu fassen. Das Artwork ist wundervoll und vielleicht sagt der Titel schon einiges über den Inhalt aus. Es geht um die Reise von Audrey. junge-beinen-asbest-max-lang


5. Film: „Der Junge mit den Beinen aus Asbest“ (2004; Max Lang, Michael Behrens)
Dies ist kein diesjähriger Abschlussfilm, sondern ein Film von dem diesjährigen Oscar-nominierten Max Lang und auch Michael Behrens. Ohne viele Worte zu verlieren… Es ist ein witziger und kontroverser Film über einen Jungen mit Beinen aus Asbest.

6. Film: „Dystopia“ / „Dystopolis“ (Daniel Leyva, Esteban Fernàndez, Dieter Schindler)
Dies ist – wie „Audrey’s Journey“ – ein Film, den man sich ein zweites Mal ansehen muss, um diesen zu verstehen. Wenn ich meine Eindrücke zusammenfassen darf. Es spielt in einer grauen, passiven, teilnahmslosen Welt. In dieser Welt fliegt eines Tages ein kleines, mysteriöses Wesen umher und verbreitet Leben und Farbe. Ich glaube, einige wichtige Aspekte und Inhalte des Filmes übersehe ich jetzt. Ich muss den Film mindestens ein zweites Mal ansehen. Denn die Atmosphäre im Film war grandios und man konnte so richtig in die Welt eintauchen.


Gerne würde mich auch Eure Meinung zu den Filmen interessieren…

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Zum fünften Mal holt Werner mit seinem kommenden Abenteuer aus. Diesmal bekommen wir Einblicke in seine Kindheit und Jugend. Werner und Holgi rivalisieren seit Kindesbeinen miteinander und dennoch gewinnt immer Holgi – selbst beim legendären Kinderwagen-Rennduell. Doch irgendwann kommt der Augenblick der Revanche. Die vorherigen vier Kinofilme haben annähernd 14 Millionen Zuschauer vor die Leinwände gezogen und beim fünften Teil scheint ebenfalls der Erfolg abonniert zu sein. Für das Drehbuch war – wie nicht anders erwartet – Rötger ‘Brösel’ Feldmann verantwortlich. Regie führte diesmal Gernot Roll, der seit Jahrzehnten Erfahrung als Kameramann hat und auch von Zeit zu Zeit als Regisseur gearbeitet hat (Ballermann 6, Die Superbullen).

Doch der Erfolg ist manchmal mehr Schein als Sein. Das Produktionsbudget für Animationsfilme in Deutschland wird immer knapper und die Ansprüche der Auftraggeber immer höher. Daher lässt sich die Produktion nur schwer auf dem kleinen deutschen Markt refinanzieren. Dies erklärte der Geschäftsführer der Trickompany Michael Schaack Anfang Dezember 2010 im Bezug auf die Insolvenz seines Studios. Der letzte Werner-Film sollte aber noch zu Ende produziert werden. Selbst Trickfilmproduzent Gerhard Hahn (Benjamin Blümchen, Asterix in Amerika, Die Abrafaxe – Unter schwarzer Flagge) sieht der Zukunft des deutschen Animationsmarktes skeptisch entgegen. Demnächst will er zwar noch einige weitere Stoffe entwickeln, aber ein Studio will er nicht mehr führen. Wir wünschen beiden viel Erfolg.

Quelle: Offizielle Website, mediabiz, Digital Fernsehen, Welt Online

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Wir hatten schon vor ein paar Wochen davon berichtet. Endlich ist es soweit. Der knapp 15 min. Kurzfilm „Prinz Ratte“, den wir in Koproduktion mit Albert Radl realisiert haben, ist fertig und feiert am Samstag, 30.04.2011 um 15 Uhr Premiere. Und zwar im Magazin Kino in Hamburg. Der Regisseur und Produzent Albert Radl, sowie ein Teil des Teams und TRIKK17 werden anwesend sein. Drei weitere Filme runden den Nachmittag ab und werden auch zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Diese sind zum einem „Olga“, ein 6 min. Kurzfilm, den wir mit dem Filmemacher Kai Pannen produziert haben. Dann werden wir unseren ersten „Rosalie & Trüffel“-Film vorführen. Das Langzeitprojekt „Flimmerndes Inferno“ von Sören Wendt und mir ist derzeit noch in der Vertonung, wird es aber auch rechtzeitig zur Premiere schaffen.

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Kevin Deters und Stevie Wermers haben schon zurvor an dem überaus beliebten TV-Special „Elfen helfen – Bahn frei für Santa Claus“ (Prep & Landing, 2009) zusammengearbeitet und sich diesmal wieder zusammen getan für den Vorfilm zum neuen ‘Winnie Puuh’-Abenteuer: Die Ballade von Nessie (The Ballad of Nessie, 2011). Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit an einer Pressevorführung für den neuen Winnie Puuh Film teilzunehmen (siehe Filmkritik) und dabei ebenfalls den neuen Kurzfilm zu sehen. Als die Lichter ausgingen und die ersten Bilder auf der Filmleinwand zu sehen waren, dachte ich zuerst… Ich sei im falschen Film – ich wusste, dass ich es nicht war -, aber ich hatte mit der Vorführung des Winnie Puuh Filmes gerechnet und dann kam (vorerst) etwas anderes. Mir war bekannt, dass Disney an diesem Kurzfilm arbeite(te), da ich zuvor schon einiges darüber gelesen hatte. Aber ich habe nicht gerechnet neben dem Winnie Puuh Film auch die Gelegenheit zu haben „Die Ballade von Nessie“ zu sehen. Leider – wie es so üblich bei Kurzfilmen ist – war der Film schon zu Ende noch bevor sich meine Ünberraschung und Freude gelegt hat.

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Der Film ist quasi eine Interpretation, wie es zu der Legende von dem Ungeheuer von Loch Ness kam… allerdings sehr kindgerecht erzählt. Auf sprachlicher Ebene ist „Die Ballade von Nessie“ sehr poetisch erzählt. Man versucht mittels von Reimen und verdichteter Sprache die Geschichte zu erzählen. Größtenteils verwendet man einfache und gebräuchliche Wörter, sodass auch Kinder dem Text folgen könnten. Mir persönlich fällt es meist aber dennoch ein wenig schwer poetischen Texten zu folgen – dies ist unter anderem auch ein Grund, warum ich trotz einer technisch guten Umsetzung meistens nicht viel mit Musikvideos anfangen kann. Aber der „Ballade von Nessie“ kann man sogar allein durch die Bildsprache folgen. Es ist keine innovative Geschichte – Was ist schon innovativ / neu? Aber es ist eine schöne Geschichte mit einer grandioser Animation, prächtigen Hintergründen und sympathischen Charakteren. Nessie und ihr bester Freund Quietscheentchen MacQuack werden aus ihrem Zuhause vertrieben, denn der Grundbesitzer MacFroogle plant ein Minigolf-Gelände zu bauen.

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„Dreckmonster“ ist ein deutscher Kurzfilm von Maike Ramke und Christian Retzlaf, der an der ‘Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam Babelsberg’ im Jahre 2007 produziert wurde. Habt Ihr Euch schon immer gefragt, wie Schmutz entsteht… wie Kaffeeränder auf den Tisch kommen, warum Flusen auf dem Boden liegen, Fettflecke am Herd. Nein, der Mensch hat damit nichts zu tun. ‘Dies ist das Werk genialer Gestaltungsprofis.’ Die Dreckmonster arbeiten im Auftrag der Putzmittelindustrie und produzieren eine Nachfrage nach Putzmitteln, sodass die Industrie immer neue Produkte auf den Markt bringen kann. Doch eines Tages werden sie von einer Dreck(s)maschine ersetzt. Stehen die Dreckmonster vor der Arbeitslosigkeit?

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Dies ist die Fortsetzung vom ersten Teil der Filmkritik


Zudem führten die Regisseure den alt bekannten Buch-Erzählstil wieder ein. Es gibt einen Erzähler, der rege mit den Figuren interagiert und die Geschichte teils wie aus einem Buch vorlese. In der TV-Serie sowie in den darauffolgenden TV- sowie Direct-To-Video-Produktionen hatte man darauf verzichtet. Des Weiteren ist die Musik ein zentraler Bestandteil des Films. Ich gehöre sowieso zu den wenigen, die schon immer den Gesang in den Disney-Filmen liebten. In diesem Fall hat der Gesang nicht nur unterhaltende Wirkung, sondern unterstützt beim Erzählen der Geschichte. Es gibt nicht wirklich herausragende Songs, aber in jedem Fall sind diese sehr gut sowie passend in den Film integriert. Vieles ist beim Alten geblieben. Das Charakter-Design hat sich meines Wissens nach auch nur im geringem Maße verändert. Christopher Robin wirkt ein wenig moderner und hat nicht mehr so intensive Punktaugen.

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Eigentlich sind die Charaktere sehr stereotypisch aufgebaut und verkörpern bestimmte Grundeigenschaften:
- Ferkel ist die Furcht
- Eule verkörpert Ego
- Rabbit steht für Kontrolle
- Puuh ist die reine Unschuld
- I-Aah ist Pessimismus

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Dies ist aber keinesfalls negativ gemeint, denn dadurch weiß der Zuschauer genau, woran er ist. Es ist nicht die (Un-)Vorhersehbarkeit, was die „Winnie Puuh“-Filme ausmache, sondern die liebevolle und dennoch interessante Umsetzung. Am meisten fasziniert mich das Verhältnis zwischen Winnie Puuh und seinem besten Freund Christopher Robin. Bei der Naivität Puuhs ist es nur all zu schwer noch naiver sein zu können. Jim Cummings (engl. Stimme von Puuh) meint: „Ich denke, Puuh betrachtet die Welt durch eine honigfarbene Brille“. Christopher Robin ist der einzige Mensch im Hundertmorgenwald und den Waldtieren in Sachen Intelligenz weit überlegen, obwohl man ihn auch nicht als sonderlich klug bezeichnen würde. Trotz seiner Überlegenheit ist er niemals hochnäsig. Man hört häufig von ihm den Ausspruch „dummer alter Bär!“, aber das ist nicht böse gemeint. Christopher Robin ist ein sehr guter Freund und man sieht ihm an, dass er an keinem Ort eher wäre als dem Hundertmorgenwald.

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Teils sind im Film auch leicht gruselige Elemente vorhanden… Die Rede vom grauenvollen Monster Balzrück! Aber bevor man befürchtet, dass der „Winnie Puuh“-Film die eigenen Kinder dazu anregt, nachts zu einem ins Bett zu krabbeln, möchte ich folgendes anmerken. Als Zuschauer weiß man bereits von Anfang an, dass es sich hier nur um ein Missverständnis handelt. Es gibt anscheinend kein Monster! Und zudem beginnt die Geschichte wie man es aus den alten „Winnie Puuh“-Filmen auch kennt im realen Zimmer von Christopher Robin. Die Zuschauer sehen, dass es sich hierbei nur um Plüschtiere handelt und sich alles in der Fantasie von Christopher Robin abspielt. Später sieht man im Übrigen einige Andeutungen auf den Plüschtier-Charakter. Neben den leichten Andeutungen am Körper der Tiere, reißen auch hier und da die Nähte sowie Fäden.

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Erwähnenswert sind vor allem die wunderschönen Hintergründe und die saubere Animation. Ich mag es zwar nicht, wenn gute Animation auf Kosten der Story geht, aber dies ist hier in keinem Fall gegeben. Die Animation bringt Spass. Es ist immer lustig anzusehen, wie die Charaktere tollpatschig von einem Loch ins andere fallen. Apropos Loch… Disney hat kürzlich einen kurzen Promotion-Clip veröffentlicht, indem unsere Helden in einem tiefen Loch gefangen sind. Drei Mal darf man raten, was in dieser Szene nicht stimmt. Puuh, Rabbit, I-Aah, Känga, Ruh und Eule sind in einem Loch gefangen und können sich nicht selbst helfen!

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit Puuhs neuem Abenteuer. Es ist ein kindertauglicher Film, wobei es nicht ausschließlich ein Kinderfilm ist. Es ist eher ein Familienfilm… ein Abenteuer für die ganze Familie. „Wir versuchen, mit unseren Filmen immer die ganze Familie anzusprechen – also eine Geschichte zu erzählen, die die Kinder begeistert, die Teenager unterhält und die Eltern zum Lachen bringt“, meint John Lasseter. Leider gibt es nicht viel, was besonders heraussticht. Der Film ist bis auf den leicht schwachen Anfang konstant unterhaltsam und sehr liebevoll umgesetzt. Ich wünschen allen viel Spass beim Film; der deutsche Kinostart ist am 14. April 2011.

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Als langjähriger Puuh-Fan hat es mich umso mehr gefreut als die Produktion eines weiteren „Winnie Puuh“-Kinofilms angekündigt wurde. Die Walt Disney Animation Studios präsentieren hiermit den ersten Kinoauftritt von Winnie Puuh seit 1977. Damals wurden die ersten drei Kurzfilme zu einem abendfüllenden Kinofilm zusammengeschnitten. Das Regieduo Stephen Anderson und Don Hall inszenierten das neue Abenteuer, um Kindern heutiger Zeit den kleinen Bären von geringem Verstand näher zu bringen. Der Kinostart ist für den 14. April 2011 vorgesehen. Sowohl Anderson als auch Hall haben bereits seit vielen Jahren Erfahrung in dem Medium gesammelt. Stephen Anderson führte Regie bei „Triff die Robinsons“ (2007) und hat als Mitglied der Storyabteilung bei Filmen wie „Ein Königreich für ein Lama“ (2000) und „Bärenbrüder“ (2003) mitgewirkt. Don Hall arbeitet schon seit 1995 bei Walt Disney Animation Studios. Angefangen hat er als Story-Trainee und hat sich hoch gearbeitet bis er zuletzt die Storyentwicklung bei „Küss den Frosch“ (2009) leitete.

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Geboren ist Winnie Puuh 1926 als  A. A. Milne die ersten Geschichten über ihn schrieb. Doch Laufen gelernt hat Puuh erst 1966 bei den Disney Studios. Nach den wenigen produzierten Kurzfilmen startete Disney 1988 mit der Produktion einer TV-Serie. Der Erfolg der Serie führte zur Entwicklung zahlreicher Direct-To-Video- und TV-Filmen. Eine 87 Folgen umfassende Serie wie von 1988-1991 habe ich leider noch nicht vollständig gesehen. Aber die darauf folgenden Filme habe ich nur all zu gerne gesehen. Besonders hervorheben möchte ich dabei den DTV-Film „Winnie Puuh auf großer Reise“ von 1997. Winnie Puuhs neues Kinoabenteuer und der Film von 1997 basieren nämlich auf der gleichen Idee. Das Verschwinden von Christopher Robin, die Missinterpretation von Eule und die darauffolgende Suche nach dem Jungen. Die eigentliche Umsetzungen sowie die Storydetails weichen allerdings in beiden Fällen erheblich voneinander ab.

Puuh erwacht völlig ausgehungert in seinem Häuschen im Hundertmorgenwald und muss feststellen, dass ihm sein Honig ausgegangen ist. Schnell macht er sich auf die Suche nach Honig, doch wird er abgelenkt durch einen Wettbewerb bei dem es um die Suche nach einem Schwanz für I-Aah geht. Daraufhin entdeckt Puuh eine geheimnisvolle Nachricht von bzw. um Christopher Robin. Als Eule die Nachricht falsch interpretiert, steht für alle fest. Christopher Robin wurde vom grauenvollsten aller grauenvollen Monster entführt: Dem Balzrück!

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Grundsätzlich war Puuhs neues Abenteuer sehr unterhaltsam. Der Anfang lief ein wenig schleppend, da manche Gags nicht funktioniert haben und mich dacher nur müde zum Lächeln gebracht haben. Aber relativ schnell hat es sich deutlich gebessert und so manche Wortwitze haben mich zum Lachen gebracht. Die Pressevorführung bei der ich teilgenommen habe war quasi eine Kinderveranstaltung – was nicht negativ gemeint ist. Die wenigen Erwachsenen (Kritiker) haben alle ihre Kinder sowie die Nachbarskinder mitgenommen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Winnie Puuh hier und da mit gut durchdachten Wortwitzen vor allem Erwachsene zum Lachen bringen konnte. Die Kinder hatten meist an anderen Stellen ihren Spass. Positiv möchte ich anmerken, dass der Film nicht lange drum herum erzählt, sondern geradewegs zum Thema kommt. Daher ist der Film nicht unnötig in die Länge gezogen. Es gibt zwar immer einen Anlass für die Folgehandlung, aber diese ist nur auf das Minimum – und daher genau perfekt – beschränkt.

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Verantwortlich für die grandiose Story-Umsetzung ist die Geheimwaffe vom Disney-Team: Burny Mattinson. Ein Mann, der schon mit Walt Disney höchst persönlich zusammen gearbeitet hat und somit seit mehr als 50 Jahren bei den Walt Disney Animation Studios beschäftigt ist. „Wir nennen ihn den Puuh-Guru, denn er war der spirituelle Wegweiser durch diesen Prozess“, meint Regisseur Don Hall. 1953 begann Mattinson mit nur 18 Jahren seine Karriere in der Poststelle von Disney und war bereits sechs Monate später als Phasenzeichner bei „Susi und Strolch“ (1955) beschäftigt. Zehn Jahre später lernte er den kleinen Bären von geringem Verstand kennen. Im Laufe seiner Karriere hat er an heutigen Klassikern gearbeitet wie „101 Dalmatiner“ (1961), „Das Dschungelbuch“ (1967), „Bernhard und Bianca“ (1976), „Aladdin“ (1992), „Die Schöne und das Biest“ (1991) und „Der König der Löwen“ (1994). Neben der Co-Regie für „Basil, der Große Mäusedetektiv“ (1986) führte er bislang nur Regie am Film „Micky’s schönste Weihnachtsgeschichten“ (1983), bei dem er auch für den Oscar nominiert war.

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Wenn man einen Klassiker wie Winnie Puuh wieder auf die große Leinwand bringen möchte, dann fragt man sich automatisch, wie man einen etablierten Klassiker noch verbessern kann. Denn wenn man es schon nicht besser machen kann, dann wäre das gesamte Projekt für die Katz gewesen. Als John Lasseter die Idee – den Bären einem neuen Publikum vorzustellen – präsentierte, waren alle höchst begeistert. „Wir fanden die Idee toll, wieder einmal bei diesen heiß geliebten Figuren vorbeizuschauen, mit ihnen zu spielen, ihre Welt zu entdecken und sie den heutigen Zuschauern vorzustellen“, beteuert Stephen Anderson.
Der Trick um einen Klassiker zu verbessern bestehe darin, zeitgemäße Elemente in die Geschichte einfließen zu lassen, aber dennoch die Qualitäten des Originals nicht aus den Augen zu verlieren. Man kehre zu den Wurzeln zurück. „Die Welt, die Milne erschuf, ist zeitlos, und genau das wollten wir beibehalten. Wir versuchen nicht, unseren Figuren moderne technische Geräte zu verpassen. Wir wollten das Zeitlose erhalten – doch beim Humor fanden wir eine Verjüngungskur angebracht“, meint Don Hall.

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Siehe den zweiten Teil der Filmkritik.

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